Lepra, Ebola, Pocken: Die schlimmsten Killerseuchen

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Manche Krankheiten forderten tausende Menschenleben - und viele von ihnen sind trotz modernster Medizin längst nicht ausgerottet. Die weltweit schlimmsten Seuchen im Überblick.

Jährlich erkranken weltweit immer noch mehr als 200.000 Menschen an der Infektionskrankheit Lepra. Vor allem im Mittelalter zog die Seuche weite Kreise und wurde von der Kirche als gerechte Strafe Gottes für eine sündhafte Lebensführung erachtet. Zudem mussten die Kranken eine spezielle Leprakleidung tragen und sich an strenge Regeln halten, welche ihnen etwa die Körperwäsche in Quellen und Rinnen verbot.
In Westafrika kam es 2014/2015 zum größten Ausbruch von Ebola in der Geschichte der Menschheit. Laut Robert-Koch-Institut starben insgesamt mehr als 11.000 Menschen an der Krankheit. Sie wird durch das Ebola-Virus ausgelöst, das zu den gefährlichsten Erregern der Welt zählt. Es verursacht hohes Fieber, Schmerzen, Erbrechen, Durchfall und oft Blutungen. 2018 ist eine Ebola-Epidemie im Kongo ausgebrochen. Bis Januar 2019 forderte diese bereits 461 Tote.
Pockeninfektionen gab es seit Jahrhunderten. Symptome der bakteriellen Erkrankung tauchten bereits im Alten Testament auf. Bei einer der schlimmsten Epidemien starben in den 1970er-Jahren in Indien mindestens 20.000 Menschen. In Deutschland trat der letzte Fall 1972 auf. 1980 wurde die Welt dank Impfungen für pockenfrei erklärt.
200.000 Menschen erkranken laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 2016 jährlich an Gelbfieber, 30.000 sterben. 90 Prozent der Infektionen werden in Afrika registriert. Das gefährliche Virus wird hauptsächlich von der Gelbfiebermücke übertragen. Gegen Gelbfieber existiert eine effektive Impfung. In manchen Ländern besteht für Reisende eine Impfpflicht.
Im Mittelalter dezimierte die Pest die europäische Bevölkerung um etwa die Hälfte. In China und Indien fielen der Beulenpest, einer der drei klinischen Hauptformen, seit 1896 zwölf Millionen Menschen zum Opfer. Obwohl Impfstoffe existieren, werden regelmäßig Fälle des "Schwarzen Tod" bekannt. Die bakterielle Krankheit ist hochgradig ansteckend, wird sie frühzeitig erkannt, ist die Chance auf Heilung aber hoch.
Etwa eine Million Menschen starben laut WHO 2016 an AIDS. Die Krankheit, die durch das HI-Virus übertragen wird, ist immer noch unheilbar. Weltweit leben 36,7 Millionen Menschen mit HIV. Antiretrovirale Medikamente können den Ausbruch von Aids aber lange zurückhalten.
An der Tropenkrankheit Malaria waren 2017 laut WHO über 219 Millionen Menschen erkrankt. Knapp eine halbe Million davon starben. Besonders in Afrika südlich der Sahara grassiert das sogenannte Sumpffieber. Neu ist die Infektionskrankheit nicht. Sie begleitet die Menschheit schon seit ihrer Entstehung vor etwa 200.000 Jahren. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Sie werden von Mücken übertragen und verursachen unter anderem starkes Fieber und Gliederschmerzen.
Tuberkulose steht mit Aids und Malaria an der Spitze der tödlichen Infektionskrankheiten. 2017 erkrankten etwa zehn Millionen Menschen neu daran, 1,6 Millionen starben. Etwa ein Viertel der Weltbevölkerung ist aktuell infiziert. Bei fünf bis 15 Prozent davon bricht die Krankheit aus. Der bakterielle Erreger wurde mit den Jahren zunehmend resistent gegen verschiedene Antibiotika. Er befällt die Lunge, kann aber auch andere Organe wie den Darm oder die Knochen betreffen. Das Hauptsymptom ist anhaltender Husten mit Auswurf, der blutig sein kann.
Jährlich sterben weltweit 290.000 bis 650.000 Menschen an der durch verschiedene Formen der Influenza-Viren ausgelösten Grippe. Eine der schlimmsten Pandemien war die "Spanische Grippe" (Bild). Nach neuesten Erkenntnissen kostete sie zwischen 1918 und 1920 knapp 50 Millionen Menschen das Leben. Die "asiatische Grippe" forderte 1957 eine Million Todesopfer, die "Hongkong-Grippe" (1968) 700.000 bis zwei Millionen Tote.
Zum ersten Mal wurde die Cholera 600 v. Chr. in Indien dokumentiert. Im 18. Jahrhundert breitete sich die Seuche nach Westen aus und forderte Tausende Opfer. Auch heute bricht die bakterielle Darmerkrankug, die schwere Durchfälle verursacht, immer wieder aus. Beim größten bekannten Cholera-Ausbruch der Geschichte haben sich im Jemen 2016 und 2017 etwa 1,5 Million Menschen angesteckt. 2018 konnte die Epidemie eingedämmt werden. Übertragen wird sie meist durch verseuchtes Wasser oder ebensolche Nahrung.
Die Sars-Welle in Asien zwischen 2002 und 2003 tauchte urplötzlich auf. Das Virus wurde von Asienreisenden auf dem ganzen Kontinent verteilt. Beinahe 1.000 Menschen starben. Die WHO warnte vor einer Pandemie, doch dank Reisewarnungen, Desinfektionsmaßnahmen und Zwangsquarantänen konnte bis 2004 die Verbreitung der Seuche gestoppt werden.