Doxing – wenn Ihre privaten Daten publik werden

Doxing – die illegale Veröffentlichung Ihrer Daten im Netz – kann Ihnen zum Verhängnis werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten handeln, wenn persönliche Informationen gegen Ihren Willen im Internet veröffentlicht werden.
Inhaltsverzeichnis

1. Wie funktioniert Doxing?
2. Was sind die Motive?
3. Wie können Sie sich vor Doxing schützen?
4. Was können Betroffene tun?

E-Mail, Social Media, Online-Banking und Co. – heutzutage spielt sich das halbe Leben online ab. Das hat allerdings nicht nur Vorteile, denn im Internet lauern auch viele Kriminelle, die böse Absichten haben. Zu diesen zählt auch "Doxing".

Der Begriff "Doxing" leitet sich von “Dropping Docs“ (wörtliche Übersetzung: “Dokumente fallen lassen“) ab. Damit ist die Weitergabe und das Veröffentlichen von persönlichen Daten einer anderen Person gemeint, wie bspw. der volle Name, die Privatadresse, Handynummer oder auch Bank- bzw. Kreditkarteninformationen. Aber auch sensible Informationen über das Liebesleben und die sexuelle Orientierung oder die politische Gesinnung werden beim Doxing gern veröffentlicht. Und diese Attacken können verheerende Folgen für die Opfer haben...

Wie funktioniert Doxing?

Ob über Social Media-Plattformen, öffentliche Datenbanken oder eine simple Google-Suche: Kennt der “Doxer“ einmal den vollen Namen seines Opfers, ist es meist ein Kinderspiel, um an persönliche Informationen zu gelangen. Der Grund:

Die mangelnde Datensparsamkeit vieler Menschen: Sie posten viele persönliche Dinge in ihren Social-Media-Accounts, sind auf Fotos verlinkt, geben sich evtl. freizügig im Netz, in Foren etc.

Allerdings wenden Kriminelle nicht nur "legale" Methoden an, um Daten abzugreifen. Auch über Ransomware oder durch das Hacken eines Cloud-Speichers können Bilder, Login-Daten und mehr in die Hände der Doxer gelangen. Über das Darknet können ebenfalls sensible Informationen erworben werden.

Bei einem Doxing-Angriff kann es sich um harmlose Tatbestände wie bspw. das fälschliche Anmelden bei einem E-Mail-Newsletter handeln. Die gesammelten Daten können allerdings auch für Schlimmeres genutzt werden.

Kriminelle veröffentlichen gegen den Willen des Betroffenen private oder peinliche Informationen im Internet, verbreiten Lügen oder sprechen Drohungen aus, sodass das Opfer um seine Sicherheit fürchtet.

Was sind die Motive?

Die Hauptmotive für Doxing lassen sich auf negative Emotionen zurückführen. Der gedoxten Person soll Schaden zugefügt werden. Typischerweise aufgrund von Rache, Selbstjustiz oder schlichtweg Hass.

Besonders Personen von öffentlichem Interesse sind betroffen. Von Politikerinnen, Journalisten bis zu bekannten Firmenchefs und öffentlichen Personen es gibt viele Beispiele von Doxing-Vorfällen aus der Vergangenheit.

Aber auch Privatpersonen können zur Zielscheibe des Rufmords werden. Und die Täterin oder der Täter kann tatsächlich auch einfach ein ehemaliger Beziehungspartner sein, der sich nach der Trennung rächen möchte oder subjektiv das Gefühl von Ablehnung verspürt.

 Im Grunde kann Doxing also jeden treffen.
Doxing ist eine ernstzunehmende Angelegenheit.
Doxing ist eine ernstzunehmende Angelegenheit.

Wie können Sie sich vor Doxing schützen?

  • Ganz wichtig: Datensparsamkeit! Achten Sie darauf, welche Informationen Sie im Internet öffentlich über sich selbst preisgeben. Angaben wie Adresse (Wohnanschrift), Personalausweis- oder Kreditkartennummer sind tabu.
  • Legen Sie sich ein sicheres Passwort zu, das nicht so einfach von Dritten erraten werden kann. So bleiben Ihre E-Mails, Bilder und Co. privat. Hier finden Sie eine Anleitung dazu.
  • Nutzen Sie ein zweites E-Mail-Konto, um vertrauliche Angelegenheiten klar von Ihrem sonstigen E-Mail-Verkehr zu trennen.
  • Nehmen Sie sich vor Phishing-Mails in Acht und geben Sie nur auf offiziellen Seiten Ihre Daten an. Hier können Sie mehr zum Thema nachlesen.
  • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihre Online-Konten um Fremdzugriff auf persönliche Konten zu vermeiden.

Was können Betroffene tun?

Wenn Sie Opfer von Doxing geworden sind, dann lassen Sie den Täter nicht einfach davonkommen!
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei! Entweder, indem Sie auf der Polizeiwache vorstellig werden oder aber online. Oftmals handelt es sich um Tatbestände wie Beleidigung, Verleumdung oder sogar Bedrohung. Diese können geahndet und bestraft werden.
  • Forschen Sie eigenständig nach! Es wurden noch mehr Ihrer persönlichen Daten gegen Ihren Willen veröffentlicht? Dann erstellen Sie Screenshots davon. Diese können als Beweismittel eingesetzt werden.
  • Fordern Sie Plattformen zur Löschung der Informationen auf! In den sozialen Netzwerken können sowohl einzelne Beiträge als auch ganze Accounts gemeldet werden, wenn diese gegen die Richtlinien verstoßen. Diese werden dann überprüft und gelöscht.
  • Richten Sie Google Alerts zu bspw. Ihrem Namen oder Ihrer Adresse ein. Mit dieser Funktion erhalten Sie eine E-Mail-Benachrichtigung falls zu dem hinterlegten Begriff ein neues Ergebnis in der Google-Suche hinzugefügt wurde.
  • Holen Sie sich ggf. auch psychologische Unterstützung. Z. B. bei der Hilfsorganisation "Weisser Ring".
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Quellen:
https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/stalking-doxing/ Stand 16.02.2023
https://www.ionos.de/digitalguide/online-marketing/social-media/doxing/ Stand 16.02.2023
https://www.lka.polizei-nds.de/praevention/aktuellewarnmeldungen/doxing-sammeln-und-veroeffentlichen-privater-daten-114222.html Stand 16.02.2023

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