Digitalen Nachlass regeln

Genauso wie Schmuck, Geld oder Aktien zählen auch Ihr E-Mail-Konto und andere Online-Zugänge zu Ihrem Erbe. Um die daraus resultierenden Fragen zu klären, finden Sie hier alle wichtigen Informationen und Tipps zu diesem Thema.
Sich mit dem eigenen Vermächtnis zu beschäftigen, ist gewiss keine leichte Angelegenheit. Dennoch ist es wichtig, sich darum zu kümmern – auch, was den digitalen Nachlass angeht. Denn aufgrund zunehmender Digitalisierung aller Lebensbereiche wird dieser Punkt immer wichtiger. Doch trotz dessen sorgt die Mehrheit der Deutschen diesbezüglich noch nicht vor, wie eine Studie zeigt.

Z. B. beim E-Mail-Postfach: Hier sammeln sich über die Jahre viele sensible Daten und Informationen über einen Menschen an. Sollte nicht klar geregelt werden, was damit geschieht?

Tipps zum Vorsorgen

Wenn auch Sie noch keine Vorkehrungen getroffen haben, sollten Sie besonders Folgendes beachten:

1. Nur eine Haupt-E-Mail-Adresse nutzen

Nutzen Sie nur eine E-Mail-Adresse für Ihre wichtigsten Online-Zugänge. So können befugte Personen beim Zugriff auf dieses Hauptpostfach schnell Rückschlüsse zu laufenden Verträgen oder zu unbezahlten Rechnungen erlangen.

2. Liste aller Online-Zugängen erstellen

Stellen Sie eine Liste mit Ihrer E-Mail-Adresse und allen wichtigen Online-Konten zusammen. Das sorgt schnell für einen guten Überblick. Hinweis: Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihr GMX Postfach, so hinterlegen Sie auch den zweiten Faktor in der Liste.
 
Tipp: Notieren Sie in der Liste auch die PIN bzw. das Passwort für Ihr Smartphone, wenn sich darauf ebenfalls Dateien, Fotos oder Dokumente befinden.

3. Vollmacht für Vertrauenspersonen

Stellen Sie sicher, dass nur bestimmte Vertrauenspersonen Zugriff auf diese Liste haben. Hier kann die Aufbewahrung der Liste samt Vollmacht bei einem Notar helfen. Oder Sie erteilen die Vollmacht testamentarisch und bewahren die Liste samt Zugangsdaten (Passwörter, Nutzernamen) separat in einem Bankschließfach auf.

4. Details festlegen

Beantworten Sie in Ihrer Vollmacht auch die Detail-Fragen wie z. B: Welche Daten sollen gelöscht, was genau soll vererbt werden? Was passiert mit Ihren Fotos im Online-Speicher? Wer soll welche Vertragsunterlagen erhalten? Was ist mit dem digitalen Tagebuch auf dem PC?

5. Zugriffsrechte regeln

Rein rechtlich erhält jede gesetzlich zum Erbe berechtigte Person auch Zugriff auf den digitalen Nachlass.

Möchten Sie den Kreis der Zugriffsberechtigten vielleicht eingrenzen oder andersherum: um enge Freunde erweitern? Dann legen Sie in Ihrem Testament genau fest, wer Zugriff auf Ihre Zugänge, Daten und Konten erhalten soll.
 
Gut zu wissen:

Anders als bei so manch anderem E-Mail-Anbieter haben Sie bei GMX die Möglichkeit, Ihren Erben Zugriff auf Ihr Postfach zu gewähren. Aber nur, sofern diese einen Erbschein bzw. entsprechende Dokumente vorlegen.

Wie ist die rechtliche Lage?

Seit 2018 ist das digitale Erbe offiziell Teil der gesamten Erbmasse – so entschied der Bundesgerichtshof. Profile auf Sozialen Netzwerken, Chat-Nachrichten, E-Mail-Konten und andere digitalen Daten gehen also an die Erbenden über. 

Das ist auch aus datenschutzrechtlicher Seite korrekt: Das im Dezember 2021 in Kraft getretene Telekommunikation-Telemedien-Datenschutzgesetz TTDSG bestätigt, dass sowohl die Datenschutzvorgaben als auch das Fernmeldegeheimnis dies zulassen.
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