Ihr digitaler Nachlass – Vorsorge-Tipps

Wissen Sie eigentlich, dass Ihr E-Mail-Account und die Inhalte darin als "digitaler Nachlass" gelten? Seit einem wegweisenden Urteil des Bundesgerichtshofs vom Juli 2018 ist digitales Erbe mit allgemeinem, materiellem Erbe gleichgesetzt – gehört faktisch dazu. Es ist daher absolut sinnvoll, sich rechtzeitig auch mit diesem Teil der "Erbmasse" auseinanderzusetzen. Etwa, wenn es darum geht, wer Zugriff auf die Accounts erhalten und was mit den E-Mails geschehen soll.
Zugegeben: Es gibt schönere Dinge, als sich mit dem eigenen Testament und Nachlass zu beschäftigen. Eine aktuelle Studie von GMX und WEB.DE zeigt, wie ungern sich die Deutschen mit dem Thema beschäftigen. 76 Prozent der Befragten haben noch überhaupt keine Vorkehrungen für den virtuellen Nachlass getroffen.

Jedoch ist es unbestritten sinnvoll. Denn jeder von uns hinterlässt den Hinterbliebenen etwas – sei es ein materielles Andenken in Form eines Fotoalbums oder eben eine digitale Hinterlassenschaft in Form eines Cloud-Accounts mit tausenden von Foto-Erinnerungen. Wissen die Hinterbliebenen nichts von dessen Existenz, geht dieses Erbe eventuell verloren.

Gute Gründe, den Nachlass zu regeln

Ein weiteres, dringliches Argument, das für die Regelung des digitalen Nachlasses spricht: Durch Zugriff auf das Haupt-E-Mail-Postfach können die berechtigten Vertrauenspersonen schnell Rückschlüsse auf eventuell laufende Verträge oder noch nicht bezahlte Rechnungen ziehen. So können Sie schneller und besser die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Denn die Erben haben im Zweifelsfall nicht nur Vorteile, sondern auch Pflichten den Nachlass betreffend. Machen Sie es ihnen einfacher! Und so geht's:

Vorsorge-Tipps

  1. Verwenden Sie für Ihre wichtigsten Online-Zugänge nur eine E-Mail-Adresse. Wie eben bereits erwähnt können sich die von Ihnen autorisierten Personen so am schnellsten über Verträge, laufende zahlungspflichtige Mitgliedschaften & Co. informieren und diese kündigen, abbestellen etc..
  2. Listen Sie diese wichtige E-Mail-Adresse und alle wichtigen Online-Konten sowie die Login-Daten dazu in einem Dokument auf. Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (zum Beispiel für Ihren GMX Account), hinterlegen Sie auf der Liste unbedingt auch den zweiten Schlüssel.
  3. Legen Sie genau fest, welche Personen unter den Erben Zugriff auf diese Liste haben dürfen.
  4. Bei der Aufbewahrung der Liste kann ein Bankschließfach helfen. Die Vollmacht, in der die zugangsberechtigten Personen namentlich aufgeführt sind, hinterlegen Sie dann beispielsweise separat bei einem Notar oder einem Nachlassverwalter.
  5. Definieren Sie in der Vollmacht, wie mit Ihrem digitalen Erbe verfahren werden soll: Sollen die E-Mails im Postfach alle gelöscht werden, die Fotos in der GMX Cloud aber heruntergeladen werden dürfen? Wer genau erhält bestimmte Vertragsunterlagen in einem bestimmten E-Mail-Ordner? Oder was ist mit dem digitalen Tagebuch auf dem Smartphone? Vor allem bei einem größeren Personenkreis an Erben macht es Sinn, hier für klare Verhältnisse zu sorgen.

    Tipp: Auch auf Ihrem Mobilgerät befinden sich eventuell Dateien, Fotos oder Dokumente, die Sie ausgesuchten Personen gerne überlassen möchten. Dann hinterlegen Sie auch die PIN bzw. das Passwort zu Ihrem Mobilgerät in dem in Punkt 2 genannten Dokument.
     
  6. Bei GMX besteht die Möglichkeit, Ihren Erben Zugriff zu gewähren, sofern diese entsprechende Dokumente wie etwa den Erbschein vorlegen. Allerdings ist dies ja nur nötig, wenn Sie nicht schon eine entsprechende Vorsorge zu Ihrem E-Mail-Postfach getroffen haben.

Mehr aktuelle Informationen zum digitalen Erbe sowie die Umfrage zum digitalen Nachlass finden Sie im GMX Newsroom.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen zu diesem Thema behilflich sein? Dann freuen wir uns über Ihr Feedback!

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