Digitaler Fußabdruck: So findest du Fotos und Infos über dich im Netz

Willst du wissen, was im Netz über dich steht, such am besten selbst nach dir. Wir zeigen dir, wie du deinen digitalen Fußabdruck prüfst, Bilder von dir im Internet findest und unerwünschte Einträge löschen lässt.
Werkstudent Kieran
 Von Kieran – Lesedauer 5 Min.



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Deinen digitalen Fußabdruck prüfst du am besten, indem du dich selbst googelst:

Suche nach deinem Namen in Anführungszeichen, ergänze Wohnort oder Beruf und finde mit einer Bilder-Rückwärtssuche heraus, wo Fotos von dir auftauchen. Unerwünschte Einträge kannst du oft selbst löschen oder beim Betreiber und bei Google entfernen lassen.

Was ist ein digitaler Fußabdruck?

Der digitale Fußabdruck ist die Summe aller Datenspuren, die du im Internet hinterlässt. Einzeln wirken diese Informationen oft harmlos. Zusammen ergeben sie aber schnell ein genaues Bild davon, wo du wohnst, was du arbeitest und wofür du dich interessierst. Man unterscheidet zwei Arten:

  • Aktiver digitaler Fußabdruck: Daten, die du bewusst veröffentlichst, etwa Posts, Kommentare, Bewertungen, Profile oder Fotos.
  • Passiver digitaler Fußabdruck: Daten, die beim Surfen nebenbei entstehen, zum Beispiel über Cookies, deine IP-Adresse oder Standortdaten von Apps.

Dazu kommt alles, was andere über dich veröffentlichen, etwa ein Gruppenfoto mit deinem Namen oder ein Bericht über deinen Sportverein.

Smartphone liegt auf einem Holztisch neben einem Notizbuch und einem Stift. Auf dem Display sind leuchtende Fußabdrücke zu sehen, die den digitalen Fußabdruck und die persönlichen Datenspuren im Internet symbolisieren.
Digitaler Fußabdruck: Welche Spuren hinterlassen wir im Internet?

Warum du deinen digitalen Fußabdruck kennen solltest

Was öffentlich ist, kann jeder sehen: potenzielle Arbeitgeber und neue Bekannte, aber auch Betrüger. Mit genug Details lassen sich zum Beispiel Phishing-Mails schreiben, die genau auf dich zugeschnitten sind. Im schlimmsten Fall nutzen Stalker frei verfügbare Infos wie deine Adresse oder deinen Arbeitsplatz.

Auch eigene Beiträge können dir später schaden. Ein peinliches Partyfoto oder ein wütender Kommentar ist schnell gepostet, aber kaum wieder einzufangen. Hasskommentare können sogar strafrechtliche Folgen haben.

Sich selbst googeln: So prüfst du deinen digitalen Fußabdruck

Starte mit einer Suche nach deinem Namen, so wie es ein Arbeitgeber oder eine neue Bekanntschaft tun würde:

  1. Name in Anführungszeichen: Suche nach "Vorname Nachname". Dann zeigt die Suchmaschine nur Treffer, in denen beide Namen direkt nebeneinanderstehen. Bei häufigen Namen ergänzt du Wohnort, Arbeitgeber oder Verein.
  2. Varianten testen: Suche auch nach Spitznamen, früheren Nachnamen, Benutzernamen und deiner E-Mail-Adresse.
  3. Andere Suchmaschinen nutzen: Bing oder DuckDuckGo liefern teils andere Ergebnisse als Google.
  4. Personensuchmaschinen prüfen: Dienste wie Yasni bündeln Informationen aus verschiedenen Quellen zu einem Profil.
  5. Google Alert einrichten: Mit Google Alerts bekommst du eine Mail, sobald neue Treffer zu deinem Namen auftauchen.

Ob deine Zugangsdaten in einem Datenleck aufgetaucht sind, zeigt die Namenssuche nicht. Wie du deine E-Mail-Adresse auf Datenlecks prüfst, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Fotos von dir im Internet finden

Bilder lassen sich schwerer aufspüren als Texte, denn oft steht kein Name dabei. Zwei Wege helfen:

  • Bildersuche mit Stichworten: Suche in der Bildersuche von Google oder Bing nach deinem Namen, kombiniert mit Wohnort, Verein oder Veranstaltungen, an denen du teilgenommen hast.
  • Bilder-Rückwärtssuche: Mit Google Lens oder TinEye lädst du ein Foto hoch und findest Websites, die genau dieses Bild verwenden. So erkennst du zum Beispiel, ob jemand dein Profilbild für ein Fake-Profil nutzt.
Wichtig! Lade Fotos von dir nur bei Diensten hoch, denen du vertraust, und prüfe vorher, was der Anbieter mit deinem Bild macht. Manche Dienste verlangen zudem Geld für die Ergebnisse.

Was tun, wenn andere etwas über dich veröffentlichen?

Grundsätzlich gilt das Recht am eigenen Bild: Fotos, auf denen du erkennbar bist, dürfen laut § 22 Kunsturhebergesetz nur mit deiner Einwilligung verbreitet werden. Ausnahmen gibt es etwa für Bilder von Versammlungen oder wenn du nur zufällig im Hintergrund zu sehen bist. So gehst du vor:

  1. Person direkt ansprechen: Oft reicht eine freundliche Bitte, ein Foto oder einen Beitrag zu löschen.
  2. Inhalt bei der Plattform melden: Soziale Netzwerke haben eigene Meldefunktionen für Fotos und persönliche Daten.
  3. Betreiber der Website kontaktieren: Die Kontaktdaten findest du im Impressum.

Digitalen Fußabdruck löschen lassen: Das Recht auf Vergessenwerden

Nach Artikel 17 DSGVO kannst du von Unternehmen und Website-Betreibern verlangen, personenbezogene Daten über dich zu löschen, etwa wenn sie nicht mehr nötig sind oder du deine Einwilligung widerrufst. Ausnahmen gelten unter anderem für die Meinungs- und Informationsfreiheit.

Lässt sich ein Inhalt nicht an der Quelle löschen, kannst du bei Google beantragen, dass er nicht mehr in den Suchergebnissen zu deinem Namen erscheint. Für Telefonnummer, Adresse und E-Mail-Adresse gibt es außerdem das Google-Tool "Suchergebnisse über dich".

Digitalen Fußabdruck reduzieren: So behältst du die Kontrolle

  • Privatsphäre-Einstellungen prüfen: Leg in sozialen Netzwerken fest, wer deine Beiträge, Fotos und Kontaktdaten sehen darf und ob andere dich markieren dürfen.
  • Datensparsam bleiben: Gib bei Anmeldungen nur Pflichtangaben an und überleg vor jedem Post, ob er auch in ein paar Jahren noch zu dir passt.
  • Cookies ablehnen: Lehne Cookies ab, die für den Betrieb Website nicht nötig sind.
  • Alte Konten löschen: Profile, die du nicht mehr nutzt, sind unnötige Datenquellen. Wie das zum Beispiel geht, zeigt unser Ratgeber Facebook-Konto löschen.
  • Konten absichern: Schütze deine Zugänge mit einem sicheren Passwort und der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wird ein Konto gehackt, können Fremde in deinem Namen posten.
  • Keine Konten teilen: Nutzt jemand anderes deinen Account mit, hinterlässt er Spuren in deinem Namen.
  • Regelmäßig nachsehen: Wiederhole die Suche nach dir selbst alle paar Monate.

FAQ: Häufige Fragen zum digitalen Fußabdruck

1. Was ist ein digitaler Fußabdruck?
Der digitale Fußabdruck ist die Summe aller Datenspuren, die du im Internet hinterlässt. Dazu gehören Inhalte, die du selbst veröffentlichst, Daten, die beim Surfen nebenbei entstehen, und Informationen, die andere über dich teilen.

2. Kann man seinen digitalen Fußabdruck löschen?
Ganz löschen lässt er sich nicht, aber du kannst ihn deutlich verkleinern. Lösche alte Konten und Beiträge, bitte Website-Betreiber um Löschung und beantrage bei Google, dass Treffer zu deinem Namen entfernt werden.

3. Wie finde ich Bilder von mir im Internet?
Suche in der Bildersuche nach deinem Namen, kombiniert mit Wohnort oder Verein. Mit einer Bilder-Rückwärtssuche wie Google Lens oder TinEye findest du außerdem Websites, die ein bestimmtes Foto von dir verwenden.

4. Sollte man sich selbst googeln?
Ja. Wer regelmäßig nach sich selbst sucht, sieht, was Arbeitgeber, Bekannte oder Betrüger finden können, und kann unerwünschte Einträge frühzeitig löschen lassen.

5. Was ist das Recht auf Vergessenwerden?
Das Recht auf Vergessenwerden aus Artikel 17 DSGVO erlaubt dir, die Löschung personenbezogener Daten zu verlangen, etwa wenn sie nicht mehr nötig sind. Unter bestimmten Voraussetzungen muss auch Google Treffer zu deinem Namen aus den Suchergebnissen entfernen.
 
Dieser Artikel erschien erstmalig am 30.10.2024 und wurde am 21.10.2026 überarbeitet.

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