Zeckengefahr - Das sollten Sie jetzt wissen

Die Sonne scheint, die blühende Natur lädt zu erholsamen Spaziergängen ein. Doch nicht nur wir Menschen freuen uns auf wärmere Frühlings- und Sommertage. Es gibt gewisse Tierchen, die ab 8 Grad so richtig in Fahrt kommen: Zecken. In der folgenden Galerie erfahren Sie Wissenswertes über die verhassten Blutsauger ...

Die häufigste Zeckenart in Deutschland heißt Ixodes ricinus oder gemeiner Holzbock. Der Name ist Programm: Er ist gemein und verantwortlich für Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit, sie wird von sogenannten Spirochäten, also schraubenförmigen Bakterien, übertragen. Eine Impfung gibt es nicht. Laut dem Robert Koch Institut werden circa drei Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und sieben Prozent der 14- bis 17-Jährigen mindestens einmal von einer mit Borrelien infizierten Zecke gestochen.
Bis zu den ersten Symptomen der Borreliose können einige Tage oder mehrere Wochen vergehen. Die Wanderröte ist das häufigste Symptom, aber es gibt viele Anzeichen, die nicht eindeutig sind. Wie zum Beispiel Fieber, Glieder- und Gelenkschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Lähmungen (vor allem im Gesicht), Kreislauf- und Herzprobleme, sowie trockene, schmerzende und dünner werdende Haut.
Im Gegensatz zur Borreliose ist FSME eine durch einen Virus hervorgerufene Hirnhaut- oder Hirnentzündung, der mit einer Impfung vorgebeugt werden kann. Besonders verbreitet ist diese Infektionskrankheit in Süddeutschland. Das Robert Koch Institut veröffentlicht auf www.rki.de/fsme-karte jährlich eine Karte der Haupt-Endemiegebiete.
Wenn Sie die Zecke noch am Tag des Stiches entfernen, ist Ihr Risiko, an Borreliose zu erkranken, sehr gering. Forscher haben herausgefunden, dass Borrelien erst im Mitteldarm der Zecke aktiviert werden. Je länger die Zecke saugt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Dies gilt nicht für den FSME-Erreger, der sich im Speichel der Zecke befindet und sofort ins Blut gelangt.
Zecken sollten Sie fachgerecht mit einer Zeckenzange oder Pinzette entfernen. Drehen oder quetschen Sie die Zecken nicht, sondern ziehen Sie sie langsam und gleichmäßig heraus. Dubiose Hausmittel wie Öl, Alkohol oder Nagellack haben auf der Zecke nichts zu suchen. Damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier seinen Speichel in die Wunde abgibt. Desinfizieren Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen.
Spülen Sie eine Zecke nicht die Toilette hinunter, nachdem Sie sie erfolgreich entfernt haben. Die kleinen Blutsauger können bis zu drei Wochen unter Wasser überleben. Theoretisch könnten sie also durch das Abflussrohr wieder hinausgelangen ...
Die blutsaugenden Tierchen sind hart im Nehmen. Unglaublich aber wahr: Zecken überleben 24 Stunden lang bei -12 °C im Gefrierfach. Versuche haben außerdem gezeigt, dass sie selbst bei 40 Grad in der Waschmaschine inklusive Schleudergang überleben. Erst bei 60 Grad sind Sie auf der sicheren Seite. Vollgesogene Weibchen können übrigens bis zu zehn Jahre alt werden.
Im Gegensatz zu den Gelbfiebermücken, die bevorzugt Menschen mit einem hohen Anteil an Milchsäure auf ihrer Haut stechen, sind Zecken überhaupt nicht wählerisch. Es ist vielmehr das menschliche Verhalten, das die Häufigkeit, gestochen zu werden, beeinflusst. Zecken stechen einfach jeden, der das Pech hat, in ihre Nähe zu kommen.
Zecken sind faul. Sie bewegen sich in ihrem ganzen Leben angeblich nur ungefähr zwei Meter. Zecken springen nicht, fliegen nicht und sie lassen sich auch nicht von Bäumen auf ihr Opfer fallen - das sind alles Mythen. Sie warten hinterlistig auf Grashalmen, bis die Opfer zu ihnen kommen. Spielende Kinder sind gefundenes Fressen für Zecken - wortwörtlich.
Hunde und Katzen fallen den Zecken besonders häufig zum Opfer und tragen die unliebsamen Parasiten in Ihr Haus. Achten Sie vermehrt auf Zecken bei Ihren Vierbeinern und suchen Sie sie jeden Abend nach Mitbringseln ab. Mit einem speziellen Zeckenhalsband können Sie außerdem vorbeugen.
Zwar ist die Hauptsaison der Zecken im Frühjahr bis Sommer, doch durch den Klimawandel ist es keine Seltenheit, dass bei uns auch im Winter wohlig warme Temperaturen herrschen. Ein Zeckenstich ist also selbst im Winter möglich ...
Nach einer einzigen Mahlzeit kann sich das Körpergewicht eines Zeckenweibchens auf das 100- bis 200-fache erhöhen. Im Vergleich: Würde das auch auf Dracula zutreffen, wäre der Fürst der Finsternis nach einer Blutmahlzeit so schwer wie ein Lastwagen.
Zecken sind keine Insekten und sie beißen nicht. Sondern: Zecken sind Spinnentiere und sie stechen, auch wenn fälschlicherweise das Wort "Zeckenbiss" häufiger verwendet wird.