Überzeugend düster: Das Wegwerfmädchen
Nach dem beinahe schon obligatorischen Erfolg des Münster-"Tatorts" konnte somit auch Maria Furtwängler als Kommissarin "Charlotte Lindholm" die 10-Millionen-Marke knacken. Woran aber lag es, dass sich insgesamt 10,67 Millionen Menschen für "Das Wegwerfmädchen" am Sonntagabend interessierten?
Zwangsprostitution erschreckend real dargestellt
Zwei Mädchen aus Weißrussland gewinnen einen "Modelwettbewerb", der Preis ist eine Reise nach Hannover. Ihr scheinbares Glück nimmt eine grausame Wendung: Eine Feier der High Society Hannovers stellt sich als geheime Sex-Party heraus. Die Mädchen werden in barocke Kleider gesteckt, unter Drogen gesetzt und einflussreichen Männern der Stadt als willige, weil willenlose Gespielinnen überlassen. Skrupellos werden zwei der jungen Mädchen anschließend in einem Müllauto entsorgt, nur eines der beiden Opfer überlebt.
Maria Furtwängler als Kommissarin muss sich fortan durch das korrupte Netz der Oberschicht und des Rotlichtmilieus kämpfen, um zu verhindern, dass noch mehr Mädchen grausam missbraucht und dann entsorgt werden. Mit dieser provozierenden Geschichte versucht der Tatort die Themen Zwangsprostitution und Frauenhandel aus Osteuropa anzuprangern. Dabei bedient sich der mehrfache "Tatort"-Drehbuchautor Stefan Dähnert zusätzlich einer überzeugend brutalen (Bild-)Sprache, um das Grauen möglichst begreifbar zu machen.
Gewagte Anspielungen im Hannover-"Tatort"?
"Das goldene Band" folgt demnächst als zweiter Teil des Doppel-"Tatorts", die kritischen Themen sollen darin noch weiter vertieft werden. Kritisch könnte es für den Krimi auf andere Weise werden, denn allzu leicht könnte man bei den Anspielungen auf Politiker, Chefärzte, Staatsanwälte und Immobilienhändler auf Idee kommen, dass hierbei reale Persönlichkeiten die Vorbilder waren.
Das weist Maria Furtwängler, die auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, allerdings im "Spiegel"-Interview zurück. Es sei lediglich darum gegangen, den Mechanismus an sich zu zeigen, der oft von selbstbewussten Männern ins Rollen gebracht werde.
Damit bewies der "Tatort" mal wieder, wozu er im besten Fall fähig ist: Sozialkritik, die auch noch gut beim Publikum ankommt. Bitte mehr davon.
168 Meinungen zu ""Tatort": Düster und erfolgreich"
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Mark22
Dienstag, 18.12.2012, 08:06 Uhr Dieser "Tatort" ist der Wirklichkeit nicht fern! Allerdings dient das Thema wohl nur der Unterhaltung. So weiß ich von einer Sexbande, die junge, unerfahrene Frauen - Jungfrauen darunter - in eine Falle lockt, von mehreren Männern ggf. stundenlang "bearbeiten" lässt, und sie dann, voller Selbsthass und innerlich gebrochen, als Prostituierte arbeiten lässt. Einige bringen sich um, andere werden gezielt geschwängert und unter dem Vorwand einer Abtreibung nach Nordafrika gebracht - und dort verkauft! Vermutlich werden einflussreiche Männer - etwa aus dem Behördenapparat - "bedient", damit die Bande freie Bahn hat. Anders ist nicht zu verstehen, dass diese Verbrecher sich überall frei bewegen können - auch in Westeuropa! Und eine TV-Dokumentation vor Jahren berichtete von einer Bulgarin, die unter einem Vorwand in die Türkei gelockt und in ein Bordell gebracht worden ist, wo sie, wie auch andere Frauen dort, als Gefangene gehalten wurde. Ihrem hartnäckigen Ehemann ist es schließlich gelungen, seine Frau frei zu bekommen. Wenn solche Zustände in der Türkei herrschen, sollte sich das Thema EU-Mitgliedschaft für dieses Land eigentlich erledigt haben, sollte man meinen. -
Einstein48
Montag, 17.12.2012, 17:23 Uhr Super Tatort!Nur das Gelaber bei Jauch von Alice Schwarzer war wieder mal Mist............! -
InesOldenburg
Montag, 17.12.2012, 15:53 Uhr vielleicht erkennen sich einige billige Frauen sich in diesem Tatort wieder ?! Tztztz das "Sex" immer im Vordergrund steht ? Na klar, hat man dann so eine Sendequote .... kein Porno, aber jede Menge Haut und Sex und man nennt es einfach in Tatort um ! Dreht lieber einen Tatort über Hunger der Armen und Verbrechen gegen Kinder der eigenen Mütter / Eltern. -
Pat59
Montag, 17.12.2012, 15:04 Uhr Wenn ich das schon lese krieg ich die Krise... Der "Tatort" am Sonntagabend über Zwangsprostitution fesselte so über zehn Millionen Menschen vor den Fernsehern. "Wegwerfmädchen" avancierte damit zum erfolgreichsten Lindholm-"Tatort". Wen wundert´s das so viele Menschen sich den Tatort angeschaut haben, es blieb ihnen ja nichts anderes übrig wenn man bedenkt was die Privaten für einen Schrott anbieten... :-( -
audib4
Montag, 17.12.2012, 10:38 Uhr Thema sehr gut, jedoch die Kommisarin Lindholm mit Ihrer Überheblichkeit und Arroganz gegenüber ihren Kollegen, sogar gegen ihren Chef, hat mich angek..........! -
bella11111
Donnerstag, 13.12.2012, 14:54 Uhr @bella11111@ von Boxster Seite 7 es gibt überall Amateure, sogar in Foren..... <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< Danke dass du mir recht gibst , bin gerne Amateur .... Aber dass DU dass auch von Lindholm denkst , aber so eine Amateuren ist sie ja nicht , Bekommt ja Geld , sie spielt halt wie eine Amateurin hihhihihi hahaha gesponsort von Burda ..
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