Achtung "Hoax"!

Vielleicht kennen Sie solche Nachrichten: "Bill Gates verschenkt sein Vermögen." oder "In Ihrer Festplatte steckt ein Virus." oder "Wundermittel gegen Corona – Sie haben es daheim!". Bei solchen Mitteilungen handelt es sich um sogenannte "Hoaxes". Meist sind es Kettenbriefe, die dazu auffordern, die Nachricht bzw. Warnung an alle weiterzuleiten...

Was versteht man unter dem Begriff "Hoax"?

Das Wort "Hoax" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Scherz, Witz" oder auch "Falschmeldung". Beim Versand von Hoaxes werden also mit Absicht Falschnachrichten im Internet verbreitet. Am häufigsten werden diese via Facebook oder WhatsApp in Umlauf gebracht, aber ebenso auch per E-Mail.

Das Ziel von Hoaxes ist es, so viele Menschen wie möglich zu schockieren, zu verwirren und dabei Unruhe zu stiften.

Im Folgenden sind typische Hoaxes zu sehen, die in den letzten Jahren oft geteilt und verbreitet wurden:
Typische Hoax-Beispiele
Typische Hoax-Beispiele

Hoax – oft mehr als nur ein Streich

Hoaxes sind oft mehr als nur harmlose Streiche. Sie missbrauchen die Leichtgläubigkeit anderer und streuen gezielt Desinformation: Verunsicherte Nutzer leiten diese falschen Nachrichten gutgläubig an ihre Mitmenschen weiter. Sie denken, es handelt sich um eine echte, wichtige Meldung und möchten die Information gerne teilen. Jedoch bewirkt dies genau das Gegenteil, denn die Verunsicherung steigt weiter.

Natürlich gibt es auch unbedenkliche Falschmeldungen, die bei genauerem Hinsehen recht schnell als "Fake" erkannt werden. Aber es gibt leider auch extrem gefährliche, kriminelle oder mindestens extrem geschmacklose Hoaxes. Z. B. Bilder von schwer misshandelten Tieren oder Kindern. Es kann auch vorkommen, dass willkürlich oder auch bewusst Fotos von Nutzern aus dem Internet benutzt werden und mit Beschriftungen wie "Gesuchter Kinderschänder" im Internet verbreitet werden. Solche Gerüchte schädigen den Ruf von Unternehmen oder Einzelpersonen nachhaltig.

Hoax, Fake News, Cybermobbing

Besonders junge Menschen, deren Medienkompetenz noch wenig ausgereift ist, können durch einen Hoax maximal verunsichert werden. Inhalte werden nicht hinterfragt, sondern direkt gepostet, geliked bzw. weitergeleitet. Falsche Gerüchte verbreiten sich so schnell wie ein Lauffeuer.

Im Zusammenhang mit Mobbing an Schulen spielen Hoaxes daher auch eine Rolle: Schüler werden durch die Verbreitung falscher Behauptungen, montierter Bilder und Videos, die sie ins Lächerliche ziehen etc., gemobbt. Häufig geschieht dies via Messenger – die Grenzen zum Cybermobbing sind hier also fließend.

Neben diesen psychologischen Aspekten spielt bei Hoaxes aber noch ein ganz anderer Punkt eine wichtige Rolle: Über Hoax-Mails werden nämlich auch Viren und Trojaner transportiert. Hier sind Hacker am Werk und versuchen, an sensible private Daten zu kommen. Die Taktik dabei ist, den Nutzer durch eine Falschmeldung aufscheuchen und zum Klicken auf einen Link animieren. Die dahinter liegende Seite ist dann eine Phishing-Seite oder ist mit Schadsoftware verseucht. 

Woran erkenne ich Hoaxes?

Auf folgende Merkmale sollten Sie achten:
 
  • Der Nutzer wird aufgefordert, die Falschnachricht an so viele Menschen wie möglich weiterzuleiten.
  • Der Inhalt wird immer übertrieben (dramatisch "Viren-Warnung – Ihre Hardware ist in Gefahr!" oder euphorisierend "Bill Gates verschenkt sein Vermögen.") dargestellt.
  • Wird eine Virus-Warnung per E-Mail oder Messenger verschickt, können Sie immer davon ausgehen, dass sie gefälscht ist. Virus-Warnungen werden nie auf diese Weise gemeldet. Vielmehr hängt in der vermeintlich echten Viren-Warn-E-Mail selbst ein virenversuchter Anhang!
  • Der Inhalt weist häufig Grammatik- und Rechtschreibfehler auf.
  • Als Quelle wird oft der Name eines Unternehmens oder einer Organisation verwendet, um die Glaubwürdigkeit zu steigern. Geht man jedoch auf die offizielle Seite dieser Unternehmen, dann finden sich dort keine Angaben solcher Warnungen.
  • Es gibt keine konkreten Zeitangaben. Es wird von "letzter Woche" oder "gestern" gesprochen, es gibt jedoch keinen Bezug zu einem bestimmten Datum. Beispielsweise kursiert ein Kettenbrief schon seit Monaten – was heißt dann "letzte Woche" oder "gestern"? Somit hört sich der Hoax nach beispielsweise einem Jahr immer noch aktuell an.
  • Drohung von Konsequenzen, wenn die Aufforderungen nicht erfüllt werden.

Wie kann ich mich davor schützen?

Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich in Ihrem GMX Postfach am besten vor solchen Falschnachrichten schützen können:
 
  • Lassen Sie unbedingt den Spam-Filter aktiviert. Somit werden schon die meisten Kettenbriefe in den Spam-Ordner verschoben. Mehr wichtige Informationen dazu finden Sie in unserem Tipp "Spamschutz im Postfach – Vorteile & Tipps".
  • Öffnen Sie keinen Link oder Anhang. Hierbei könnten sich Viren oder Trojaner sowie Phishing-Webseiten verstecken.
  • Schicken Sie niemals persönliche Daten als Antwort zurück.
  • Mit Verstand und Ruhe: Lesen Sie sich jeden Post und jede Nachricht aufmerksam durch bevor sie diese weiterleiten oder auf den sozialen Medien teilen. Auf der Seite der TU Berlin finden Sie eine Liste von Hoaxes.
  • Sind Sie sich nichtsdestotrotz unsicher, ob es sich um einen Hoax handeln könnte, so hilft es auch, einen Ausschnitt der Nachricht in Google einzugeben. Meist gibt es schon Beiträge über diese Falschmeldungen oder andere Nutzer haben bereits Erfahrungen damit gemacht.
  • Ein weiterer wichtigerer Hinweis: Nicht weiterleiten. Denn durch die Eindämmung sterben Kettenbriefe schneller aus und verhindern die Verunsicherung. Schützen Sie auch Ihre Kinder durch Aufklärung. Sprechen Sie mit Ihnen über das Thema "Fake News" und "Hoaxes" und zeigen Sie, wie man damit umgehen kann.

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