Sie fragen sich auch, warum wir am 25. Oktober 2020 wieder an der Uhr drehen? Damit sind Sie nicht alleine. Die Zeitumstellung soll abgeschafft werden - doch wann und wie? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Eigentlich sollte alles ganz schnell gehen: Die EU-Kommission hatte schon 2018 ihre Pläne vorgestellt, die Zeitumstellung ein für allemal abzuschaffen. Nun ist es immer noch nicht so weit - wir stellen Ende Oktober wieder die Uhr um.

  • Die Uhren werden in der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober um eine Stunde zurückgestellt - von 3:00 auf 2:00 Uhr.

Zeitumstellung abschaffen: Warum ist überhaupt die Rede davon?

Das Thema Zeitumstellung ist schon lange umstritten. Eine öffentliche Befragung der EU-Kommission war im Jahr 2018 auf eine bis dato nie dagewesene Resonanz gestoßen. Rund 4,6 Millionen Bürger aus der gesamten EU waren beteiligt, das Ergebnis erstaunlich klar:

  • 84 Prozent sprachen sich für die Abschaffung der Zeitumstellung aus.

Es war die mit Abstand erfolgreichste Befragung, die die Behörde bis dato durchgeführt hatte. Allerdings muss man auch sagen: Die 4,6 Millionen Teilnehmer stellen weniger als ein Prozent der EU-Bevölkerung dar. Und alleine drei Millionen von ihnen kamen aus Deutschland. Auch in Österreich war die Teilnahme überdurchschnittlich hoch. Für eine Beibehaltung der Zeitumstellung hatten sich nur Griechenland und Zypern ausgesprochen.

So stimmten einzelne Länder bei der großen EU-Befragung 2018 ab.

Wie ist die Lage im Moment?

In Mitteleuropa gibt es derzeit eine große Zeitzone von Polen bis Spanien. Zu ihr gehören Deutschland und 16 weitere EU-Länder. Einige Staaten - etwa Griechenland - sind eine Stunde voraus, andere - zum Beispiel Portugal - eine Stunde zurück. Am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr jeweils eine Stunde umgestellt.

Der Grund für die Zeitumstellungen war ursprünglich, Energie beziehungsweise Kohle für die Energieerzeugung zu sparen und eine zeitliche Übereinstimmung mit den jeweiligen Nachbarländern herzustellen.

Weltweit gibt es in rund 60 Ländern – vorwiegend in Nordamerika und Ozeanien – Sommerzeitregelungen. Eine wachsende Zahl von EU-Nachbarn oder Handelspartnern hat jedoch beschlossen, die Sommerzeit entweder nicht anzuwenden oder sie abzuschaffen. Hierzu gehören Island, China (1991), Russland (2011), Weißrussland (2011) und unlängst die Türkei (2016).

Was spricht für eine Abschaffung der Zeitumstellung?

Die Mitgliedsstaaten sollen keine nationalen Regelungen für jahreszeitlich bedingte Zeitumstellungen mehr anwenden können. Das sind die Argumente der EU-Kommission:

  • Mit der Abschaffung "soll das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes gewährleistet und Störungen durch unkoordinierte Maßnahmen der Mitgliedstaaten vermieden werden." Als Beispiele für solche Störungen nennt die Kommission die Zeitplanung von Verkehrsdiensten und höhere Kosten für grenzüberschreitenden Handel
  • "Die Bürgerinnen und Bürger werden sich nicht mehr um die Umstellung ihrer Uhren kümmern müssen. Die Zeitumstellungen haben stets für Verwirrung gesorgt, da es nicht selbsterklärend war, wann und in welche Richtung die Uhren umgestellt werden mussten."
  • Befragte führten als Gründe für die Abschaffung der Zeitumstellung "gesundheitliche Beeinträchtigungen und die Zunahme von Verkehrsunfällen sowie lediglich geringe Energieeinsparungen an. Mit der Abschaffung der Zeitumstellung muss sich der menschliche Körper nicht mehr an ständige zeitliche Änderungen anpassen."
  • Auch Unternehmen würden profitieren: "Die neuen Regelungen werden die Planung im Energie- und im Verkehrssektor erleichtern (zum Beispiel für Nachtzüge) und zeitabhängige Anwendungen vereinfachen."
  • Mehr Tageslicht ausnutzen und damit Energie einsparen: Das war der Hauptgrund für die Einführung der Zeitumstellung. Doch "sind die Gesamtenergieeinsparungen durch die Zeitumstellung Untersuchungen zufolge nur marginal".
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Das fragen sich im Moment viele, und es gibt keine klare Antwort. Eigentlich war nach dem Vorstoß des damaligen EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker geplant, dass die EU-Staaten schon 2019 zum letzten Mal an der Uhr drehen müssen. Zuletzt forderte das Europaparlament ein Ende der Umstellung ab 2021. Doch der Zeitplan ist ins Stocken geraten.

Wo hakt es bei der Abschaffung?

Um das zu verstehen, ist wichtig, die drei institutionellen Akteure auf EU-Ebene zu unterscheiden. Vereinfacht gesprochen gibt es:

  • die Kommission als europäische Exekutive, die Gesetze vorschlägt
  • das Parlament als eine Art europäischer Bundestag
  • den Rat, eine Art europäischen Bundesrat.

Der springende Punkt ist: Kein Vorschlag der EU-Kommission kann zum Gesetz werden, ohne dass das direkt gewählte Europäische Parlament und der Rat, also die gewählten Regierungen der Mitgliedstaaten, jeweils mehrheitlich zustimmen.

Die Kommission hatte im September 2018 zwar vorgeschlagen, die halbjährliche Zeitumstellung zu beenden. Die Entscheidung über diesen Kommissionsvorschlag liegen noch beim Europäischen Parlament und dem Rat. Diese beiden Institutionen müssen zu einer Einigung kommen, bevor der Vorschlag rechtlich wirksam werden kann.

Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach 2021 zu beenden. "Die Mitgliedstaaten im Rat diskutieren aber noch über den Kommissionsvorschlag und überlegen auch, welche Standardzeit sie im Falle einer Abschaffung der Zeitumstellung übernehmen würden", heißt es auf Anfrage unserer Redaktion aus der Pressestelle der Europäischen Kommission in Deutschland. Der Ball liege bei den Mitgliedstaaten: "Aktuell hat die deutsche Bundesregierung den rotierenden Vorsitz im Rat, entscheidet also darüber, was im Ministerrat auf die Tagesordnung kommt und was nicht."

Ex-EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte bereits im November 2019 wenig Verständnis dafür geäußert, dass nichts weitergeht: "Ich komme aus dem Staunen nicht heraus", sagte er dem ARD-Europastudio Brüssel. "Wenn die Kommission nicht alles regelt, können es die Mitgliedstaaten unter sich nicht regeln", stellte er fest.

Was spricht für eine dauerhafte Sommerzeit?

Bei der Sommerzeit ist es am Abend länger hell. Viele wissen das bei der Freizeitgestaltung zu nutzen und genießen die lauen Feierabende im Freien. Für Frühaufsteher und damit auch Schulkinder bedeutet es aber: Es wird im Winter erst sehr spät hell:

Der Vergleich zwischen Sommer- und Winterzeit zeigt: Bei einer dauerhaften Winterzeit wäre es im Sommer abends früher dunkel. Eine dauerhafte Sommerzeit würde bedeuten, dass es im Winter erst spät hell wird.

Was sind die Argumente für die sogenannte Winterzeit?

Die sogennannte "Winterzeit" ist die Normalzeit und sichert mehr Helligkeit in den Morgenstunden. Bei dauerhafter Sommerzeit geht die Sonne deutlich später auf, was viele Menschen als unangenehm empfinden.

Verwendete Quellen:

  • Europäische Kommission
  • dpa