Flutkatastrophe in Indien, Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, Krieg im Jemen ... Humanitäre Hilfsgüter müssen weltweit jederzeit und meistens schnell zur Verfügung stehen. So meistert UNICEF die logistische und planerische Herausforderung.

Die Einsatz- und Aufgabengebiete von UNICEF sind vielfältig, anspruchsvoll und komplex. Die Nothilfe erfordert eine reibungslose Umsetzung, um möglichst vielen Kindern und Familien das Überleben zu sichern. Hilfsgüter müssen daher schnell zur Verfügung stehen und selbst in entlegendste Gebiete transportiert werden können.

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3,46 Milliarden Dollar – das ist der Gegenwert der Hilfsgüter, die UNICEF im letzten Jahr weltweit für Kinder und Familien in Not bereitgestellt hat. Von Impfstoffen über Wasserpumpen und Nahrungsmittel bis hin zu Spielzeug und Schulequipment. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen liefert diese Waren in 150 Länder.

Welche Hilfsgüter verteilt UNICEF?

UNICEF beliefert Länder und Krisenregionen weltweit. Vor allem fünf Hilfsgüter stehen dabei im Vordergrund:

  • Impfstoffe
  • Spezialnahrung
  • Arzneimittel
  • Wasser und Hygieneprodukte
  • Schul- und Spielsachen

Ein Steckenpferd der Hilfsorganisation ist dabei wirkungsvolle, therapeutische Spezialnahrung. Erdnusspaste hat die Behandlung von mangelernährten Kindern revolutioniert. 2017 verteilte UNICEF über 52 Tonnen Erdnusspaste - ein trauriger Rekord.

Die Spezialnahrung wurde insbesondere dafür verwendet, um mangelernährte Kinder am Horn von Afrika, im Südsudan oder im Jemen zu versorgen. Dabei setzt das Kinderhilfswerk immer mehr auf die lokale Produktion der Erdnusspaste.

Die UNICEF-Karte gibt einen Überblick über die Kriegs- und Krisengebiete mit dem größten Nothilfebedarf im Jahr 2017.

2017 wurde ein großer Anteil der Hilfsgüter in 61 Länder und Regionen in akuten Notsituationen gebracht. Ganze 553 Millionen Dollar flossen in Hilfspakte für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten.

Grundvoraussetzung für einen möglichst reibungslosen Ablauf ist ein weltweit vernetztes Team, das die Bedürfnisse und Situation der Einsatzländer kennt. Dafür arbeitet UNICEF oft mit Partnern und Organisationen vor Ort, um von der lokalen Expertise zu profitieren.

Wo kommen die Hilfsgüter her?

Das weltweit größte humanitäre Warenlager von UNICEF steht in Kopenhagen. Ein Grund für die Wahl dieses Standorts: der internationale Containerverkehr. Von der dänischen Hauptstadt aus packt und verschickt UNICEF Hilfspakete in verschiedene Länder.

Das Warenlager ist immer für einen humanitären Notfall gewappnet. Jederzeit können bis zu 10.000 Menschen für drei Monate mit überlebenswichtigen Hilfsgütern versorgt werden.

Trotz der Größe werden lediglich fünf Prozent der weltweit bereitgestellten Hilfsgüter direkt über Kopenhagen abgewickelt. Das hat mehrere Gründe: Zulieferer liefern direkt in das Krisengebiet, Hilfsgüter werden lokal produziert und versandt oder kommen aus einem der drei anderen großen Warenlager von UNICEF, die geografisch näher am Krisengebiet liegen. Diese stehen in Panama, Shanghai und Dubai.

Woher weiß UNICEF, in welchem Land welche Hilfsgüter benötigt werden?

Bevor Hilfsgüter verschickt werden, meldet das betroffene Land oder die Region, die in einer Notsituation ist, ihren Bedarf. Denn die Kollegen vor Ort wissen am besten, wie viele Kinder und Familien welche Form der Hilfe brauchen.

Gleichzeitig wird geprüft, welche Hilfsgüter lokal beschafft werden können. Nach Möglichkeit fördert UNICEF die regionalen Zulieferer, um die Wirtschaft vor Ort nachhaltig zu stärken und nicht zu sehr von externer Hilfe abhängig zu machen.

Als Nächstes folgt die Budgetierung und Planung. Auch wie dringlich eine Lieferung benötigt wird, meldet das jeweilige Länderbüro dem Warenlager in Kopenhagen.

Hohe Reaktionsfähigkeit und Kommunikation, präziser Wareneinkauf und starkes Logistikwissen sowie weltweit agile und vernetzte Mitarbeiter sind essenziell für nachhaltige humanitäre Hilfe.

(Der Text in der Originalversion erschien zuerst auf unicef.de von Katharina Kesper)
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Jemens Lebensader im Visier

Der Angriff auf den zentralen Hafen im Jemen hat begonnen. Die Hafenstadt Hudaida ist die Lebensader des Landes. 70 bis 80 Prozent aller Hilfsgüter und Lebensmittel erreichen die 22 Millionen Menschen über dieses Nadelöhr.