Die australische Mary-River-Schildkröte gehört ab sofort offiziell zu den bedrohten Tierarten. Vor allem ihre Frisur hat sie für den Menschen interessant gemacht. Doch nicht nur die macht sie besonders.

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Sie sieht aus wie ein Alien und ist vom Aussterben bedroht: Die Mary-River-Schildkröte gehört ab sofort zu den gefährdeten Arten, wie die Zoological Society of London (ZSL) bestimmt hat. Auch die Welttierschutzorganisation IUCN hat das Reptil in ihre Rote Liste der bedrohten Tierarten aufgenommen.

Heimisch ist die Schildkröte in der Region um Queensland in Australien. Spektakulär ist nicht nur ihre Frisur aus Algen: Das Tier hat eine besondere Weise entwickelt, um möglichst lang unter Wasser bleiben zu können.

Atmen funktioniert auch mit den Genitalien

Die Mary-River-Schildkröte verfügt über eine sogenannte bimodale Atmung: Über der Wasseroberfläche benutzt sie ihre Lungen, darunter holt sie über kiemenartige Öffnungen Luft und kann so bis zu drei Tage unter Wasser bleiben.

Diese "Kiemen" sitzen an der Kloake der Schildkröte, einem gemeinsamen Körperausgang der Geschlechts- und Ausscheidungsorgane, wie ihn auch Vögel besitzen.

Die Reptilien verbringen so viel Zeit unter Wasser, dass ihre Körper von Algen besiedelt werden. Das führe zu "einigen ganz schön eindrucksvollen hellgrünen Frisuren", sagte Biologe Rikki Gumbs, der an der ZSL-Liste mitgearbeitet hat, der Nachrichtenagentur AFP.

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Ihre kuriosen Frisuren machten die bis zu 40 Zentimeter großen Schildkröten für Reptilienhalter interessant. In den 1970er- und 80er-Jahren war sie ein beliebtes Haustier, was maßgeblich zu ihrem Verschwinden beitrug.

Weil diese Schildkrötenart spät Nachwuchs bekommt - frühestens im Alter von 25 Jahren - und vergleichsweise wenige Eier legt, traf es sie besonders hart, dass ihre Eier eingesammelt und verkauft wurden.

Ein weiterer Grund für ihre Gefährdung ist die Zerstörung ihres ohnehin sehr kleinen Lebensraums. Auf der Liste der bedrohten Reptilien der ZSL findet sich die Mary-River-Schildkröte auf Platz 30 von 572 wieder. Platz eins belegt die Madagasca-Großkopfschildkröte. Die ZSL veröffentlicht separate Listen für bedrohte Amphibien, Vögel, Säugetiere und Korallen.

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