Im Februar haben Forscher noch nie eine so kleine Eisdecke in der Arktis gemessen wie in diesem Jahr. Ursachen dafür sind Warmlufteinbrüche, die dort immer häufiger und stärker auftreten.

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Noch nie haben Forscher in einem Februar eine so kleine Eisdecke in der Arktis gemessen wie in diesem Jahr.

Mit knapp 14 Millionen Quadratkilometern liege der Durchschnittswert für die Meereis-Bedeckung so niedrig wie noch nie in diesem Monat seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1978, teilte das Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven am Donnerstag mit.

Die Ursache seien Warmlufteinbrüche, die in der Arktis immer häufiger und stärker aufträten.

Neuer Rekord beim sommerlichen Eisrückgang?

Milde Winde aus dem Süden wärmten demnach die Region und bescherten dem Norden Grönlands mitten in der Polarnacht Temperaturen von plus sechs Grad.

"Solche in diesen Breiten sommerlich erscheinenden Werte bei gleichzeitig sibirischer Kälte in Mitteleuropa sind Wettermuster, die mit dem Klimawandel verknüpft sind", hieß es von dem Helmholtz-Zentrum.

"Allerdings nimmt die Eisbedeckung im Februar keineswegs von Jahr zu Jahr gleichmäßig ab, sondern schwankt erheblich", erklärte der Meereisphysiker Marcel Nicolaus. Der Trend sei jedoch klar.

Die Eisdecke auf dem Nordpolarmeer schrumpfe im Monat Februar um durchschnittlich 2,8 Prozent pro Dekade.

Auch die Eisdicke, die seit 2010 gemessen wird, spiele eine erhebliche Rolle. Denn dünnes Eis breche schneller und werde vom Wind leichter vertrieben oder zusammengedrückt.

"Auch dabei zeichnet sich ein erster Trend zu durchschnittlich dünnerem Eis ab", sagte AWI-Forscher Nicolaus.

Am Nordpol gelten Dezember, Januar und Februar als Wintermonate. In den nächsten Monaten zeigt sich wieder die Sonne und Meereis schmilzt.

Wegen der kleinen Ausgangsfläche fürchten einige Forscher nun einen neuen Rekord beim sommerlichen Eisrückgang, der allerdings erheblich von den Wetter- und Windbedingungen in den kommenden Monaten beeinflusst wird.  © dpa