Zeit wird's für die zweite Zeitumstellung im Jahr 2019: Am kommenden Wochenende wird aus Sommerzeit wieder Winterzeit. Die Frage ist: vor oder zurück? Und was halten die Deutschen von der Zeitumstellung? All das erfahren Sie hier.

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Gleich mal das Wichtigste vorneweg: Die Uhren werden am 27. Oktober um 3 Uhr in der Früh auf Winterzeit umgestellt. Und das bedeutet, dass sie um eine Stunde zurück gestellt werden.

Hier haben wir für Sie alle wichtige Information zur Zeitumstellung zusammengefasst.

Zeitumstellung 2019: Wann stellen wir die Uhr auf Winterzeit um?

  • Die Umstellung auf die Winterzeit - landläufig auch Normalzeit genannt - findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober statt. Im Jahr 2019 ist das also am 27. Oktober. An diesem Datum werden alle Uhren um 3:00 Uhr eine Stunde zurück gestellt.
  • Die Umstellung auf die Sommerzeit findet jedes Jahr am letzten Wochenende im März statt. 2020 wird das also auf den 29. März fallen. Dann werden die Uhren um 2:00 Uhr eine Stunde vorgestellt.

Die Deutschen sind mit dem Rhythmuswechsel jedoch unzufrieden. Eine große Mehrheit will, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird: 80 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse DAK haben angegeben, dass sie das Drehen an der Uhr überflüssig finden. Mehr als jeder Vierte berichtet laut DAK von gesundheitlichen Problemen bei der Umstellung auf die Winterzeit.

Die EU-Kommission schlug als Konsequenz aus der Umfrage vor, 2019 die Zeitumstellungen in Europa zu beenden und es den Mitgliedstaaten zu überlassen, zu entscheiden, ob sie dauerhaft die Winter- oder die Sommerzeit haben möchten.

In einer EU-weiten Online-Umfrage hatten sich bereits 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten einem solchen Vorhaben allerdings mehrheitlich zustimmen.

Einfach wird die Umsetzung nicht: Möglicherweise bleibt die Zeitumstellung, weil etliche EU-Staaten eine eher zögerliche Haltung dazu hätten, hieß es zuletzt in Brüssel.

Diese Lampen und Leuchten erhellen wirklich jeden Raum.

Abschaffung hin oder her - die Uhren werden auch 2019 definitiv noch einmal umgestellt. Ohnehin läuft die Frist zur Abschaffung erst im Jahr 2021 ab.

Zeitumstellung: Die Folgen für Männer, Frauen und Kinder

Eigentlich gleicht die Zeitumstellung einem Mini-Jetlag, sagt Hans-Günter Weeß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster.

"Zahlreiche Menschen leiden unter dem ständigen Wechsel", sagt auch DAK-Vorstand Andreas Storm. Nach den Ergebnissen der Umfrage unter den Deutschen fühlen sich 79 Prozent der Betroffenen müde oder schlapp. Mehr als die Hälfte gab an, Probleme beim Einschlafen zu haben oder zwischendurch wach zu liegen.

Schlechtes Konzentrationsvermögen und Gereiztheit wurden ebenfalls genannt. Jeder Elfte erlebte demnach sogar schon eine depressive Verstimmung. In der Regel haben sich die meisten Menschen nach ein bis zwei Tagen an die Zeitumstellung gewöhnt.

Aber: "Gerade Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörungen tun sich mit der Umstellung schwerer." Bei ihnen kann die Umstellung bis zu einer Woche dauern. Zudem ist die Umgewöhnung auch geschlechterabhängig.

Frauen klagen eher über Beschwerden nach der Zeitumstellung als Männer. Das hat eine GfK-Umfrage von 2015 ergeben. Von den weiblichen Befragten hat knapp die Hälfte (49,3 Prozent) mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Unter den Männern waren es nur etwas mehr als ein Drittel (35,2 Prozent). Drei von zehn Frauen beklagten etwa Schlafstörungen (29,5 Prozent) und Konzentrationsprobleme (28,3 Prozent).

Von diesen Beschwerden berichteten Männer seltener: Schlafstörungen (18 Prozent) und Konzentrationsschwäche (19 Prozent) betreffen nur knapp jeden Fünften.

Vielen macht die Zeitumstellung aber nichts aus: Gut die Hälfte der Männer (54,4 Prozent) und mehr als vier von zehn Frauen (42,2 Prozent) bemerken sie "eigentlich kaum".

Besonders schwer haben es kleine Kinder. Sie haben oft einen sehr festen Schlaf- und Wachrhythmus.

Die Uhrenumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 wieder eingeführt - mit dem Ziel, Energie zu sparen. Der Erfolg ist umstritten. Technisch wäre eine Abschaffung laut der in Deutschland zuständigen Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig kein Problem. Jeder Beschluss könne von der PTB ohne nennenswerten Aufwand umgesetzt werden, hieß es dort nach Bekanntwerden der EU-weiten Umfrageergebnisse.

Winterzeit: Stunde vor oder Stunde zurück stellen?

  • Im Winter werden die Uhren auf die so genannte Normalzeit zurückgestellt. Man "gewinnt" also die "verlorene" Stunde in der Nacht zurück, die man bei der Umstellung auf die Sommerzeit abgeben musste.
  • Denn im Sommer werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Da "verliert" man dann also diese eine Stunde.

Klingt einfach - und dennoch stellt sich die Frage jedes Jahr immer wieder aufs Neue - und das gleich zwei Mal. Aus dem Grund geben wir Ihnen ein paar Gedankenstützen an die Hand.

Eine gute Tasse Tee belebt nicht nur an kalten Tagen, sie kann auch in stressigen Zeiten ein einfaches Mittel zur Entspannung sein.

Eselsbrücken für die Zeitumstellung

Wer die Zeiger seiner Uhr von Hand vor- oder zurückstellen muss, merkt sich am besten folgende Eselsbrücken:

  • Im Frühling stellt man Tisch und Stühle vor die Terrassentür, im Herbst stellt man sie zurück ins Haus.
  • "Im Winter gibt es Winterschlaf." Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgestellt.
  • Im Winter sind die Temperaturen im Minus-Bereich (zurück), im Sommer wieder im Plus-Bereich (vor).
  • Wer sich´s lieber auf Englisch merken möchte: "Spring forward, Fall back."
    Also im Frühling nach vorne, und im Herbst wieder zurück.

Leichter merken können Kinder es sich mit einem Spiel auf der Seite www.baeren-blatt.de. Dort dürfen sie selbst an der Uhr drehen und erfahren dann, ob sie den Zeiger richtig gestellt haben.

Auf www.news4kids.de wird noch einmal erklärt, warum die Zeitumstellung ursprünglich eingeführt wurde und an welchen Tagen im Jahr jeweils auf Sommer- beziehungsweise Winterzeit umgestellt wird.

Kuriose Pannen bei der Zeitumstellung

Auch wenn die technische Zeitumstellung der Uhren in der Regel unkompliziert verläuft, hat der Mensch hin und wieder seine Probleme damit.

Eine Stunde vor oder eine zurück? Das ist nicht immer so einfach, wie die Beispiele zeigen: kuriose Pannen bei der Zeitumstellung.

Zeitumstellung ist Gesetz!

Die Zeitumstellung ist fest im "Einheiten- und Zeitgesetz" definiert. Das erteilt dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Befugnis, in Deutschland die Mess- und Zeitwerte festzulegen.

Neben der Zeitumstellung betrifft dies unter anderem auch Messwerte wie die Masse von Edelsteinen, längenbezogene Masse von textilen Fasern und Garnen oder auch den Blutdruck und Druck anderer Körperflüssigkeiten.

Muss ich die Uhr überhaupt umstellen?

In der Tat betrifft das Umstellen der Uhren immer weniger Geräte. Viele Uhren regeln das automatisch und erhalten das Signal aus Braunschweig von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).

Fernsehgeräte und Digitalradios erhalten die korrekte Uhrzeit von den Sendeanlagen im hessischen Mainflingen. Auch die Uhren der Deutschen Bahn (DB) sowie der Telekom erhalten ihre Signale automatisch.

Zeitumstellung auf dem Smartphone

Natürlich können Smartphones die Zeitumstellung ebenfalls selbst regeln- vorausgesetzt, man hat es dem Gerät in den Einstellungen erlaubt.

Bei Android geht man über Einstellungen in "Datum & Uhrzeit" und aktiviert dort "Autom. Datum/Uhrzeit".

Bei iPhones von Apple führt der Weg ebenso über die Einstellungen, dort dann auf "Allgemein" klicken und in "Datum & Uhrzeit" die Option "Automatisch einstellen" aktivieren.

Es gibt noch viele weitere Sprüche - die besten Merkhilfen zur Umstellung auf Winter- und Sommerzeit haben wir für Sie gesammelt.

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Warum werden die Uhren umgestellt?

Die Zeitumstellung wurde in den meisten Ländern Europas 1977 eingeführt, Deutschland zog im Jahr 1980 nach. Auslöser für die Zeitumstellung war unter anderem die Ölkrise von 1973.

Mit der Regelung sollte das Tageslicht besser genutzt werden, um Energie zu sparen. Doch der Dreh an der Uhr ist ein zweischneidiges Schwert, wie es in einer Mitteilung des Umweltbundesamts heißt:

Man kann zwar durch die längere Nutzung des Tageslichts in der Tat Energie einsparen, doch diese Einsparung wird durch den Mehrverbrauch an Heizenergie – durch das Vorverlegen der Hauptheizzeit in die kühleren Morgenstunden – in etwa kompensiert.

Kein deutscher Alleingang bei der Zeitumstellung

In der europaweiten Debatte um eine Abschaffung der Zeitumstellung wird es voraussichtlich keinen deutschen Sonderweg geben. "Ich halte es für relativ unwahrscheinlich, dass wir das in einem Alleingang machen", sagte Justizministerin Katarina Barley (SPD) im Bundestag. Zwar gebe es noch keine abgestimmte Haltung in der Bundesregierung, aber es sei wohl sinnvoll, "dass man das in einem größeren Gebiet gleich handhabt".

Zeitumstellung in Deutschland: Vor 120 Jahren noch 60 Zeitzonen

Schon beim Gedanken an die Umstellung der Winter- auf die Sommerzeit stöhnen viele also auf und fragen sich, was das eigentlich soll.

Dabei wissen viele gar nicht, dass es gerade mal 120 Jahre her ist, als sich die Uhrzeit von Ort zu Ort unterschied und es mehr als 60 verschiedene Zeitzonen allein in Deutschland gab.

Mitte des 19. Jahrhunderts orientierten sich Städte und Gemeinden noch nach dem Höchststand der Sonne. Sie bestimmte die Uhrzeit und die Kirchturmglocken informierten die Bürger, wie spät es war.

In Folge der Drehung der Erde unterschied sich der Höchststand der Sonne und demnach auch die Mittagszeit von Stadt zu Stadt.

Teaserbild: © imago/epd