Die Coronavirus-Pandemie bedroht nach einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR die Zukunftschancen von Millionen minderjährigen Flüchtlingen. Vor allem geflüchtete Mädchen trifft die Situation laut UNHCR hart.

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Der Ausfall der Schulen und die Not ihrer Familien könnten ihnen den Bildungsweg aus der Armut für immer abschneiden, warnte das UNHCR am Donnerstag (3.9.) in Genf. "Nach allem, was sie durchgemacht haben, können wir ihnen jetzt nicht auch noch dadurch, dass sie nicht mehr zur Schule gehen können, die Zukunft rauben", sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi.

Er appellierte an die Regierungen, Flüchtlinge und Aufnahmeländer stärker zu unterstützen. Das UNHCR stellte die deutsche DAFI-Initiative für Stipendien als gutes Beispiel heraus. Sie hat seit 1992 mehr als 15 500 Geflüchteten ein Studium ermöglicht.

COVID-19 entzieht Familien ihre Lebensgrundlage

Das UNHCR hat für 2019 Daten aus zwölf Ländern ausgewertet, die besonders viele geflüchtete Minderjährige und deren Familien aufgenommen haben - darunter Jordanien, Pakistan, die Türkei und Uganda. Dort gingen 77 Prozent der geflüchteten Kinder in die Grundschule und 31 Prozent in eine weiterführende Schule. Das ist laut UNHCR eine leichte Verbesserung. Weil die Erhebungsmethoden geändert wurden, seien direkte Vergleiche zu Vorjahren nicht möglich.

Dem Hilfswerk zufolge drohen Fortschritte aber zunichte gemacht zu werden. Viele Familien hätten wegen der Corona-Einschränkungen und Wirtschaftseinbrüche ihre Lebensgrundlage verloren. Sie könnten sich Schulmaterial und -uniformen nicht mehr leisten und sähen sich gezwungen, ihre Kinder zur Arbeit anstatt in die Schule zu schicken.

Mädchen sind durch Schulausfall besonders betroffen

Vor allem geflüchtete Mädchen trifft die Situation laut UNHCR hart: Man rechne damit, dass die Hälfte derjenigen, die vor der Corona-Krise in einem der betrachteten Länder eine weiterführende Schule besuchten, diese abbrechen müssen.

Das UNHCR arbeitet mit Regierungen und Partnerorganisationen daran, Lernprogramme per Fernsehen, Radio oder online bereitzustellen, und unterstützt Lehrerinnen und Lehrer.  © dpa

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