Der größte Nazi-Fund in der Geschichte Argentiniens wurde in einer Pressekonferenz auf Buenos Aires vorgestellt. Die 75 Objekte wurden in einem geheimen Ausstellungsraum gefunden.

In einem hinter Bücherregalen verborgenen Raum hat die Polizei in Argentinien eine Sammlung von vermeintlichen Nazi-Relikten beschlagnahmt.

Die 75 Objekte wurden in dem geheimen Ausstellungsraum in Beccar, einer nördlichen Vorstadt von Buenos Aires, gefunden.

Nach Abschluss der Ermittlungen sollen die Relikte in die Sammlung des Holocaust-Museums der Hauptstadt aufgenommen werden, wie die argentinische Sicherheitsministerin Patricia Bullrich am Montagabend (Ortszeit) erklärte.

Offenbar Originalstücke aus der NS-Zeit

Unter anderem wurden Hitler-Büsten, mit Hakenkreuzen versehene Reichsadler, Pistolen, Degen, Fern- und Vergrößerungsgläser, eine Mundharmonika-Sammlung sowie weitere Stücke beschlagnahmt.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge handelt es sich nach Angaben der Ministerin um Originalstücke aus der Zeit des nationalsozialistischen Regimes.

Ein Antiquar wurde wegen Kunstschmuggels angeklagt. "Die Objekte sind ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass ranghohe Nazi-Hierarchen in Argentinien Zuflucht gefunden haben", erklärte der Vorsitzende des Dachverbandes Jüdischer Vereinigungen Argentiniens (DAIA), Areil Cohen Sabban.
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