Zu heiß zum Fliegen: In den USA sind in den vergangenen Tagen mehr als 40 Flüge gestrichen worden, weil die Maschinen in der heißen, dünnen Luft nicht genug Auftrieb haben. Experten warnen, dass die Klimaerwärmung höhere Kosten und mehr Turbulenzen beim Fliegen nach sich zieht.

Der US-Bundesstaat Arizona erlebt derzeit eine extreme Hitzewelle, die ein bisher wenig bekanntes Problem in den Vordergrund rückt: Bei Temperaturen um die 50 Grad Celsius mussten in den vergangenen Tagen Dutzende Flugzeuge am Boden bleiben.

Der Grund: Heiße, trockene Luft ist zu dünn, um genug Auftrieb zu erzeugen.

Durch die globale Veränderung des Klimas werden solche Störungen künftig häufiger auftreten, sagen Wissenschaftler voraus. Hitze und Trockenheit erschweren vor allem Start und Landung.

Bereits jetzt gibt es in betroffenen Gebieten an besonders heißen Tagen Gewichtsbeschränkungen für Flugzeugladungen. Das wirkt sich ebenso wie Verzögerungen durch Wetterextreme auf die Kosten des Flugbetriebs aus.

Fliegen wird künftig durch den Temperaturanstieg also merkbar teurer werden. Wissenschaftler um Radley Horton von der Columbia University haben bereits 2014 in einer Studie aufgezeigt, dass die wachsende Zahl an Hitzetagen Gewichtsreduktionen für die Airlines und bauliche Veränderungen für die Flughafenbetreiber notwendig machen.

Mindestens 25 Menschen werden bei heftigen Turbulenzen schwer verletzt.

Wie ist die Situation in Europa?

Mitteleuropäische Flughäfen sind von solch massiven Ausfällen durch Hitze momentan nicht betroffen. "Wir leben in einer ganz anderen Klimazone", erklärt der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Arizona ist viel südlicher als Mitteleuropa, dort ist das nächste Meer weit entfernt. Das heißt, es herrscht ein trockenes Wüstenklima."

Dass solche Situationen häufiger auftreten, deute auf ein globales Problem hin. Die aktuelle Hitzewelle und die große Trockenheit, die einige Regionen Deutschlands trifft, seien im Einklang mit den Prognosen, die es auch für unsere Breitengrade gibt. "Klimasimulationen sagen voraus, dass es in den Sommermonaten in Deutschland heißer werden soll mit noch extremeren Hitzewellen und Trockenheit. Das heißt, wir werden auch das Problem der Dürre haben", so Friedrich.

Mehr Turbulenzen auf Flügen

Passagiere müssen sich Experten zufolge auch auf andere Unannehmlichkeiten durch Klimaveränderungen einstellen.

Der Klimaforscher Paul Williams von der britischen Universität in Reading sagt voraus, dass schwere Flugturbulenzen mit Verletzten und teilweise auch Toten deutlich zunehmen werden.

Das schlussfolgert er unter anderem daraus, dass die Winde in den Höhen, in denen Passagierflugzeuge verkehren, stärker und unruhiger werden.

Die zunehmende Hitze wirkt sich ebenfalls auf das Bodenpersonal aus. Die Versorgung der Maschinen und das Verladen des Gepäcks werden unter den Gegebenheiten zur extremen Belastung.

Wie die "New York Times" schreibt, hat der Flughafen von Phoenix klimatisierte Zelte für die Mitarbeiter an den Rollbahnen aufgestellt.

Die Verhältnisse im heißen Arizona zeigen Flughafenbetreibern und Airlines weltweit, worauf sie sich künftig einstellen müssen.

Radley Horton von der Columbia University rät in seiner Studie dazu, dass sie frühzeitig auf die Erkenntnisse reagieren und beispielsweise längere Startbahnen bauen sollten.

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