Ein Jahr nachdem der Wirbelsturm Idai in Mosambik schwere Überschwemmungen verursacht hatte, benötigen dort 2,5 Millionen Menschen – fast die Hälfte davon Kinder – weiter dringend humanitäre Hilfe. In Folge des Klimawandels rechnet UNICEF mit einer Zunahme schwerer Naturkatastrophen in Mosambik und versucht die Widerstandskraft der Gemeinden zu stärken.

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Der Zyklon Idai traf Mitte März 2019 die Hafenstadt Beira und setzte weite Landesteile unter Wasser, darunter auch landwirtschaftliche Flächen. 600 Menschen starben und zehntausende Familien verloren ihr Zuhause. Sechs Wochen später traf ein weiterer Zyklon, Kenneth, die nördlichen Provinzen, während der Süden des Landes gleichzeitig eine schwere Dürre erlebte.

Mangelernährung ist ein großes Problem

All diese Erschütterungen haben die Reserven von hunderttausenden Familien erschöpft und ihre Lebensgrundlagen zerstört. Schätzungen zufolge haben mindestens 1,6 Millionen Menschen im Land nicht genug zu essen. Mehr als 3.000 Kinder unter fünf Jahren sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in akuter Gefahr ist.

"UNICEF und andere Hilfsorganisationen bereiten sich darauf vor, dass extreme Wetterereignisse in Mosambik immer häufiger und mit zunehmender Heftigkeit auftreten werden", sagte Katarina Johansson, Leiterin von UNICEF in Mosambik. "Bei den Wiederaufbauarbeiten steht für uns klar im Fokus, die betroffene Bevölkerung widerstandsfähiger gegen künftige Naturkatastrophen zu machen."

In Mosambik leben mehr als 46 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die große Armut erschwert es Familien, ihre Lebensgrundlagen aus eigener Kraft aufzubauen und jedes Jahr mit neuen und stärker werdenden Naturkatastrophen umzugehen.

Das leistet UNICEF gemeinsam mit seinen Partnern in Mosambik nach den Wirbelstürmen:

  • Mehr als 1.700 mobile Gesundheitshelfer versorgen Kinder in den entlegensten Gebieten mit Medikamenten und Hygieneartikeln.
  • Knapp 653.000 Kinder unter fünf Jahren wurden auf schwere akute Mangelernährung untersucht und Tausende von Leben durch geeignete medizinische Behandlung und therapeutische Nahrung gerettet.
  • 1.000 Kinder mit Behinderungen erhalten psychosoziale Unterstützung und nehmen an Rehabilitationsprogrammen in ihren Gemeinden teil.
  • Mehr als eine Million Menschen wurden nach den Naturkatastrophen gegen Cholera geimpft.
  • An vielen Orten wurden Wasserversorgungssysteme von UNICEF und seinen Partnern wieder instand gesetzt. 507 verunreinigte Wasserstellen wurden saniert und 80 neue Wasserstellen gebaut. Rund 650.000 Sets zur Wasseraufbereitung wurden verteilt und 185.000 Latrinen wurden gebaut, um Familien und Kinder vor Krankheiten zu schützen.
  • UNICEF hat außerdem Wasser-, Sanitär- und Hygieneeinrichtungen für über 61.000 Menschen in 34 Umsiedlungsgebieten eingerichtet.
  • Kurz nach dem Zyklon hat UNICEF Notschulen errichtet und ausgestattet. Schulen und Gesundheitszentren werden so wiederaufgebaut, dass sie zukünftig Überschwemmungen und Stürmen besser standhalten können.

United Internet for UNICEF hat die Nothilfe in Mosambik mit über 1,2 Millionen Euro unterstützt. Die Stiftung ist die erste Organisation gewesen, deren Spenden UNICEF in Mosambik erreichten.

Die Folgen von Zyklon Idai und Kenneth

Tessa Page, Vorstandsvorsitzende von United Internet for UNICEF, und Vorstand Thomas Rebbe waren gemeinsam in Mosambik in den Katastrophengebiete Beira, Pemba und Ibo. Wir wollten uns ein Bild von der jetzigen Lage verschaffen und sicherstellen, dass Ihre Spenden für UNICEF ganze Arbeit geleistet haben. In unserem ersten Teil des Tagesbuchs fahren wir in den Quissanga-Distrikt in das Siedlungs-Camp Tara-Tara. 147 Familien bauen sich hier ein neues Leben auf. Von der Regierung wurden sie aus tiefergelegenen, überschwemmungsgefährdeten Gebieten hierhin umgesiedelt. © UNICEF