Wüste, Berg oder radioaktiv verstrahlt: Das sind die lebensfeindlichsten Orte der Welt

Ob Wüste, Berggipfel oder radioaktiv verstrahltes Gebiet: An manchen Orten dieser Welt ist Leben kaum möglich. Und trotzdem gibt es immer wieder Lebewesen, die sich den Widrigkeiten anpassen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Unsere Erde ist wunderschön und überall gibt es Leben. Wirklich überall? Manche Orte auf unserem Planeten sind besonders unwirtlich und lassen Leben nur schwer zu. Oder wir Menschen sind durch Verschmutzungen oder Bergbau verantwortlich dafür, dass Leben nahezu unmöglich wird. Reisen Sie mit uns zu den lebensfeindlichsten Orten dieser Welt!
Wagen wir uns zunächst nach Afrika, genauer gesagt nach Äthiopien: Wie Forscher herausfanden, ist in den Tümpeln in der Danakil-Senke kein Leben möglich. Der spektakuläre Anblick ist das Ergebnis von vulkanischen Quellen und Gasen sowie Temperaturen von mehr als 100 Grad. Mit der Kombination aus extremer Säure, einem Salzgehalt von bis zu 70 Prozent und Hitze können selbst härteste Mikroben oder Bakterien nicht umgehen.
Tschernobyl und Fukushima kennen wir alle, doch ist Ihnen auch das Atom-Unglück von Kyschtym ein Begriff? 1957 explodierte in der Nuklearanlage Majak in Russland ein Tank voll radioaktiver Flüssigkeit. Bereits zuvor wurde jahrelang radioaktiver Abfall in den anliegenden Karatschai-See eingeleitet. Die Folge: Bereits das Ufer des Sees ist so verstrahlt, dass nur eine Stunde Aufenthalt einen Menschen töten kann.
In Tschernobyl sorgt Strahlung ebenfalls für lebensfeindliche Umstände. 1986 explodierte ein Reaktorblock des Kernkraftwerks, das Gebiet wurde zur Sperrzone. Die verlassenen Orte locken inzwischen Touristen an, bis auf wenige Rückkehrer leben aber keine Menschen in der Zone. Flora und Fauna scheinen sich dagegen erholt zu haben.
Dascht-e Lut liegt im Iran und ist die wohl heißeste Wüste der Welt. 2016 wurde von Satelliten die höchste jemals auf der Erde gemessene Bodentemperatur nachgewiesen: 78,2 Grad Celsius. Dass diese Messungen niemand direkt vor Ort vornehmen kann, erklärt sich von selbst. Ebenso, dass die Wüste menschenleer ist - und wohl auch immer war: Bis heute wurden keine Fossilien oder Hinweise auf früheres menschliches Leben gefunden.
Geröll, Salz und Lava: Die Atacama in Chile ist der trockenste Platz des Planeten außerhalb der Polargebiete. In manchen Teilen der Wüste hat es jahrzehntelang nicht geregnet. Die NASA trainiert hier für zukünftige Marsmissionen. Leben gibt es in der Atacama auch sonst: Bereits vor mehr als 7.000 Jahren siedelten sich Menschen an.
Ein weiteres "Tal des Todes" befindet sich auf der russischen Halbinsel Kamtschatka am Fuße des Vulkans Kikpnych und wurde zufällig entdeckt. Einer Legende nach verirrten sich in den 1930er-Jahren Jäger und stießen auf ein Tal voller Tierkadaver. Sie bekamen starke Kopfschmerzen und ergriffen die Flucht. Die Ursache sind giftige Gase aus dem Vulkan, die sich im Tiefland sammeln und nicht von Winden fortgetragen werden.
Als "Jacuzzi der Verzweiflung" bezeichnen Forscher diesen Unterwasser-See im Golf von Mexiko, etwa 1.000 Meter unter der Wasseroberfläche. Das Wasser darin ist etwa 18 Grad warm, enthält kaum Sauerstoff, aber Methan und Schwefelsauerstoff und ist fünfmal salziger als das Meerwasser drumherum. Größere Lebewesen werden, einmal hineingeschwommen, nicht lebend herauskommen und erstarren quasi zu Salzsäulen.
In der Mponeng-Goldmine in Südafrika lebt der einsamste Organismus der Welt. Dort, wo sich sonst kaum Leben hinverirrt, nämlich in 2.800 Metern Tiefe, entdeckte man den als "Desulforudis audaxviator" bezeichneten Mikroorganismus. Er lebt vollkommen abgeschlossen von der Erdoberfläche und zirkuliert in 60 Grad heißer Lösung. Seit 25 Millionen Jahren ist sein Lebensraum isoliert, Sauerstoff und Licht sind nicht vorhanden.
Dass man an der antarktischen Eiskappe, wo Temperaturen von bis zu minus 90 Grad Celsius herrschen, Leben entdecken kann, ist kaum vorstellbar. Ohne Schutz und Atemgerät würde ein Mensch hier nicht lange überleben. Doch in den Eisschichten, die sich 3.500 Meter über dem Meer befinden, lassen sich zahlreiche Mikroorganismen nachweisen.
Ein Atemgerät braucht man auch, wenn man die Spitze des Mount Everest erklimmen möchte. Ab 8.000 Metern beginnt die Todeszone, der Luftdruck beträgt nur rund ein Drittel des Normaldrucks auf Meeresspiegelniveau. Starke Winde und extreme Temperaturschwankungen machen den Ort zusätzlich lebensfeindlicher. Nur wenige Vögel und eine Spinnenart sind in so extremen Höhen zu finden. Immerhin konnte man bereits 30 Arten von Flechten nachweisen.
Besonders lebensfeindlich sind Abwässer von Bergwerken, die durch Schwermetalle verunreinigt sind. Doch auch hier fühlen sich Bakterien und Archaeen wohl. Um Energie zu gewinnen, oxidieren sie Schwefel oder Eisen. Tiere oder Pflanzen sollte man an diesen Gewässern aber wohl nicht erwarten.