Stephen Hawking: Beisetzung in Westminster - Abschied von einem Genie

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Stephen Hawking ist der Beweis dafür, dass ein Mensch ein erfülltes und aufregendes Leben führen kann, wenn er sich durch Schicksalsschläge nicht entmutigen lässt. Am 15. Juni wird er in Westminster beigesetzt. Ein Rückblick auf das Leben des Star-Physikers in Bildern.

Stephen Hawking wurde am 8. Januar 1942 in Oxford geboren. Im Alter von 17 Jahren nahm er sein Physikstudium in Oxford auf.
1963 erkrankte Hawking an der unheilbaren Nervenlähmung ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Ab 1968 war er auf den Rollstuhl angewiesen. Die Ärzte sagten ihm nur noch wenige Jahre zu leben voraus.
Die Krankheit schritt bei ihm aber sehr langsam voran und konnte seinen Aufstieg in der Wissenschaft nicht aufhalten: 1979 wurde Hawking Professor für Mathematik in Cambridge, obwohl er ab Mitte der 1980er auf einen Sprachcomputer angewiesen war. Über 30 Jahre lang hatte er dort den renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik inne - und stand damit in der Nachfolge von Isaac Newton.
Sein Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" ("A Brief History of Time", 1988) machte Hawking weltbekannt. Der Bestseller beschäftigt sich mit dem Ursprung des Universums und der Rolle der Zeit. Dabei erläutert Hawking Phänomene wie den Urknall und die Schwarzen Löcher.
Dem Briten war es wichtig, sein Wissen über das Universum auch für Millionen von Laien-Lesern verständlich niederzuschreiben. Zu den bekanntesten Werken zählen: "Das Universum in der Nussschale" (2001) "Giganten des Wissens" (2005) oder "Der Große Entwurf" (2010).
Den Nobelpreis hat Hawking trotz aller Errungenschaften jedoch nie erhalten. Der Grund: Der Brite hat in der Theorie zahlreiche Entdeckungen gemacht, von denen auch angenommen wird, dass sie stimmen. Jedoch sind sie noch nicht überprüfbar.
Hawking war zweimal verheiratet. 1965 gab er sich mit Jane Wilder (li.) das Ja-Wort, aus der Ehe entstanden drei Kinder (hier: Timothy und Lucy im Jahr 2015). 1990 ließ sich das Ehepaar scheiden, später bezeichnete Jane ihren Ex-Mann als einen "Haustyrannen".
Später, im Jahr 1995, heiratete Hawking erneut - und zwar seine Pflegerin Elaine Mason. Auch diese Ehe ging 2006 mit der Scheidung in die Brüche.
2013 erschien seine Autobiografie "Meine kurze Geschichte". Mit Ironie und ohne jedes Selbstmitleid gewährt Hawking Einblicke in sein Privat- und Berufsleben.
Hawking wurde zu einer Art Popstar der Wissenschaft. Seine Popularität ging so weit, dass er in mehreren Serien Gastauftritte hatte. Unter anderem in "Raumschiff Enterprise" (Ausschnitt auf diesem Bild), als Comicfigur in "Die Simpsons" oder in "The Big Bang Theory".
2014 verfilmte der britische Regisseur James Marsh Hawkings Leben: "Die Entdeckung der Unendlichkeit" mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle. Der Schauspieler bekam für seine Darbietung auch den Oscar. In vier weiteren Kategorien wurde der Film nominiert.
In seinen letzten Jahren trat Hawking immer wieder als Mahner auf. Intelligente Roboter, Klimaerwärmung, Atomkrieg und durch Gentechnik hergestellte Viren könnten die Erde gefährden, warnte er. Seine Botschaft: Die Menschheit müsse sich Ausweichmöglichkeiten im All schaffen, falls es zu einer hausgemachten Katastrophe kommen sollte.
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