Vor dem ersten Weltgipfel für humanitäre Hilfe in Istanbul fordert das UN-Kinderhilfswerk ausdrücklich den Schutz von Schulen und Krankenhäusern.

Jeden Tag werden heute laut UNICEF vier Schulen oder Krankenhäuser durch bewaffnete Streitkräfte oder Gruppen angegriffen. Dies ergab eine Auswertung des Berichts des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für Kinder in bewaffneten Konflikten.

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Erst kürzlich waren Schulen in Jemen bombardiert worden. Im syrischen Aleppo starben am 27. April beim Beschuss eines Krankenhauses 50 Menschen, darunter einer der wenigen in der Stadt verbliebenen Kinderärzte.

Anlässlich des ersten Weltgipfels für humanitäre Hilfe in Istanbul ruft UNICEF zum Schutz ziviler Einrichtungen in Krisengebieten auf.

"Es ist barbarisch, Kinder in Konflikte und Kriege miteinzubeziehen. Ausgerechnet dort, wo sie sich sicher fühlen sollten, werden unschuldige Jungen und Mädchen getötet oder verwundet", sagt Tessa Page, Vorstandsvorsitzende der Stiftung United Internet for UNICEF. "Im Rahmen des Völkerrechts gibt es klare Regeln - diese werden ignoriert. Es muss aufhören, Kinder müssen um jeden Preis geschützt werden."

Schwere Verletzungen der Kinderrechte

Solche Kriegshandlungen zählen zu den sechs schweren Verletzungen der Kinderrechte, die der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen regelmäßig behandelt. Allein 2014 wurden insgesamt 1.500 Angriffe oder die militärische Nutzung von Schulen und Krankenhäusern dokumentiert.

  • In Afghanistan wurden 163 Schulen und 38 Gesundheitseinrichtungen angegriffen.
  • In Syrien wurden 60 Angriffe auf Schulen dokumentiert sowie 9 Fälle, in denen Schulen durch das Militär genutzt wurden. Weiter wurden 28 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen gezählt.
  • In Jemen wurden 92 Schulen durch Streitkräfte und Gruppen für militärische Zwecke genutzt.
  • In Südsudan gab es sieben Vorfälle, bei denen Schulen beschossen wurden. 60-mal wurde die Nutzung von Schulen für militärische Zwecke dokumentiert.
  • In den palästinensischen Autonomiegebieten wurden 543 Bildungseinrichtungen beschädigt oder zerstört; 3 Angriffe auf israelische Schulen wurden dokumentiert.
  • Zwischen 2012 und 2014 wurden im Nordosten Nigerias nach Angaben der Behörden 338 Schulen zerstört oder beschädigt.

Mehrfach-Schläge auf Gesundheitseinrichtungen

Die Vereinten Nationen haben im vergangenen Jahr auch Mehrfach-Schläge auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert. Dabei folgte auf die erste eine zweite oder sogar dritte Angriffswelle, bei der Zivilisten und herbeieilende Nothelfer beschossen wurden.

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Aus Syrien werden zusätzlich Vorfälle dokumentiert, bei denen Medikamente und medizinisches Gerät aus Hilfskonvois entfernt wurden, Ambulanzfahrzeuge nur eingeschränkt fahren durften und medizinisches Personal getötet wurde.

Die Folge ist, dass der Zugang von Zivilisten zu lebensnotwendiger medizinischer Hilfe täglich schlechter wird. In Ländern wie Nigeria oder Südsudan werden Kinder aus der Schule entführt, andere werden vergewaltigt oder als Soldaten rekrutiert.

Der erste Weltgipfel für Humanitäre Hilfe (World Humanitarian Summit) findet vom 23. bis 24. Mai 2016 in Istanbul statt. Im Mittelpunkt des Treffens von Regierungen, Hilfsorganisationen und Experten der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit steht die Suche nach wirksamen Antworten auf die große Zahl humanitärer Krisen. Aus Deutschland hat u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Teilnahme zugesagt. (UNICEF/ kst)