Mengla-Virus entdeckt: Forscher sind bei chinesischen Flughunden auf ein bislang unbekanntes Virus gestoßen. Dieses weist eine enge Verwandtschaft zum gefährlichen Ebola-Erreger auf. Nun stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist der Fund?

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Chinesische Forscher der Duke-NUS Medical School in Singapur und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Wuhan sind in der Leber eines Rosettenflughunds in der südwestchinesischen Provinz Yun auf ein neues Virus aus der Familie der Filoviridae gestoßen. Zu diesen zählt auch das Ebolavirus.

Das Mengla-Virus (bennant nach dem Landkreis aus dem der Flughund stammt) weist dabei sowohl genetische Unterschiede als auch Parallelen zum Ebola-Erreger auf: Denn beide Gattungen infizieren Zellen mithilfe desselben Rezeptorproteins, des sogenannten NPC1.

Bekannt ist das Virus bereits seit Dezember 2015, die Wissenschaftler haben aber nun die Gene des Erregers nachgewiesen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in dem Fachmagazin "Nature Microbiology". Darin erklären sie, dass es sich bei dem Fund möglicherweise sogar um eine gänzlich neue Viren-Gattung handeln könnte.

Mengla-Virus: Wie gefährlich ist er?

Eine besorgniserregende Übereinstimmung mit dem Ebola-Virus haben die Forscher bereits entdeckt: Auch beim Mengla-Virus besteht das Risiko einer Übertragung von Spezies zu Spezies.

Im Labor wurde bereits mit Zellen von Affen, Hamstern, Hunden und Menschen experimentiert. Das Ergebnis: Eine Infektion ist möglich. Dennoch sind noch weitere Studien nötig, um das Ausbreitungsrisiko zu bestimmen.  © 1&1 Mail & Media / CF

Wegen der zahlreichen Ebola-Fälle im Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Mittwoch den Krisenausschuss einberufen. Das teilte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei Twitter mit.