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10.12.2012, 14:35 Uhr

Überzeugend düster: Das Wegwerfmädchen

(soko) - Es war ein schockierendes Thema mit Bildern, die unter die Haut gingen: Der "Tatort" am Sonntagabend über Zwangsprostitution fesselte so über zehn Millionen Menschen vor den Fernsehern. "Wegwerfmädchen" avancierte damit zum erfolgreichsten Lindholm-"Tatort".

Nach dem beinahe schon obligatorischen Erfolg des Münster-"Tatorts" konnte somit auch Maria Furtwängler als Kommissarin "Charlotte Lindholm" die 10-Millionen-Marke knacken. Woran aber lag es, dass sich insgesamt 10,67 Millionen Menschen für "Das Wegwerfmädchen" am Sonntagabend interessierten?

Zwangsprostitution erschreckend real dargestellt

Zwei Mädchen aus Weißrussland gewinnen einen "Modelwettbewerb", der Preis ist eine Reise nach Hannover. Ihr scheinbares Glück nimmt eine grausame Wendung: Eine Feier der High Society Hannovers stellt sich als geheime Sex-Party heraus. Die Mädchen werden in barocke Kleider gesteckt, unter Drogen gesetzt und einflussreichen Männern der Stadt als willige, weil willenlose Gespielinnen überlassen. Skrupellos werden zwei der jungen Mädchen anschließend in einem Müllauto entsorgt, nur eines der beiden Opfer überlebt.

Tatort Münster Thiel und Boerne

Das Erfolgsgeheimnis der Münsteraner "Tatort"-Ermittler. >

Maria Furtwängler als Kommissarin muss sich fortan durch das korrupte Netz der Oberschicht und des Rotlichtmilieus kämpfen, um zu verhindern, dass noch mehr Mädchen grausam missbraucht und dann entsorgt werden. Mit dieser provozierenden Geschichte versucht der Tatort die Themen Zwangsprostitution und Frauenhandel aus Osteuropa anzuprangern. Dabei bedient sich der mehrfache "Tatort"-Drehbuchautor Stefan Dähnert zusätzlich einer überzeugend brutalen (Bild-)Sprache, um das Grauen möglichst begreifbar zu machen.

Gewagte Anspielungen im Hannover-"Tatort"?

"Das goldene Band" folgt demnächst als zweiter Teil des Doppel-"Tatorts", die kritischen Themen sollen darin noch weiter vertieft werden. Kritisch könnte es für den Krimi auf andere Weise werden, denn allzu leicht könnte man bei den Anspielungen auf Politiker, Chefärzte, Staatsanwälte und Immobilienhändler auf Idee kommen, dass hierbei reale Persönlichkeiten die Vorbilder waren.

Das weist Maria Furtwängler, die auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, allerdings im "Spiegel"-Interview zurück. Es sei lediglich darum gegangen, den Mechanismus an sich zu zeigen, der oft von selbstbewussten Männern ins Rollen gebracht werde.

Damit bewies der "Tatort" mal wieder, wozu er im besten Fall fähig ist: Sozialkritik, die auch noch gut beim Publikum ankommt. Bitte mehr davon.

Alle News vom: 10. Dezember 2012 Zur Übersicht: TV
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