Kinderarbeit raubt Kindern ihre Kindheit und zerstört ihre Zukunftschancen. Trotzdem müssen immer noch 152 Millionen Mädchen und Jungen – fast jedes zehnte Kind auf der Welt – arbeiten, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen. Fast die Hälfte von ihnen leidet unter Arbeitsbedingungen, die gefährlich oder ausbeuterisch sind.

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Anlässlich des "Welttags gegen Kinderarbeit" am 12. Juni ruft UNICEF Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen dazu auf, die Ursachen von Kinderarbeit wie extreme Armut, fehlende Bildungschancen und die Diskriminierung von Mädchen stärker zu bekämpfen.

Das furchtbare Schicksal des kleinen Chotus ist in Indien kein Einzelfall.

"Es reicht nicht, Kinderarbeit zu verurteilen und zu verbieten", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. "Um Kinder wirksam vor Ausbeutung zu schützen, müssen sich die Lebensbedingungen der betroffenen Kinder ändern: Erstens müssen Kinder, die gezwungen sind zu arbeiten, aus ihrer Lage befreit werden.

Zweitens sind mehr Investitionen in Bildung, aber auch in faire Arbeitsmöglichkeiten für Eltern sowie in Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme nötig. Neben den Regierungen tragen deshalb auch Unternehmen eine große gesellschaftliche Verantwortung, die über ein striktes Verbot von Kinderarbeit in ihrer globalen Lieferkette weit hinausgeht."

Welche Trends gibt es bei Kinderarbeit?

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der arbeitenden Kinder von 246 Millionen in 2000 auf 152 Millionen in 2016 zwar stark gesunken, aber der Rückgang ist in den letzten Jahren langsamer geworden.

Die meisten von Kinderarbeit betroffenen Jungen und Mädchen leben in Afrika (72 Millionen), gefolgt von Asien (62 Millionen). Über 70 Prozent der arbeitenden Mädchen und Jungen sind in der Landwirtschaft tätig.

Kinderarbeit ist sowohl Ursache als auch Folge von Armut, meist in Verbindung mit anderen Faktoren wie fehlender Bildung und sozialer Sicherheit. Bei Naturkatastrophen und Konflikten steigt die Gefahr, dass Kinder arbeiten müssen anstatt zur Schule zu gehen.

Was ist Kinderarbeit?

Kinderarbeit ist laut Definition Arbeiten, für die Kinder zu jung sind oder die gefährlich oder ausbeuterisch ist, die körperliche oder seelische Entwicklung schädigt oder die Kinder vom Schulbesuch abhalten. Sie beraubt Kinder ihrer Kindheit und verstößt gegen die weltweit gültigen Kinderrechte.

UNICEF erstellt zum ersten Mal globale Analyse über Frühehen bei Jungen.

Zu den "schlimmsten Formen der Kinderarbeit" zählen die Vereinten Nationen Sklaverei, Zwangsarbeit, Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten wie den Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere sowie andere Formen der Arbeit, die die Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährden können.

Fast alle Staaten der Welt haben sich auf das Ziel geeinigt, jegliche Form der Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen.

Welche Ansätze wirken gegen Kinderarbeit?

Für UNICEF ist die Bekämpfung von Kinderarbeit Teil eines umfassenden Kinderschutz-Ansatzes, denn jedes Kind hat ein Recht darauf, frei von Gewalt und Ausbeutung aufzuwachsen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt sich UNICEF für verbesserte Gesetze ein sowie für einen Wandel von Traditionen und Verhaltensweisen.

Darüber hinaus unterstützt UNICEF in vielen Ländern gezielte Programme zur Prävention von Kinderarbeit, zum Beispiel durch besseren Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Unterstützung für besonders arme Familien.

United Internet for UNICEF setzt sich gemeinsam mit UNICEF dafür ein, dass Kinderarbeit reduziert wird und der Schulbesuch für alle Kinder möglich ist.

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Zeigt her eure Füße!

Barfuß – das klingt romantisch, aufregend und auch ein bisschen nach Urlaub. Für viele Kinder bedeutet es jedoch etwas ganz anderes: Entbehrung, Verzweiflung, Kälte und vor allem Verletzlichkeit. In vielen Regionen dieser Erde bekommen Kinder nicht den Schutz, der ihnen zusteht. Ihr Recht auf Spiel und Freizeit, auf Bildung und auf Gesundheit versumpft nur allzu oft im Matsch, versackt im Schnee, wird überdeckt von Staub oder verschwindet unter Geröll oder gar in Schutt und Asche.