Methylocapsa gorgona könnte der Wissenschaft im Kampf gegen die Erderwärmung einen großen Dienst erweisen. Das Bakterium ernährt sich von Luft und kann aus dem klimaschädlichen Methangas Energie gewinnen. Forschern gelang erstmals die Zucht der Organismen im Labor.

Mehr Wissensthemen finden Sie hier

Das Bakterium Methylocapsa gorgona braucht nur Luft zum Leben. Einem internationalen Forscherteam ist es nun erstmals gelungen, die Organismen im Labor zu züchten und genauer zu untersuchen, wie sie in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") schreiben.

Methylocapsa gorgona könne das besonders klimaschädliche Gas Methan zur Energiegewinnung nutzen. Zudem nutze es auch Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenmonoxid und Wasserstoff, heißt es in einer Mitteilung der Universität Wien.

"Wir haben es nun erstmals geschafft, ein Methan-abbauendes Bakterium zu isolieren, das wirklich von Luft leben kann", wird Alexander Tveit von der Universität in norwegischen Tromsø zitiert.

Methan für globale Erwärmung verantwortlich

Trotz seiner geringen Konzentration in der Luft ist Methan ein sehr wirksames Treibhausgas, das für etwa 15 Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich ist, heißt es in der Mitteilung.

Es entsteht durch eine Vielzahl von Abbauprozessen in sauerstoffarmen Böden und Sedimenten, sowie bei einigen industriellen Prozessen. Bisher waren Bakterien bekannt, die Methan in Böden oder Sedimenten abbauen können, wo Methan allerdings in viel höheren Konzentrationen vorkommt als in der Atmosphäre.

Das Bakterium habe die Forscher überrascht. "Es ist extrem versatil und kann nicht nur Energie und Kohlenstoff für den Aufbau von Biomasse aus dem Methan in der Luft gewinnen (...), sondern auch Luftstickstoff fixieren", erklärte Michael Wagner, Leiter des Zentrums für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft in Wien. (dpa/sus)

Bildergalerie starten

Viren unter dem Mikroskop: So schön und so gefährlich

Im Kampf gegen das Coronavirus forschen Wissenschaftler mit Hochdruck an dem hochansteckenden Erreger. Aus sicherer Entfernung und unter einem Mikroskop sieht das Virus, wie viele andere auch, ganz harmlos aus - und sogar ziemlich schön.