Jedes Jahr produzieren die Deutschen mehrere Millionen Tonnen Abfall. Vor allem der Biomüll wird immer mehr. Aber was gehört eigentlich in die grüne Tonne, was ist Papiermüll und was kommt in den Gelben Sack? Wir klären auf.

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Deutsche Haushalte haben im Jahr 2017 insgesamt 38,3 Millionen Tonnen Abfall produziert. Das sind 0,2 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Dabei produzierte jeder durchschnittlich 462 Kilogramm Abfall, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit.

Dabei fiel in deutschen Haushalten vor allem mehr Biomüll an. Im vergangenen Jahr wurde so viel produziert wie noch nie. Insgesamt wurden 10,3 Millionen Tonnen eingesammelt, pro Person waren es durchschnittlich 125 Kilogramm.

Nach Angaben von Destatis waren das die höchsten Werte seit Beginn der Erhebung im Jahr 2004. Grund sei unter anderem die zunehmende Verbreitung der Biotonne. Hausmüll wurden pro Kopf rund 158 Kilogramm produziert.

Was gehört in welche Tonne?

Aber was kommt eigentlich in den Biomüll, was ist Papiermüll und was gehört in den Gelben Sack? Was genau wohin darf, ist leider keine eindeutige Angelegenheit. Denn Abfallentsorgung ist ein kommunales Geschäft und nicht überall gelten dieselben Regeln.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Grundlagen der Mülltrennung:

Was darf in die Biotonne?

Gartenabfälle, Topfpflanzen mit der Erde, Reste von Backwaren, Gemüse, Eierschalen, Milchprodukte, Kaffeesatz samt den Filtertüten dürfen in den Biomüll.

Auch Knochen und Reste von Fisch, Wurst und Fleisch sowie sonstige Speisereste sind erlaubt - allerdings laut Bundesumweltministerium nur in haushaltsüblichen Mengen.

Daneben können Teereste, Federn und Haare, unbehandeltes Holz und Kleintierstreu aus biologisch abbaubarem Material in diese Tonne.

Was gehört in den Papiermüll?

Zeitungen und Zeitschriften sowie Bücher, Broschüren und alle Dokumente aus Büros dürfen in den Papiermüll. Außerdem natürlich Papier- und Kartonverpackungen, wobei etwa Geschenkpapier nicht beschichtet sein darf.

Für alles, was überzogen oder merklich behandelt ist mit Wachs, Öl, Imprägnierung, Lack und Folie sowie Thermobeschichtung, wie sie Kassenbons haben, ist das Altpapier tabu. Das gilt auch für alle Papiere mit nicht wasserlöslichem Kleber: also Haftnotizen und Etiketten.

Wie trenne ich Glas?

Das ist teilweise sehr einfach: Das grüne Glas kommt in den Container für Grünglas, das weiße in den für Weißglas und das braune in den für Braunglas.

Aber es gibt ja auch noch die blauen Flaschen: Diese kommen wie auch alle anderen Farben in den Container für Grünglas, denn dieses verträgt beim Einschmelzen am ehesten noch sogenannte Fehlfarben.

In den Rest- oder Sondermüll kommen Trink- und Fenstergläser, Porzellan und Keramik sowie Leuchtmittel. Darauf weist die Initiative der Glasrecycler im Aktionsforum Glasverpackung hin.

Was kommt in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne?

Während die Trennung von Glas und Papier selten problematisch ist, sieht das bei Plastik oft anders aus. Und das liegt nicht nur an den unterschiedlichen Kunststoffen und Gemischen, sondern auch daran, wie diese eingesetzt werden. Daher sollte man doppelt checken:

Schritt 1: Grundsätzlich gehören in Gelbe Tonne oder Sack Materialien, die nicht aus Papier und Glas sind. Das ist alles, was aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen besteht.

Mancher örtliche Entsorger schränkt allerdings die abgabefreie Menge für expandiertes Polystyrol, bekannt als Styropor, ein.

Schritt 2: Es dürfen nur Stoffe darin entsorgt werden, die ein Produkt als Verpackung schützen. In den Gelben Sack gehören also beispielsweise keine Bauklötze, Puppen oder Haarbürsten.

Schritt 3: Ausnahmen beim lokalen Entsorger erfragen. Mancherorts kann man zum Beispiel nicht nur Verpackungen, sondern auch Elektro-Kleingeräte über die Gelbe Tonne entsorgen. (ff/dpa)

Bei der Mülltrennung passieren häufig Fehler. Unsere Expertin klärt auf.