Nicht dramatisch, aber doch überdurchschnittlich: In diesem Winter sind deutlich mehr Bienenvölker verendet als im langjährigen Mittel.

Überdurchschnittlich viele Bienenvölker haben ersten Berechnungen zufolge den Winter nicht überlebt.

Deswegen kam es am Samstag in Berlin zu einem Polizeieinsatz.

"Die Verluste sind gemessen am langjährigen Mittel überdurchschnittlich, aber nicht im dramatischen Bereich", sagte Christoph Otten vom Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen der Deutschen Presse-Agentur.

Vorläufigen Zahlen zufolge werde der Verlust im Bundesschnitt wohl bei 18 bis 20 Prozent liegen. Das langjährige Mittel liege bei etwa 15 bis 17 Prozent.

"Man kann davon ausgehen, dass es knapp 200.000 Bienenvölker sind, die deutschlandweit den Winter nicht überlebt haben", sagte Otten. Die Berechnung basiert nach Angaben des Fachzentrums auf Zahlen einer Online-Erhebung, an der sich mehr als 10.000 Imker beteiligten.

Der Bienenexperte nannte verschiedene denkbare Gründe für den Verlust. Zum einen sei da die Entwicklung der Varroamilbe, die im vergangenen Jahr etwas begünstigt worden sei. Auch könne die Nahrungsversorgung im Herbst eine Rolle gespielt haben.

Das müsse man noch analysieren, sagte Otten. "Es ist noch zu verfrüht, um eine feste Aussage zu treffen."© dpa

Honigbienen sind unter anderem durch Milben und Pestizide gefährdet. In den USA macht ihnen zusätzlich die Antibiotika-Behandlung der Bienenstöcke zu schaffen - darauf zumindest weist eine Studie hin.