Hamilton hat Angst: "Lance wird zurückschlagen"
"Man hört kaum etwas von Lance, aber diese Ruhe halte ich für trügerisch. Ich fürchte, er wird zurückschlagen", sagte Hamilton dem "Stern". Hamilton fürchtet auch persönlich eine Racheaktion Armstrongs, der ihn schon einmal in einem Steakhaus übel beschimpft hatte: "Ich habe Schlafstörungen und Alpträume, es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an Lance denke."
Zuletzt hatte der wegen Dopings auf Lebenszeit gesperrte Armstrong ein Foto von sich getwittert: Es zeigte den 40-Jährigen in unermesslicher Selbstzufriedenheit auf einem Sofa liegend. Er betrachtete die eingerahmten Gelben Trikots der Tour de France, die hell erleuchtet an der Wand hingen. Kurz zuvor waren Armstrong seine sieben Tour-Triumphe zwischen 1999 und 2005 vom Weltradsportverband UCI auf Druck der US-Anti-Doping-Behörde USADA aberkannt worden.
Hamilton war von 1999 bis 2001 Armstrongs wichtigster Helfer beim Team U.S. Postal und begleitete ihn bei drei der sieben Tour-Triumphe. Über Armstrongs momentane Verfassung sagte Hamilton, der Doping selbst nach langem Leugnen eingestand: "Ich glaube, er leidet fürchterlich. Lance ist ein sehr stolzer Mensch, er glaubte, wie Atlas die Weltkugel auf seinem Rücken tragen zu können. Und nun ist alles weg, der Ruhm, die Ehre. Auch viel Geld, es kommen ja Schadensersatzklagen auf ihn zu. Es wird Lance zerreißen, dass er kein Held mehr ist."
Die "Sunday Times" reichte vor Weihnachten Klage gegen Armstrong ein. Die Londoner Zeitung will von dem Multimillionär aus Austin 1,2 Millionen Dollar zurück, die das Blatt 2004 nach einem Verleumdungsprozess zahlen musste. Sie hatte dem Texaner Doping unterstellt. Das Gericht gab Armstrong ("Ich habe nie gedopt") damals recht.
Hamilton fürchtet den langen Arm des einstigen Seriensiegers, der in der Wahl der Waffen oft nicht fein zu sein scheint. "Ich bin aus Colorado weggezogen. Colorado ist zu nah an Texas, und Texas ist Armstrong-Country", sagte der geständige Doper dem "Stern". Bei einem früheren Prozess gegen Armstrong hatten dessen Anwälte in der Verhandlung bekanntgemacht, dass der Belastungszeuge und dreifache Toursieger Greg LeMond als Kind missbraucht worden war.
Schon in den Wochen vor seiner Aussage gegenüber staatlichen Ermittlern habe es Einschüchterungsversuche gegeben, sagte Hamilton: "Armstrongs Anwälte haben meine Anwälte kontaktiert und kostenlosen juristischen Schutz angeboten. Ich habe abgelehnt." Wenig später hätte "dauernd ein fremder Wagen vor meinem Haus mit zwei Männern drin" gestanden. "Meine Frau und ich wurden verfolgt, das Telefon funktionierte nicht mehr richtig, mein E-Mail-Postfach wurde gehackt. Ich fühlte mich wie in einem Thriller, bloß war dieser Thriller plötzlich mein Leben", sagte Hamilton.
Wegen nachgewiesenen Dopings hatte Armstrong alle Tourtitel, fast alle Sponsoren und seinen Sitz an der Spitze seiner Anti-Krebs-Stiftung "Livestrong" verloren. Nach der Aberkennung seiner Siege durch den Weltverband UCI am 22. Oktober hat sich der Texaner zur Sache nicht mehr geäußert.
45 Meinungen zu ""Lance wird zurückschlagen""
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oelauge18
Samstag, 12.01.2013, 16:57 Uhr Ihr habt alle gar keine Ahnung !!!!!!!!......aber ich auch nicht :-)))) -
auchmalwas
Mittwoch, 09.01.2013, 15:02 Uhr Was sind das für überflüssige Bazillen ... (die niemand braucht!) -
somito
Samstag, 05.01.2013, 16:17 Uhr Hallo Jochen Tiffe, wenn ich deine Äusserungen höre dann könnte ich echt hinkotzen. Jörg Jacksche hat deiner Meinung nach dann auch nicht gedopt oder was? Mittlerweile weiß jeder das bei der Tour das ganze Feld gedopt war. Es geht doch schon in den Vereinen der Amatuerklasse/Hobbyklasse los. Geh mal auf einen MTB Marathon und schau wieviel Fahrer Asthma haben. Bei MTB Marathons werden Lizens Fahrer des Dopings überführt, wie zum Beispiel ein Däne bei einem bekannten Rennen im Spessart. Was ist mit den ganzen Hobbyfahren die vorne mitfahren? Die kontrolliert keine Sau richtig..... den um so ein Rennen zu gewinnen brauch ich nicht mal eine Lizens....Ein Freibrief für Doping meiner Meinung nach. Das Problem der Renn Fahrer ist doch das sie es nicht gebacken bekommen wenn einer an Ihnen (oder ihrem Ego) vorbeifährt. Das ist doch schon bei den meisten Hobbyfahren so. Schu mal wieviel Rennrad Fahrer sich auf der Landstarße duellieren....Wenn ich im Rennen nicht mehr vorbeikomme dann nehm ich halt ein Mittel. Und glaub mir da gibt es soviele Sachen die man nehmen kann.... Ich selbst bin auch lange Zeit MTB Marathons gefahren, mit Leistungsdiagnostik usw. Bei großen Veranstaltungen war ich oft Top 10. Ich sage dir das die Leute in dieser Klasse schon Dopen. Das fängt bei Aspirin, Asthmaspray, Testosteron, usw an, und endet bei Epo. Überleg mal wieviel Epo verkauft wird, und wieviel davon in die Arzneimittel Industrie geht... Selbst wenn alle Profisportler Epo nehmen beliebt noch genug übrig für ehrgeizige Hobbyathlethen. Armstrong wird, wenn er schlau ist, die Leute der UCI und in den Verbänden mit hinhängen die Jahrelang davon wussten und es Gedulded haben bzw weggeschaut haben..... Meine Meinung zu fairem Profi Radsport: Gibt es nicht !! -
Tom69xx
Samstag, 05.01.2013, 15:05 Uhr Tyler Hamilton war kein Sprinter, sondern auch bei Bergetappen ein wichtiger Helfer von Armstrong. In der Gesamtwertung der Tour der France war er auch unter den besten 5 und beim Giro sogar auf dem Podest. Außerdem war er einer der besten Zeitfahrer. Der Begriff Lusche wird dem nicht gerecht. Und er war wie Armstrong systematisch gedopt. -
BeSchu3
Samstag, 05.01.2013, 14:19 Uhr @grauenvoll Und wo hast Du die Beweise her? Oder laberst Du nur irgendwelche halbgaren Sachen? Ich bin weiß Gott kein Armstrong-Fan, aber diese beutegierigen sogenannten Dopingjäger wie Franke und Konsorten finde ich nur zum Kotzen. -
BeSchu3
Samstag, 05.01.2013, 14:00 Uhr Ich formuliere es ganz drastisch: Hamilton ist ein A...loch! Ohne seine "Herr Lehrer ich weis was! - Aktion hätte sich doch kein Mensch mehr an diese Flitzpiepe erinnert. So ein trauriger Wicht!
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