Für viele Menschen zählt das Bügeln zu den unbeliebtesten Hausarbeiten. Besonders Hemden bügeln ist für viele ein Graus. Mit den richtigen Tipps klappt die Aufgabe jedoch deutlich schneller.

Mehr Haushalts-Themen finden Sie hier

Wie bei vielen lästigen Alltagsaufgaben gilt auch beim Bügeln: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Tatsächlich ist es sogar besser, sich schnellstmöglich an die Bügelwäsche zu machen, da man auf diese Weise sogar Zeit sparen kann. Prinzipiell gilt: Je länger die Wäsche in der Waschmaschine bleibt, desto mehr knittert sie. Deshalb sollte sie nach Ende des Waschvorgangs möglichst schnell aus der Maschine geholt werden. Alternativ haben viele Waschmaschinen ein "Knitterfrei-Programm", dessen Länge sich einstellen lässt. Auf diese Weise lässt sich bei Bedarf ein größeres Zeitfenster zum Wäscheaufhängen schaffen.

Mit Weichspüler und Trockner nachhelfen

Besonders leicht bügelt sich Wäsche, wenn sie mit Weichspüler gewaschen wurde. Auch das Trocknen im Freien ist sinnvoll, denn dann wird die Kleidung etwas geschmeidiger.

Sofern es der Pflegehinweis des Wäschestücks erlaubt, kann man es auch in den Trockner legen. Wenn sie nach Vollendung des Trockenvorgangs gleich rausgeholt und im Schrank verstaut werden, ist Bügeln oft gar nicht mehr nötig. Allerdings sollte man in diesem Fall auf einen Weichspüler verzichten.

Am besten lässt sich Wäsche zudem bügeln, wenn sie noch leicht feucht oder im Falle eines Trockners warm ist. Dies gilt insbesondere für Seide. Da diese sehr empfindlich ist, sollte sie ausschließlich im leicht feuchten Zustand gebügelt werden. Verpasst man diesen Moment, kann man die Wäsche beim Bügeln mit einer Sprühflasche, gefüllt mit destilliertem Wasser, bearbeiten. Bei Seide sowie Kunstfasern sollte man darauf allerdings verzichten, da sonst Wasserflecken entstehen.

Die richtige Temperatur beim Bügeln

Wer vor dem Bügeln die Wäsche sortiert, erleichtert sich die anschließende Arbeit. Legen Sie schwere Teile und solche mit starken Falten nach unten im Stapel, oben drauf kommen die leichteren Stoffe. So können Sie schon loslegen, obwohl das Bügeleisen noch nicht die maximale Temperatur erreicht hat.

Welches Kleidungsstück Sie wie heiß bügeln sollten, hängt vom Material ab. Informationen dazu findet man auf dem Etikett. Allgemein gesprochen gibt es fünf Symbole: Ein Bügeleisen ohne Punkt zeigt, dass Bügeln generell erlaubt ist. Hat das Bügeleisen einen Punkt, so darf das Wäschestück nur bei niedriger Temperatur gebügelt werden. Bei zwei Punkten empfiehlt sich eine mittlere Stufe und bei drei darf es sogar heiß gebügelt werden. Ist das Bügeleisen hingegen durchgestrichen, ist bügeln generell nicht empfohlen.

Der Punkt im Bügeleisen-Symbol zeigt, wie heiß ein Teil gebügelt werden darf.

Darüber hinaus gibt es Richtwerte, was die entsprechende Temperatur angeht: Baumwolle CO (200° C). Leinen LI (220°C), Wolle WV oder WO (160-180°C), Viskose CV (115-140°C), Polyester PES/PET und Polyamid PA (150°C).

Empfindliche Stoffe wie Wolle oder Viskose werden mit einer möglichst geringen Temperatur gebügelt. Als zusätzlicher Schutz kann bei Viskose ein feuchtes Tuch zwischen das Wäschestück und das Bügeleisen gelegt werden. Bei Wolle kann dieser Schutz durch ein Trockentuch, Backpapier oder ein spezielles Bügeltuch entstehen. Auch Kunstfasern wie Acryl, Polyester oder Nylon gelten als sehr hitzeempfindlich. Am besten bügelt man diese bei geringer Temperatur. Baumwolle und Leinen hingegen benötigen viel Hitze und Dampf.

Tricks fürs Bügeln

Neben diesen allgemeinen Hinweisen gibt es einige Tipps und Tricks, die das Bügeln erleichtern und beschleunigen.

  • Um Zeit zu sparen, empfiehlt sich die Verwendung von Alufolie: Unter den Bezug des Bügelbretts platziert, verstärkt sie die Wärme des Bügeleisens und glättet somit automatisch die Unterseite des Stoffes mit.
  • Generell sollte man immer waagrecht am Körper vorbei bügeln und das Wäschestück mit einer Hand straffziehen. Es hilft zudem, die bereits gebügelte Seite von sich wegzuziehen.
  • Bei dicken Stoffen, wie zum Beispiel Jeans, beginnt man am besten mit der Innenseite. Dunkle Stoffe, Cord und Samt sollten ausschließlich von links gebügelt werden, ebenso wie Wäschestücke mit Aufdruck, Pailletten und Stickereien.
  • Leidet man unter Rückenschmerzen, kann es entlastend sein, während des Bügelns ein Bein auf einen Schemel zu stellen.
  • Damit das Bügeln nicht umsonst war, falten Sie die Wäsche gleich im Anschluss und hängen Sie Hemden und Blusen direkt auf.

Hemden richtig bügeln

Hemden und Blusen zählen gemeinhin zu den schwierigsten Wäschestücken beim Bügeln. Mit den richtigen Bügeltipps lassen sie sich aber genauso schnell glätten. Bei weißen Blusen empfiehlt sich die Verwendung von Sprühstärke: So sieht die Farbe länger frisch aus.

Am besten beginnt man an den schwierigsten Stellen mit dem Bügeln:

  • Kragen: Die Unterseite sollte auf dem Bügelbrett liegen. Anschließend den Stoff spannen, um Falten zu vermeiden und von der Spitze zur Mitte bügeln. Danach den Kragen umdrehen und nochmal bügeln.
  • Manschetten: Geöffnet, mit den Knöpfen nach oben auf das Brett legen und bügeln, dann umdrehen und nochmal von innen bügeln.
  • Schulterpartien und Ärmel: Die Ärmel möglichst faltenfrei mit der Rückseite auf das Bügelbrett legen. Dabei sollte man auf die jeweiligen Nähte achten. Anschließend von der Manschette aus beginnend nach oben plätten, Wäschestück umdrehen und nochmal bügeln. Sind beide Ärmel fertig, kommt die Schulterpartie an die Reihe: Hierfür das Hemd mit der Innenseite nach unten an die Spitze des Bügelbretts legen, erst die eine, dann die andere Seite bügeln.
  • Knopfleiste: Knopfleiste nach unten drehen. Rückseite bügeln. Anschließend umdrehen und vorsichtig zwischen den Knöpfen bügeln.
  • Vorder- und Rückseite: Zum Schluss Schritt für Schritt die Vorderseite, dann die Rückseiten glätten.
  • Auch bei T-Shirts ist es ratsam, zunächst die Ärmel, dann die Vorder- und Rückseiten zu bügeln.

Hosen richtig bügeln

Wie alle Kleidungsstücke sollten auch Hosen zunächst auf links gebügelt werden. Am besten beginnt man mit den Hosentaschen. Anschließend zieht man den Hosenbund möglichst glatt nach oben und bügelt ihn zur Naht hin. Beim Bügeln der Hosenbeine ist darauf zu achten, dass sich auf der Unterseite keine Falten bilden. Nach getaner Arbeit umdrehen und nochmals von rechts darüber bügeln.

Sollte die Hose eine Bügelfalte besitzen, ist diese als Letztes zu bügeln. Andernfalls kann sich die Falte leicht verziehen.

Bügeln mit Dampf

Heutzutage ist fast jedes Bügeleisen mit einer Dampffunktion ausgestattet. Wer wenig bügelt, dem reicht das auch. Wer öfter am Bügelbrett steht, für den lohnt sich eventuell eine etwas teurere Bügelstation. Der Vorteil: Der Dampf wird mit Druck in das Gewebe gedrückt.

Generell sollte mit destilliertem Wasser gebügelt werden, da das Bügeleisen so nicht verkalkt. Aus dem gleichen Grund sollte auch zum Befeuchten der Wäsche destilliertes Wasser verwendet werden. Benutzt man hingegen Leitungswasser, muss das Bügeleisen regelmäßig entkalkt werden. Eine Faustregel besagt, dass dieser Vorgang nach 15 Bügeleinsätzen von Nöten ist. Dafür eignen sich besonders Essig, Essigessenz oder Zitronensäure. Verglichen mit chemischen Entkalkern sind diese gesundheits- und umweltschonend.

Hier können Sie sich das Bügeln sparen

Zum Abschluss folgen ein paar Empfehlungen, wo Sie sich das Bügeln getrost sparen können:

  • Bettwäsche aus Biber, Jersey, Fleece, Polyester, Mikrofaser, Seersucker muss nicht gebügelt werden.
  • Handtücher sollten gar nicht erst gebügelt werden, da dies ihre Saugfähigkeit verringert.
  • Ebenso müssen einige Kleidungsstücke nicht gebügelt werden, da man sie ohnehin nicht sieht. Dies gilt insbesondere für Socken und Unterwäsche. Im Winter reicht es außerdem oft, bei Hemden und Blusen ausschließlich den Kragen, die Manschetten und gegebenenfalls die Ärmel zu bügeln. Der Rest verschwindet unter Pullovern oder Pullundern.
  • Auch bei eng anliegenden Kleidern kann man sich das Bügeln oft sparen. Hat eine Bluse nach einmaligem Tragen leichte Knitterfalten, reicht es oft, sie vor dem Duschen auf einem Kleiderbügel ins Bad zu hängen. Der aufsteigende Wasserdampf macht das Kleidungsstück oft wieder glatt.

(tsch)

Verwendete Quellen:

  • Brigitte.de: "Richtig bügeln lernen - die besten Tipps"
  • Brigitte.de: "Hemden bügeln: So wird's knitterfrei"
  • Brigitte.de: "Bügeleisen entkalken: Die besten Tipps"
  • T-Online.de: "Richtig bügeln - so einfach geht's"
  • Bügeleisen.org: "Die besten Tipps und Tricks rund ums Bügeln"
  • Wäsche waschen.de: "Richtig Bügeln: Mit diesen Tipps bügeln Sie Blusen und vieles mehr"
  • Haushaltstipps.net: "Bügeln"
  • Leipziger Volkszeitung: "Bügeln leicht gemacht: 6 Tipps für ein perfektes Ergebnis"
  • GoFeminin.de: "Besser bügeln: Mit diesen Tipps sparst du Zeit (und Nerven)"

Clevere Haushaltstricks mit Geschirrspültabs

Spülmaschinen-Tabs bringen nicht nur Geschirr zum Glänzen. Die Kraftpakete sind vielseitig im Haushalt einsetzbar. (Teaserbild: imago/Joko)