Achtung "Money Muling" – Geldwäsche im Netz

Es sind "Menschen wie Du und ich", denen es passiert: Ohne es zu wissen, werden Sie von Kriminellen als Geldesel rekrutiert, um Geld aus dem kriminellen Milieu zu waschen. Wir zeigen, was es damit auf sich hat und wie Sie sich selbst schützen können. Das Üble an der Masche ist nämlich: Auch wer ahnungslos mitmacht, macht sich mitschuldig an der Geldwäsche.

"Money Muling" – was ist das?

Der Begriff des "Money Mules" (wörtlich übersetzt "Geld-Maultier") bezeichnet eine Person, die als mehr oder minder ahnungsloser Finanz-Agent schmutziges Geld ins Ausland transferiert und so dabei hilft, es zu "waschen" – also Geld illegaler Herkunft in ein offiziell registriertes Zahlungsmittel umzuwandeln.

Meist sind es gut organisierte Banden, die online Personen anwerben. Oft über dubiose Stellenangebote, aber auch ganz perfide über Verkaufsplattformen, bei denen die Zielperson erst einmal nichts ahnen kann. Aber auch direkt per E-Mail oder Messenger werden Money Mules angeworben.

Wie läuft "Money Muling" ab?

Bei Money Muling gibt es verschiedene Herangehensweisen:

Ganz offensiv läuft es über Stellenangebote mit dem Versprechen, schnell Geld zu machen – und das auch ohne berufliche Qualifikation oder Vorkenntnisse. Hierfür kopieren die Kriminellen oft Webseiten von echten, existierenden Firmen. Alles läuft scheinbar offiziell ab: Es werden Arbeitsverträge angefertigt und per E-Mail ausgehändigt.

Die neuen "Angestellten" bekommen dann Geld auf ihr privates Konto überwiesen, sollen es anschließend bar abheben und es per Postsendungen mit Hilfe eines Geldtransfer-Services (oder anderweitig) ins Ausland weiterleiten. Häufig ist auch eine Umwandlung in Kryptowährungen oder Bitcoins gewünscht. Entlohnt werden sie dann über eine gewisse Provision der Transaktionssumme.

Eher heimtückisch läuft die Anwerbung über das folgende Beispiel ab: Als ahnungsloser Bürger inseriert man einen Gegenstand auf einer Verkaufsplattform und wird kontaktiert. Allerdings nicht über das Kontaktformular/den Benachrichtigungsdienst der Plattform, sondern über einen anderen Nachrichtendienst mit anonymer E-Mail-Adresse.

In mehreren Nachrichten werden Fragen zum Angebot gestellt und ein skurril konstruiertes Anliegen formuliert: Z. B. soll der Gegenstand zwecks Umzug zu einem späteren Zeitpunkt in ein anderes Land versendet werden. Doch der Käufer möchte es jetzt schon erwerben und bittet jetzt schon um die Bankdaten des Verkäufers.

Dann erfolgt der Kauf, jedoch überweist der Käufer viel zu viel Geld. Anschließend bittet er per Nachricht darum, die zu viel bezahlte Differenz auf ein Konto, das im Ausland liegt, zu überweisen.

Wie schütze ich mich?

  • Seien Sie generell vorsichtig bei Stellenangeboten, die den schnellen Verdienst ohne Qualifikation oder Aufwand verheißen.
  • Leiten Sie Inserate/Job-Angebote direkt an die Polizei weiter, bei der es um die Übernahme von Geldtransfers geht.
  • Geben Sie Ihre Bankdaten niemals an Fremde weiter.
  • Heben Sie auf keinen Fall Geld zweifelhafter Herkunft von Ihrem Konto ab und leiten Sie es niemals weiter. Vor allem nicht an (dritte) Personen, die Sie nicht kennen.
  • Sollten Sie bereits auf Money Muling hereingefallen sein und haben Geld von den Betrügern auf Ihr Konto überwiesen bekommen: Melden Sie dies unverzüglich der Polizei. Bei einer Selbstanzeige muss in der Regel nämlich kein Bußgeld bezahlt werden. Wer das Ganze aber auf die leichte Schulter nimmt und erst über ein Ermittlungsverfahren ausfindig gemacht wird, muss mit ernsten Strafen rechnen.
  • Seien Sie auch bei Ihren Online-Verkäufen vorsichtig und lassen Sie lieber die Finger von Kaufangeboten, die Ihnen dubios erscheinen.
  • Machen Sie Ihr Umfeld auf das Problem "Money Mules" aufmerksam.

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