Mit einem "Kopfgeld" von umgerechnet mehreren tausend Euro soll in Neuseeland ein möglicherweise doch noch nicht ausgestorbener Vogel ausfindig gemacht werden.

Die Suche nach dem scheinbar ausgestorbenen Vogel "Kokako" geht weiter. Ein wohltätiger Verein hat nun ein Preisgeld von 5.000 Neuseeland-Dollar (knapp 3.400 Euro) für die Sichtung eines Südinsel-Kokakos ausgesetzt.

Der Vogel mit seinem charakteristischen orangefarbenen Lappen unter der Kehle kam früher vielfach in den Wäldern von Neuseelands Südinsel vor - aber nur dort. Zwischenzeitlich galt er bereits als ausgestorben. Jetzt hofft man aber darauf, doch noch einige Exemplare zu entdecken.

Auf der Nordinsel gibt es den Kokako noch. Von seinem südländischen Kollegen unterscheidet er sich deutlich durch die Farbe des Kehllappens: Im Norden ist er blau.

Katzen rotteten ihn aus

USA, 1994: Tiere sterben, Menschen erkranken - Was brachte den Horror?

Der Vorsitzende der wohltätigen South-Island-Kokako-Stiftung, Euan Kennedy, sagte in Christchurch: "Wenn es den Südinsel-Kokako noch gibt, sind nur noch sehr wenige Vögel übrig. Wir müssen sie so schnell wie möglich ausfindig machen."

Für die Suche wurde nun auch ein "Steckbrief" mit einem digital erstellten Bild veröffentlicht, wie der Vogel in etwa aussieht. Darauf heißt es: "Wanted. Preferably alive." ("Gesucht. Am liebsten lebendig."). Fotos von lebenden Südinsel-Kokakos existieren bislang keine.

Das Preisgeld soll nur ausgezahlt werden, wenn ein Expertengremium aus neuseeländischen Vogelforschern sich einig ist, dass tatsächlich der Beweis für die Existenz des Südinsel-Kokako erbracht ist. Der Vogel - zu deutsch auch Lappenkrähe (Callaeas cinerea cinerea) genannt - ist etwas kleiner als eine Taube.

1967 zum letzten Mal gesichtet

Der Südinsel-Kokako war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch weit verbreitet. Dann ging die Population innerhalb weniger Jahrzehnte drastisch zurück - vermutlich auch, weil Katzen auf die Insel gebracht wurden.

Zum letzten Mal mit Sicherheit gesichtet wurde er im Jahr 1967. Von der Nord-Version leben nach Schätzung von Experten auch nur noch etwa 1.000 Exemplare.  © dpa