Schnee zu essen gehört für viele Kinder zu einem ausgelassenen Wintertag. Ob das tatsächlich unbedenklich ist oder auch gesundheitliche Gefahren mit sich bringt, erfährst du hier.

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Dass es keine besonders gute Idee ist, stark verschmutzten Schnee zu essen, ist den meisten Menschen sicherlich bekannt. Gleichzeitig hört man oft, frisch gefallenen, weißen Schnee kann man unbedenklich essen. Diese ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. So gibt es ernstzunehmende Hinweise darauf, dass auch frischer Schnee häufig Krankheitserreger und andere schädliche Substanzen enthält.

Schnee essen: Darum ist es keine gute Idee

Auch frischer Schnee kann für Kinder und Erwachsene gesundheitliche Risiken mit sich bringen, wenn er verzehrt wird. Denn wenn er vom Himmel fällt, nimmt Schnee Schadstoffe aus der Luft auf, so Öko-Test. Vor allem, wenn gerade viel Feinstaub in der Luft kursiert, ist das Risiko hoch, dass sich besonders viele Schadstoffe im Schnee wiederfinden.

Dass auch frisch gefallener Schnee schädliche Bakterien enthalten kann, zeigt etwa eine Studie aus dem Jahr 2018, die in Nordirland durchgeführt wurde. Im Schnee fanden die Wissenschaftler:innen eine Vielzahl an Bakterienstämmen – darunter auch viele Bakterien, die Infektionen beim Menschen auslösen können. Vor allem für immungeschwächte Personen wie Kinder oder ältere Menschen, kann es deshalb gefährlich sein, Schnee zu essen.

Auch das Umweltbundesamt rät gegenüber Öko-Test davon ab, Schnee oder Regenwasser zu konsumieren. So sei bei beiden Stoffen nicht sichergestellt, dass diese keimfrei sind. Stattdessen sei das Risiko hoch, dass der Schnee mit "Verbrennungsprodukten, Stäuben oder mikrobiellen Aerosolen" belastet ist.

Mikroplastik, Streusalz und Tierkot

Ein weiterer Grund, warum man besser keinen Schnee essen sollte, ist Mikroplastik. So kommt eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts von 2019 zu dem Schluss, dass Schnee sogar in entlegenen Orten der Arktis oder in den Alpen Mikroplastik enthält. Die genauen Mirkoplastikanteile schwanken dabei je nach Region. Wie sich Mikroplastik auf unseren Körper auswirkt, ist bislang noch unklar. Forschende befürchten jedoch, dass sich Mikroplastik im Körper anreichern und die Funktionsweise von Organen und Immunzellen beeinflussen könnte.

Auch Streusalz kann sich im Schnee befinden und ist nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Nehmen Personen Streusalz zu sich, so kann dieses etwa Erbrechen und Durchfall auslösen, so Öko-Test. Zudem kann Schnee auch mit Tierkot und anderen Ausscheidungen verschmutzt sein.

Des Weiteren kann der Körper schneller auskühlen, wenn du größere Mengen an Schnee zu dir nimmst. Das Risiko ist für Kinder, die ein deutlich geringeres Gewicht aufweisen, noch höher. Zudem enthält Schnee keine Elektrolyte und Mineralien, so Öko-Test. Er kann dem Körper deshalb in höheren Dosierungen sogar Mineralien und Elektrolyte entziehen.

Fazit: Schnee zu essen solltest du vermeiden

Aufgrund der aufgeführten Gründe ist es also grundsätzlich keine gute Idee, Schnee zu essen. Trotzdem musst du dir keine Sorgen machen, wenn dein Kind sich mal den weißen Handschuh in den Mund steckt oder ein paar Schneeflocken in deinem eigenen Mund landen. In geringen Maßen ist der Verzehr von Schnee in der Regel nicht bedenklich, so das Umweltbundesamt gegenüber Öko-Test. Eine Trinkwasserquelle stelle Schnee jedoch in keinem Fall dar.

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