Bereits in der Kreidezeit haben Dinosaurier mit lausähnlichen Insekten leben müssen. Diese fraßen anscheinend Federn. Bisher waren aus der Zeit nur Parasiten bekannt, die sich von Blut ernährten.

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Lausähnliche Insekten piesackten schon Dinosaurier in der Kreidezeit. Das belegen zehn Exemplare einer Insektenart, die Wissenschaftler in zwei Stücken Bernstein aus Myanmar (Birma) gefunden haben. Ins versteinerte Harz eingeschlossen sind auch Federn, die Bissspuren aufweisen.

Bereits in der Kreidezeit haben Dinosaurier mit lausähnlichen Insekten leben müssen.

"Diese Entdeckung zeigt, dass das federfressende Verhalten von Insekten mindestens aus der mittleren Kreidezeit stammt und mit der Ausbreitung von gefiederten Dinosauriern, einschließlich frühen Vögeln, einhergeht", berichten die Forscher um Dong Ren von der Capital Normal University in Peking (China) und Chungkun Shih vom National Museum of Natural History in Washington (USA) im Fachjournal "Nature Communications".

Bisher waren aus der Kreidezeit nur Parasiten bekannt, die sich von Blut ernähren.

Erhebliche Unterschiede zu allen bekannten Insekten

Das Alter des Umgebungsgesteins der Bernsteinstücke bestimmten die Forscher radiometrisch auf etwa 99 Millionen Jahre. Der Bernstein könnte aber älter sein, da an ihm Transportspuren zu finden sind.

Während das älteste bekannte Lausfossil, rund 44 Millionen Jahre alt, schon fast wie eine moderne Laus aussieht, zeigen sich bei der neuen Art Mesophthirus engeli erhebliche Unterschiede zu allen bekannten Insekten. Die Abweichungen sind so groß, dass Ren, Shih und Kollegen die neue Familie Mesophthiridae dafür einführen und die Eingruppierung in eine Ordnung offen lassen.

Einige Merkmale des Insekts deuten auf eine Lebensweise als Parasit außerhalb des Wirtskörpers hin: robuste und kurze Beine, die für schnelle Bewegungen oder Sprünge ungeeignet sind, sowie sehr kleine Endstücke des Insektenfußes (Prätarsen) mit einer einzigen Klaue.

Insekten nur im Puppenstadium erhalten

Weiterhin hat Mesophthirus engeli einen flügellosen und abgeflachten Rumpf, reduzierte Augen, kurze Antennen und kräftige Kiefer zum Kauen. Weil die Insekten nur im Puppenstadium erhalten sind, ist bisher nicht bekannt, wie ausgewachsene Exemplare der Art aussahen. Die größte Puppe war ohne Antennen nur 0,23 Millimeter lang.

Zu welchen Dinosaurierarten die erhaltenen Federn gehören, ist noch nicht bekannt. Den Wissenschaftlern zufolge könnte es sich um verschiedene Arten handeln. Dass Mesophthirus engeli sich von den Federn ernährte, ergibt sich für sie aus dem Vergleich mit heutigen Lebewesen.

"Die beschädigten Bereiche der Feder im Bernstein Nr. 1 sind den durch lebende Läuse verursachten angefressenen Bereichen oder Löchern von Vogelfedern sehr ähnlich", schreiben die Forscher. (ff/dpa)