Botschafter der Menschheit: Unsere Spuren im All

Im gigantischen Kosmos ist unsere Erde nicht mehr als ein kleines Staubkorn. Dennoch ist es uns in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, Spuren unserer Existenz überall im Sonnensystem zu hinterlassen. Einige der bedeutendsten Forschungsmissionen der Menschheit gibt es hier im Überblick.

Die Ausdehnung des Weltalls ist für uns Menschen kaum begreifbar. Seit dem Beginn des "Space Age" durch die erfolgreiche Sputnik-Mission im Jahre 1957, hat die Menschheit seit über 60 Jahren die Möglichkeiten, seine Spuren im Kosmos zu hinterlassen. Die 1972 gestartete Pioneer 10 ist die erste von Menschen gebaute Sonde, die den äußeren Bereich des Sonnensystems erreichte. Die letzten Daten übermittelte die Raumsonde im Januar 2003. Pioneer 10 lieferte zahlreiche Erkenntnisse über den Jupiter, den Asteroidengürtel und die äußeren Regionen unseres Sonnensystems.
Das Hubble-Teleskop, benannt nach dem Astronom Edwin Hubble, wurde am 24. April 1990 an Board des Space Shuttles Discovery in den Erdorbit gebracht. Seitdem befindet sich das Teleskop in einer höhe von 547 Kilometern über der Erdoberfläche. Trotz seiner Bewegungsgeschwindigkeit von 27.300 Kilometern pro Stunde liefert Hubble seit Jahrzehnten einige der beeindruckendsten Bilder unseres Universums. Während des Space-Shuttle-Programms wurde das Teleskop insgesamt fünfmal durch Astronauten im Orbit gewartet und repariert. Die letzte Service-Mission fand dabei im Mai 2009 statt.
Das Voyager-Programm ist ein Forschungsprogramm der NASA, welches die beiden Sonden Voyager 1 und Voyager 2 umfasst. Ziel der 1977 gestarteten Mission ist die Erkundung des äußeren Planetensystems sowie des interstellaren Raums. Im Februar 1998 überholte Voyager 1 die Pioneer 10 und ist seitdem das am weitesten entfernte von Menschen geschaffene Objekt aller Zeiten (zur Zeit in knapp 22 Milliarden Kilometern Entfernung). Außerdem hält Voyager 1 mit circa 17 Kilometern pro Sekunde den Rekord für die höchste Entweichgeschwindigkeit aus dem Sonnensystem.
Die "Voyager Golden Records" sind vergoldete Kupfer-Datenplatten, die an Board der beiden Voyager-Raumsonden angebracht sind. Die Platten wurden als Botschaft an Außerirdische konzipiert, in der Hoffnung, dass intelligentes außerirdisches Leben diese finden und so von unserer Existenz erfahren könnte. Das von Carl Sagan geleitete Forscherteam füllte die Platten mit 115 Bildern und verschiedensten Audiodaten sowie einer Anleitung zum abspielen der Platte. Zudem ist auf der Vorderseite eine Art Wegbeschreibung zur Erde eingraviert.
NASAs stationärer InSight Lander kam am 26. November 2018 auf dem Mars an. Der etwa 360 Kilogramm schwere Lander wurde entwickelt, um den inneren Aufbau und die seismische Aktivität des Mars zu untersuchen. Diese Daten sollen uns ein besseres Verständnis über die Entstehung von Gesteinsplaneten im Inneren des Sonnensystems geben. Die Kosten für die gesamte InSight-Mission belaufen sich laut NASA auf rund 814 Millionen US-Dollar. Auch Deutschland und Frankreich sind mit etwa 180 Millionen Dollar an dem Projekt beteiligt.
"Akatsuki" heißt eine kleine Venussonde der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA. Nach ihrem Start am 20. Mai 2010 sollte sie ursprünglich im Dezember 2010 in einen Venusorbit eintreten. Aufgrund eines Problems mit dem Haupttriebwerk misslang dieser Versuch. Fünf Jahre später gelang es den Forschern jedoch, Akatsuki in eine Umlaufbahn um Venus zu steuern. Hier erforscht die Sonde nun in einem Abstand zwischen 400 und 440.000 Kilometern die Atmosphäre und das Klima des Planeten.
Der Rover "Curiosity" ist der bisher größte und fähigste Rover, der je zum Mars gesendet wurde. Am 26. November 2011 brach er in Richtung Mars auf, wo er am 5. August 2012 erfolgreich landete. Gab es jemals die richtigen Bedingungen für einfache Lebensformen auf dem Mars? Auf diese und andere Fragen soll Curiosity eine Antwort geben. Dazu analysiert der Rover Gesteinsproben, die er aus von ihm gebohrten Löchern in der Marsoberfläche entnimmt.
Die Raumsonde New Horizons startete am 19. Januar 2006 zu ihrer Mission. Die inzwischen etwa 6,76 Milliarden Kilometer entfernte Sonde war die erste, die je Pluto erreichte und uns so ein besseres Verständnis des Zwergplaneten ermöglichte. Außerdem stand New Horizons am 1. Januar 2019 in den Schlagzeilen, als sie das Kuipergürtelobjekt "2014 MU69" (besser bekannt als Ultima Thule) in geringem Abstand passierte und fotografierte.
Juno oder "Jupiter Polar Orbiter" ist eine Raumsonde der NASA zur Erforschung des Gasriesen Jupiter. Die im August 2011 gestartete Sonde soll unter anderem herausfinden, ob Jupiter einen festen Kern besitzt und woher sein starkes Magnetfeld stammt. Im Juli 2021 soll Juno dann kontrolliert zum Absturz gebracht werden und in die Atmosphäre des Jupiter stürzen.
"Chang´e-4" ist eine Raumsonde der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA. Die aus Lander und Rover bestehende Sonde startete am 7. Dezember 2018 und landete am 3. Januar 2019 auf der Rückseite des Mondes. Das Bild ist eine Aufnahme des Landers und zeigt den kleinen Rover und dessen Reifenspuren. Zu den Zielen der Mission zählen unter anderem die Erforschung von kosmischer Strahlung und die Messung der Oberflächentemperatur des Mondes.
Die im August 2018 gestartete Parker Solar Probe ist eine Raumsonde der NASA zur Erforschung und Beobachtung der Sonne. Während der 17 Zentimeter dicke Sonnenschild der Sonde bis zu 1430 Grad Celsius aushalten muss, messen die Instrumente an Bord Phänomene der Korona (äußerste Atmosphärenschicht der Sonne). Von besonderem Interesse ist dabei der Energiefluss, der die Korona auf mehrere Millionen Grad Celsius aufheizt und so den Sonnenwind beschleunigt.