Noch immer sterben jedes Jahr 445.000 Menschen an der Infektion mit Malaria. Das sind mehr als 1.200 pro Tag. 2018 ist jedoch ein historisches Jahr: Erstmals wird eine Impfung gegen die Krankheit getestet. Viel Grund zum Feiern gibt es dennoch nicht.

Zusammen mit ihrer kleinen Tochter Davida Batu liegt Issata Sow (26) aus Sierra Leone unter einem Moskitonetz. Das Netz bietet der Mutter und ihrer vier Monate alten Tochter Schutz vor Malaria.

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Der Krankheits-Erreger wird von der sogenannten Anopheles-Mücke übertragen, die vor allem nachts zusticht und für Fieber, Schüttelfrost und Krämpfe sorgt. Besonders bei Kleinkindern kann die Krankheit rasch zu Koma und Tod führen.

Afrika am stärksten betroffen

Die meisten Malariafälle weltweit treten mit 90 Prozent in Afrika auf. Dort zählt Malaria zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren.

In Kenia, Ghana und Malawi wird in diesem Jahr erstmals eine Impfung gegen Malaria eingesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht jedoch am diesjährigen Welt-Malaria-Tag (25. April) keinen Grund zum Feiern.

Es fehle das Geld, um die Zahl der Fälle weltweit weiter zu drücken. "Anders als in den vergangenen zehn Jahren können wir dieses Mal zum Welt-Malaria-Tag keinen Fortschritt feiern", sagte Pedro Alonso, Leiter des WHO-Malaria-Programms, am Dienstag in Genf. "Wir sind sehr besorgt."

Geld für Versorgung fehlt

Der wichtigste Schutz bleibt ein Moskitonetz, das mit Insektiziden versetzt ist. Der Wirkstoff bleibt vier bis sechs Jahre in den Fasern erhalten.

In vielen afrikanischen Ländern gebe es jedoch nicht genügend Moskitonetze, und nicht alle Infizierten könnten behandelt werden. Dort erhielten 70 Prozent der Schwangeren nicht die empfohlenen Medikamente, um eine Ansteckung ihrer ungeborenen Kinder zu vermeiden.

Rückschritte in mehreren Ländern

Die WHO gab 2015 das Ziel aus, 5,5 Milliarden Dollar im Jahr im Kampf gegen Malaria einzusetzen. Es komme aber nur gut die Hälfte zusammen, so Alonso.

In mehreren Ländern seien Rückschritte zu verzeichnen, vor allem südlich der Sahara. Darunter sind Nigeria, der Kongo, Uganda, Tansania und Mosambik. Auch in Venezuela gebe es einen massiven Anstieg der Fälle, weil der Kampf gegen Malaria dort nachgelassen habe.

Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt UNICEF bei der Verteilung der Netze vor allem für Schwangere und junge Mütter – damit sie geschützt schlafen können. (mit Material der dpa)

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