Am Freitag ging die 22. UN-Klimakonferenz in Marrakesch zu Ende, die an die Ergebnisse des Pariser Klimaabkommens anknüpfen und nach Antworten auf die Folgen des Klimawandels suchen sollte. Im Rahmen der Konferenz hat UNICEF die Studie "Clean the Air for Children" veröffentlicht und Maßnahmen zum Schutz von Kindern gefordert. Ihre Ergebnisse sind erschreckend.

Der Report zeigt, dass zwei Milliarden Kinder in Gebieten leben, in denen die Luftverschmutzung höher ist als es die internationalen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlauben. Jedes siebte Kind ist sogar Verunreinigungen ausgesetzt, die diese Werte um ein Sechsfaches überschreiten.

Mit einer Verpflichtung zur Reduzierung der Luftverschmutzung können die Regierungen zum Überleben von Millionen Kindern beitragen.

Jedes Jahr sterben bis zu 1 Million Kinder an den Folgen einer Lungenentzündung.

Bei Kindern unter fünf Jahren ist Lungenentzündung die Haupttodesursache mit mehr Todesfällen als Malaria, Tuberkulose, Masern und AIDS zusammen. Davon werden ungefähr 500.000 Entzündungen durch verschmutzte Luft verursacht. Dieser sind Kinder zum einen im Haus ausgesetzt, da beispielsweise das Kochen mit Holz und Kohle das Atmen erschwert. Zum anderen trägt die immense Verunreinigung außerhalb der Wohnung zu schwerwiegenden Krankheiten bei.

Gründe dafür sind unter anderen Fahrzeugabgase, Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Abfallverbrennung. Neben Lungenentzündungen sind auch Schäden am Gehirn mögliche Folgen. Am stärksten sind Regionen in Südasien, Afrika sowie Ostasien/Pazifik von der Problematik betroffen.

Luftverschmutzung bedroht Kinder auf der ganzen Welt

Zwei Milliarden Kinder leben in Gebieten, in denen die Luftverschmutzung höher ist als es die internationalen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlauben. © YouTube

UNICEF schrieb zu diesem Thema in einer Pressemitteilung Ende Oktober: "Kinder reagieren empfindlicher auf Luftverschmutzung als Erwachsene, weil sich die Lunge, das Gehirn und das Immunsystem noch im Wachstum befinden und die Atemwege durchdringlicher sind. Kinder atmen auch schneller als Erwachsene, wodurch sie in Relation auf ihr Körpergewicht mehr Luft einatmen. Die am meisten benachteiligten Kinder, die ohnehin schon häufiger unter Gesundheitsproblemen und mangelhafter Gesundheitsversorgung leiden, sind am stärksten von Krankheiten durch Luftverschmutzung ausgesetzt."

Das Engagement für den Klimaschutz der Vereinten Nationen wird durch die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt. Saubere Luft für gesundes Durchatmen ist ein Recht, das jedem Kind auf der Welt gewährt werden muss.