Reinhold Messner: Wer sich in den Höhen bewegt, kennt die Tiefen

Er ist der wohl bekannteste Bergsteiger unserer Zeit: Am 17. September feiert Reinhold Messner seinen 75. Geburtstag. Der Südtiroler hat einen Großteil der Welt von oben gesehen. Doch wie er selbst sagt, kosten Abenteuer immer auch Schmerzen. Höhen und Tiefen hat er in seinem Leben bislang einige erlebt. Ein Rückblick. © spot on news

Reinhold Messner wird am 17. September 1944 in Brixen in Südtirol geboren. Er ist das zweitälteste von neun Kindern. An der Universität Padua studiert er später Vermessungskunde. Anschließend ist er für kurze Zeit als Mathematiklehrer tätig.
Messners Leidenschaft ist die Natur – vor allem in den Bergen fühlt er sich zu Hause. Er meistert eine Erstbegehung nach der nächsten, darunter die Marmolada-Südwand in den Dolomiten sowie den Yerupaja Chico in Peru. Dann folgt ein Schicksalsschlag ...
Im Mai 1970 bricht Messner gemeinsam mit Karl Herrligkoffer und weiteren Abenteurern zum Nanga Parbat auf. Sie wollen die bis dahin noch unbestiegene Rupalwand durchsteigen. Auch Messners zwei Jahre jüngerer Bruder Günther ist als Nachrücker mit von der Partie. Beim gemeinsamen Abstieg vom Gipfel verschwindet Günther.
Was genau passiert ist, ist bis heute unklar. Die Aussagen der Beteiligten über die Geschehnisse gehen auseinander. Messner erleidet schwere Erfrierungen an Händen und Füßen. Mehrere Zehen müssen ihm amputiert werden.
Kurz darauf heiratet Messner Uschi Demeter, mit ihr ist er von 1972 bis 1977 verheiratet. Später folgt eine Beziehung mit Nena Holguin (Bild), aus der Tochter Layla stammt.
Am 8. Mai 1978 erklimmt Messner mit Peter Habeler (Bild) den Gipfel des Mount Everest. Es ist das erste Mal, dass ein Mensch den Gipfel des höchsten Berges der Erde ohne Zuhilfenahme von Flaschen-Sauerstoff erreicht. Zwei Jahre später wiederholt er das Kunststück noch einmal.
Und noch einen weiteren Rekord hat Messner inne: Er besteigt als Erster alle vierzehn Achttausender: Zwischen 1970 und 1986 bezwingt der Südtiroler die Giganten alle ohne Flaschensauerstoff. Bislang ist dies erst 17 weiteren Menschen gelungen.
Seit den 80er-Jahren engagiert sich Messner für den Umweltschutz – nicht nur mittels Buchveröffentlichungen, auch politisch wird er aktiv. 1999 wird er als parteiloser Kandidat für die ökosoziale Partei Verdi Grüne Vërc für fünf Jahre ins Europäische Parlament gewählt. Später versucht er selbiges noch einmal bei den bayerischen Grünen, wird jedoch als Kandidat nicht berücksichtigt.
Die Abenteuerlust hat Messner über die Jahre keinesfalls verloren. Und so durchquert er in den Jahren 1989 und 1990 gemeinsam mit Arved Fuchs die Antarktis (Bild), läuft 1993 2.200 Kilometer durch Grönland und 2004 noch einmal 2.000 Kilometer durch die Wüste Gobi in der Mongolei.
Privat findet Messner (zeitweise) sein Glück mit der Wiener Textildesignerin Sabine Stehle (Bild). Die beiden heiraten im Jahr 2009 und bekommen drei Kinder. Im August 2019 wird allerdings die Trennung der beiden bekannt gegeben. Doch die Bergsteiger-Ikone hat bereits eine neue Frau an seiner Seite, die "ein paar Jahrzehnte jünger“ ist.
Noch immer ist der 75-Jährige in den Bergen unterwegs. Allerdings spürt auch er, dass seine Fähigkeiten mit der Zeit geringer werden, wie er spot on news in einem Interview verriet. Er konzentriert sich daher zunehmend auf andere Beschäftigungen wie sein 2006 eröffnetes Messner Mountain Museum (Bild) oder das Filmedrehen.
Erst im April diesen Jahres konnte sich Messner über den österreichischen Film- und Fernsehpreis Romy freuen. Seine dritte Regiearbeit "Mount Everest – Der letzte Schritt" wurde als beste TV-Dokumentation ausgezeichnet. Er sagt über sich selbst: "Im Moment lebe ich in meinem siebten Leben und mache Filme." Sein nächster soll eine Geschichte rund um Bergsteiger-Intrigen aufgreifen.