Am 5. April 2014 ist der Tag der Astronomie. Veranstaltet wird er von der "Vereinigung der Sternenfreunde e.V." und soll Gelegenheit für jeden Interessierten bieten, sich über astronomische Themen zu informieren und selbst einen Blick ins All zu werfen. Jedes Jahr rückt ein neues Thema Vordergrund - dieses Jahr die "Weltraumwüsten" in unserem Sonnensystem. Doch auch die Milchstraße, unsere Galaxis, war bereits im Fokus des Tages. Denn auch wenn es noch viel zu entdecken gibt, werden Sie bereits die bekannten Fakten über unsere galaktische Heimat zum Staunen bringen.

In einer klaren Nacht können wir mit bloßem Auge unsere Galaxie als milchiges Lichtband am Firmament erkennen. Schon im Altertum war die Milchstraße als heller, schmaler Streifen am Himmel bekannt. Ihr altgriechischer Name "galaxias" ist von dem Wort "gala" (Milch) abgeleitet. Die Griechen sahen in ihr einen göttlichen Stillunfall: Der Sage nach hat Zeus seinen unehelichen Sohn Herakles an der Brust seiner göttlichen Frau Hera trinken lassen, als diese schlief. Dadurch sollte der Junge göttliche Kräfte erlangen, denn seine leibliche Mutter war eine Sterbliche. Doch das Kind sog so ungestüm an der fremden Brust, dass die Göttin erwachte und den fremden Säugling von sich stieß. Dabei wurde ein Strahl der Muttermilch über den ganzen Himmel verspritzt.

Milliarden von Sternen sind unsere Nachbarn

Heute hat die Wissenschaft keine Götter mehr nötig, Fakten haben das Übernatürliche verdrängt: Die Milchstraße besteht aus mehr als 100 Milliarden Sternen, die sich über 100.000 Lichtjahre erstrecken. Zum Vergleich: Wäre jeder Stern eine Münze, reicht alles Metallgeld der gesamten Eurozone – angefangen beim 1-Cent-Stück bis hin zum 2-Euro-Stück - gerade so dafür aus.

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Spektakulärer Blick ins All

Spektakuläre und faszinierende Aufnahmen aus dem Weltraum.

Auch die Ausdehnung von 100.000 Lichtjahren ist enorm. Ein Lichtjahr ist die Strecke, welche das Licht in einem Jahr zurücklegt – 9,46 Billionen Kilometer. Würde man als Passagier in einem heutigen Verkehrsflugzeug die Galaxis vom einen zum anderen Ende durchqueren wollen, bräuchte man ungefähr 100 Milliarden Jahre. Das ist eine unfassbar lange Zeit: Unser Universum ist gerade einmal 13,8 Milliarden Jahre, die Sonne etwa 4,6 Milliarden Jahre alt.

Größenvergleich Milchstraße und Erde

Wer nun auf diesem "Ultralangstrecken"-Flug wenigstens eine gute Aussicht erwartet, würde enttäuscht werden. Der Hauptbestandteil unsere Galaxie ist nämlich "Nichts" – also unspektakulärer, leerer Raum. Würde man die Milchstraße billionenfach auf die Größe der Erde verkleinern, hätte die Sonne nur den Durchmesser eines größeren Bakteriums. Die Erde wäre nicht größer als ein Virus und würde ihren Stern im Abstand von etwa 1,5 Millimetern umkreisen. Unser nächster galaktischer Nachbar, Alpha Centauri, wäre bereits 400 Meter entfernt. Wega, der hellste Stern des Nordhimmels, hätte einen Abstand von 2,4 Kilometern. Wer sich von der Mikro-Erde aus ins Zentrum der Galaxie aufmachen würde, hätte eine Reise von etwa 2.400 Kilometern vor sich.

In der Realität umkreisen Sonne und Erde das Zentrum der Milchstraße in einem Abstand von etwa 26.000 Lichtjahren – und das in der unglaublichen Geschwindigkeit von rund 960.000 Kilometern pro Stunde. Trotzdem hat unser Planetensystem seit seinem Bestehen den Mittelpunkt der Milchstraße erst etwa 20 Mal umrundet. Das so genannte "galaktische Jahr" dauert etwa 220 bis 240 Millionen Jahre. Das beutet beispielsweise, dass die Dinosaurier den Mittelpunkt der Milchstraße von der anderen Seite gesehen haben.

Alles kreist um ein Schwarzes Loch

Worum drehen sich aber Sonne, Erde und alle anderen Sterne in unserer Galaxis? Die Antwort liegt im Zentrum. Dort befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch. Schwarze Löcher entstehen meist bei der Explosion von sehr schweren Sternen. Dabei kollabiert so viel Masse in einem so kleinen Punkt, dass sich die Struktur von Raum und Zeit selbst verändert. Die Gravitation ist so stark, dass nicht einmal Licht dem Schwarzen Loch entkommen kann. Wie es zu dem milliardenfach schwereren supermassereichen Schwarzen Löcher kommt, wird aktuell erforscht.

Das Schwarze Loch im Zentrum unsrer Galaxie liegt im Sternbild des "Schützen" und wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt. Mit neuesten Teleskopen gelang es Wissenschaftlern die zentrumsnächsten Sterne zu beobachten. Alle umkreisen die Radioquelle Sagittarius A* mit irrwitziger Geschwindigkeit – nur die Forscher konnten keinen Stern oder ein anderes Objekt auf den Aufnahmen erkennen. Aufgrund der Geschwindigkeiten der umlaufenden Sterne ermittelten die Astronomen, dass sich an diesem dunklen Punkt in unserer Milchstraße ein Objekt mit vier Millionen Sonnenmassen befinden muss und das könne nur ein Schwarzes Loch sein. Zum Vergleich: Die Sonne wiegt etwa 330.000 Mal so viel wie die Erde.