Ob in alten Burgen und verlassenen Schlössern, in belebten Straßen der Innenstadt oder im Hause des Herrn: An diesen Orten in der Schweiz sollen Geister umgehen.

Geschichten über gruselige Spukorte kennt man vor allem aus Ländern wie England, Irland und Schottland. Aber auch in der Schweiz soll es in so manchen Gebäuden nicht mit rechten Dingen zugehen. Angeblich sind paranormale Erlebnisse und unheimliche Geister-Erscheinungen dort gar nicht selten.

An folgenden Orten sollen die ruhelosen Seelen längst Verstorbener umher wandeln. Gehen Sie mit uns auf die Reise zu den gruseligsten Orten des Landes!

Der Geist im Engadiner Kurhotel Val Sinestra

Das Kurhotel ist einer der gruseligsten Orte der Schweiz, der bis heute womöglich nicht nur von Lebenden, sondern auch von Toten bewohnt wird. Im "Geisterhaus" im Val Sinestra soll es seit 1978 spuken. Damals kaufte Peter Kruit das leer stehende Gebäude auf und weckte damit offenbar nicht nur die Aufmerksamkeit der Hotel-Branche, sondern auch der Welt des Paranormalen.

Angeblich huschen Gestalten durch die Gänge und Dinge geraten in Bewegung, obwohl ganz offensichtlich nichts und niemand Hand daran legt: Zimmerpflanzen bewegen sich im Hotel von ganz alleine durch den Raum und geschlossene Fenster in den oberen Stockwerken öffnen sich ohne Grund.

Doch damit nicht genug: Urlaubsbesucher berichten, dass man im Kurhotel stets von dem Gefühl beschlichen wird, nicht alleine zu sein. Gibt es im Val Sinestra also wirklich Geister? Die Geisterjägerin Beatrice Rubli will im Haus einen toten Belgier wahrgenommen haben, der vom Hotel einfach nicht los zu kommen scheint. Bei den Angestellten im Hotel heißt das unheimliche Phänomen mittlerweile einfach "Hermann" und wird als Hausgespenst geduldet.

Das Nidwalder Haus des Grauens

Das wohl bekannteste Spukhaus der Schweiz stand bis 2010 in der Spychermatt in Stans. Hier soll einem damaligen Abgeordneten des Schweizer Parlaments, Melchior Joller, ab dem Jahr 1862 Schreckliches zugestoßen sein. Wie die Historiker berichten, wurde Jollers Familie im Haus von unerklärlichen Geräuschen und lautem Klopfen in den Wänden heimgesucht. In seinem Tagebuch soll Joller die gruseligen Ereignisse dokumentiert haben. Angeblich soll der Krach im Gebäude teilweise so laut gewesen sein, dass ihn auch die Nachbarn hören konnten.

Wie die Geschichtsbücher berichten, soll die Familie nach Zürich und später nach Rom geflohen sein. Doch der Spukfluch verfolgte Melchior Joller bis nach Italien und bescherte dem sonst so bodenständigen Anwalt wohl über Nacht weiße Haare und eine Erkenntnis, die ihn das Leben kostete. Was Joller in der besagten Nacht gesehen oder erlebt hat, ist allerdings nicht überliefert. Ebenfalls ein Rätsel bleibt, ob es sich beim Geist um die erste Hausherrin des Guts gehandelt hat: Jollers Großmutter, eine alte, aufsässige Bäuerin.

2010 wurde das Horrorhaus abgerissen, um einem Hotelkomplex zu weichen, der nie genehmigt wurde. Seitdem bleibt das Grundstück unbebaut.

Die Legende vom Spiesshof am Heuberg zu Basel

David Joris, der bereits zu Lebzeiten als Ketzer und Teufel galt, soll in Basel im Spiesshof am Heuberg sein Unwesen treiben. Das Renaissance-Bauwerk diente dem heimlichen Sektenführer, der sich Anfang des 16. Jahrhunderts als Johann von Brügge ausgab, als idealer Platz für sein Doppelleben. Nach seinem Tod verbrannte man zur Strafe für dieses Lügenleben seine Leiche.

Heute befinden sich im Spiesshof Büros der SBB, doch die Anwesenheit des früheren Besitzers lässt sich angeblich nicht leugnen. Mitarbeiter der Bahn hören immer noch quietschende Türen und krachende Balken. Ein Grund, weswegen der Energetische Reiniger Andreas Hassenstein regelmäßig zu Besuch kommt, um die Räumlichkeiten mit Weihrauch auszuräuchern.

Der Joris-Geist ist aber keinesfalls der einzige, der in Basel sein Unwesen treibt: Zwei Gespenster im Pfarrhaus von St. Theodor, der obdachlose Hausgeist am Claraplatz und der "Weisse Tod" im Marktgräflerhof sorgen in der Stadt ebenfalls für Gänsehaut und schlaflose Nächte.

Heilstätte des Grauens im Tessin

Einst diente das Sanatorio del Gottardo als Krankenhaus. Doch aus der Gotthardheilstätte bei Quinto TI ist längst ein absolut furchteinflößendes Horrorhaus geworden. Fertig gebaut im Jahr 1905, wurden hier 57 Jahre lang Menschen geheilt - erst Militärs im Ersten Weltkrieg, später Tuberkulosekranke.

Heute dient das verlassene Gebäude hauptsächlich einem Zweck: Seine Besucher in Angst und Schrecken zu versetzen. Die dunklen Ecken des fünfstöckigen Gebäudes und der hauseigene Totenkeller sind nichts für schwache Nerven.

Manche Menschen wollen vor Ort auch Zeugen ungeahnter Kräfte geworden sein. In einem Forum für Paranormales berichtete ein Luzerner davon, wie sich sein Auto auf dem Weg zum Sanatorium plötzlich von selbst auf der Straße quer stellte. So, als wolle irgendjemand oder irgendetwas verhindern, dass er sich dem Gebäude nähert.

Die Königin von Schloss Wildegg

Marie Louise St. Simon-Montleart lebte angeblich vor langer Zeit mit ihrem Ehemann, einem König, auf Schloss Wildegg im Kanton Aargau. Dieser vergnügte sich wohl mit Zechen und Jagen, doch seine Frau soll er vernachlässigt haben. Deshalb verbrachte die Gräfin ihre Zeit am liebsten im angrenzenden Wald des Schlosses, der ihr in ihrer Einsamkeit Trost spendete. Hier soll sie laut der Legende auch gestorben sein. Angeblich zog mit ihrem letzten Atemzug ein Rauschen durch den Wald.

Am Schloss hat der von Schuld geplagte König seiner Frau zu Ehren ein aufwändiges Grab errichtet. Um dieses herum bildete sich mit den Jahren ein dichter Wald, wie es sich die Gemahlin wohl immer gewünscht hatte. Auf der Grabplatte stehen noch heute die eindringlichen Worte: "Kämpfte mutvoll mit herbem Unglück von früher Kindheit bis an das Grab". Besucher überkommt angeblich immer noch ein mulmiges Gefühl, wenn der Wind durch die Bäume am Grab rauscht.

Am Berner Rathaus sind die Geister los

In der Rathausgasse in Bern geht es nachts angeblich ziemlich laut zu: Das Klappern von Tierhufen soll überall zu hören sein und heruntergefallene Gegenstände lassen die Anwohner aufschrecken. Das Seltsame daran: Hier galoppieren nachts weder Tiere noch gehen irgendwelche Dinge zu Bruch. Eine Erklärung hierfür haben die Sagen-Erzähler der Stadt, die sich bestens mit "ihren" Geistern auskennen.

In den Altstadtgassen soll sich ein grausamer Metzgergeselle herumtreiben, der zur Strafe für einen Kalbsmord nun selbst als gequältes Kalb ein Geisterleben fristet. Auch das Theater ist, wie man sagt, nicht ganz frei von paranormalen Aktivitäten: Die Schauspieler werden im Haus offenbar immer wieder von seltsamen Ereignissen und Geräuschen heimgesucht.

Angesichts dessen ist es alles andere als verwunderlich, dass auch Uri-Geller-Nachfolger und Dschungelcamp-Bewohner Vincent Raven mittlerweile sein Geld mit Berns Gruselgeschichten verdient. Der Magier führt Interessierte gemeinsam mit seinem Kolkraben Corax durch die historischen wie unheimlichen Gemäuer.

Die Todesglocken von Rapperswil

In der Kirche von Rapperswil am Zürichsee soll es nicht mit rechten Dingen zugehen, wie eine Legende berichtet. Angeblich läuten die Glocken hier auch mal, ohne, dass jemand Hand an sie gelegt hat. Anfang des 20. Jahrhunderts soll die Totenglocke der Kirche sich wie von Geisterhand bewegt haben.

Der schaurige Grund hierfür war angeblich eine Kompanie von geköpften Soldaten, die am Altar Messe feierten. Bei den Soldaten handelt es sich laut Sage um Opfer der Schlacht von Näfels aus dem Jahre 1388. Damals sollen 62 Rapperswiler gestorben sein, als die Totenglocke läutete. Die Zahl der Gefallenen lässt sich noch heute im Stadtarchiv nachvollziehen. Ob es in der Kirche immer noch spukt allerdings nicht.