Wolfsburg/Berlin - Berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn spielen eine immer größere Rolle bei der Suche nach Bewerberinnen und Bewerben. Nach Ansicht von Karriere-Coach Esther Kimmel aus Berlin werden sie von Personalberatern, Headhuntern und auch hausintern für das Recruiting genutzt. "Also empfehle ich meinen Bewerbern, sich leicht finden zu lassen und die Hemmschwelle für die Kontaktaufnahme möglichst niedrig zu setzen."

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Außerdem rät sie dazu, im eigenen Profil den Fokus nach vorne zu richten. "Es sollte ins Auge springen, wovon ich zukünftig mehr will und den Blick nicht auf das lenken, was ich hinter mir lassen möchte." Da kommt auch ein Banner mit dem Schriftzug #OpenToWork ins Spiel, dass LinkedIn-Nutzerinnen und Nutzer prominent auf ihr Profilfoto setzen können. Damit signalisieren sie so viel wie: "Ich bin auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung."

Offen für Jobangebote: "Needy" oder Informationsquelle für Recruiter?

Der Einsatz ist unter Personalexpertinnen und -experten aber umstritten. Esther Kimmel etwa empfiehlt es nicht: "Gute Kandidatinnen und Kandidaten lassen sich finden, das Banner wirkt in meinen Augen ein bisschen needy."

Auch Nolan Church, ehemals Recruiter bei Google, sagte gegenüber dem Nachrichtensender CNBC, dass das Symbol für Jobsuchende "die größte Red Flag auf LinkedIn" sei. Jobsuchende signalisieren so, dass sie jeden Job annehmen würden - egal von wem. Und genau da liegt das Problem. Church zufolge möchten Recruiter nämlich das Gefühl bekommen, dass eine Person wirklich in ihrem Unternehmen arbeiten möchte und nicht einfach irgendwo. Das Banner aber vermittle das Gegenteil.

Diese Meinung teilen aber nicht alle Personaler. Peter Nollido etwa, Senior Recruiter bei Volkswagen, findet die Funktion gut. "Als Personaler werden wir direkt informiert, wenn ein Kandidat aus unserem Netzwerk diese Frame-Einstellung gemacht hat", sagt er.

Auf richtige Filter-Einstellungen achten

Wichtig zu wissen ist dabei aber: Nutzerinnen und Nutzer können einschränken, wer sehen soll, dass sie aktiv auf Jobsuche sind. LinkedIn ermöglicht es, nicht alle LinkedIn-Mitglieder, sondern nur einen bestimmten Personenkreis darüber zu informieren. Dazu können Nutzerinnen und Nutzer die Option "Nur Recruiter:innen" auswählen. Wie LinkedIn erklärt, würden damit nur Personalerinnen und Personaler informiert, die LinkedIn Recruiter verwenden. Das Banner mit dem Schriftzug #OpenToWork erscheint in dem Fall auch nicht auf dem Profilfoto.  © Deutsche Presse-Agentur

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