Hurrikan "Dorian" hat auf seinem Weg Richtung US-Ostküste bereits schwere Schäden angerichtet. Obwohl er auf Stufe zwei herabgesetzt wurde, ist die Gefahr beileibe nicht gebannt. Was den Wirbelsturm so gefährlich macht.

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Der zerstörerische Hurrikan "Dorian" hat die Bahamas fest im Griff: Am Dienstagmorgen (Ortszeit) teilte das US-Hurrikanzentrum mit, dass sich der Wirbelsturm direkt nördlich der Insel Grand Bahama festgesetzt habe.

Auf der karibischen Inselgruppe hat "Dorian" schwere Zerstörungen hinterlassen. Teile Grand Bahamas wurden großflächig überschwemmt. Mindestens fünf Menschen starben Behördenangaben zufolge auf den benachbarten Abaco-Inseln.

Am Sonntag war "Dorian" mit Windgeschwindigkeiten von knapp 300 Stundenkilometern auf Land getroffen. Dort schwächte er sich etwas ab und wurde am Montag zu einem Hurrikan der Kategorie vier von fünf herabgestuft. Da die Windgeschwindigkeiten im Laufe des Tages erneut nachließen, stufte die Behörde das Unwetter sogar auf die Stufe drei und anschließend auf Stufe zwei herab.

Experten warnen jedoch davor, dass "Dorian" auch in den kommenden Tagen ein mächtiger Hurrikan und "extrem gefährlich" bleiben werde.

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Was macht Hurrikan "Dorian" so gefährlich?

Obwohl "Dorian" auf Stufe zwei herabgesetzt wurde, betragen die Windgeschwindigkeiten immer noch über 160 Kilometer pro Stunde. Jeder Gegenstand, selbst eine Zitrone am Baum, kann bei solchen Geschwindigkeiten zu einem gefährlichen Geschoss werden.

Vereinzelte Windböen können immer noch Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometer pro Stunde erreichen. Außerdem können Winde in Hurrikan-Stärke bis zu 75 Kilometer vom Zentrum des Sturms entfernt auftreten. Dabei kommt hinzu: "Dorian" zieht nur quälend langsam über die Bahamas.

Der Hurrikan verharrte beinahe regungslos nördlich von Grand Bahama: "Dorian" bewegte sich am Sonntagabend mit sieben Stundenkilometern westwärts, am Montag nur noch mit weniger als zwei Stundenkilometern. Die Bahamas waren den massiven Regenfällen und zerstörerischen Winden also stundenlang ausgeliefert.

"Dorian" könnte "lebensgefährliche" Sturmfluten bringen

Meteorologen befürchteten "lebensgefährliche" Sturmfluten von bis zu sieben Metern Höhe. Die Überschwemmungen gelten als größere Bedrohung als die starken Winde. Regierungschef Hubert Minnis sprach angesichts der noch gar nicht gänzlich erfassbaren Zerstörung bereits von einer "historischen Tragödie".

Ein Hurrikan dieser Stärke sorgt an Land typischerweise für schwere Schäden und Überschwemmungen: Häuser werden abgedeckt oder brechen zusammen, Bäume und Strommasten knicken ein; die Versorgung mit Strom, Trinkwasser und Kommunikationsnetzen kann für Tage oder Wochen zusammenbrechen. Zusätzlich machen die Wetterbedingungen Rettungseinsätze beinahe unmöglich.

Und ein Hurrikan dieser Stärke hinterlässt nicht nur in unmittelbarer Nähe eine Schneise der Verwüstung. Eine Hurrikan-Warnung besteht auch für Floridas Ostküste, der "Dorian" laut dem US-Hurrikanzentrum "gefährlich nahe kommen" könnte. Am Montagnachmittag wurden hier bereits Windböen von knapp 80 Kilometern pro Stunde gemessen, aktuellen Satellitenbildern zufolge bewegt sich der Sturm nun langsam Richtung USA.

An den Küsten der US-Bundesstaaten Georgia, South Carolina und auch North Carolina machen sich die Bewohner ebenfalls auf Sturmböen, Regen und Flutwellen in den kommenden Tagen gefasst.

Evakuierungen der Regionen mit Hunderttausenden Einwohnern waren am Montag gestartet. Auch der nördlichere US-Bundesstaat Virginia, in dem die Auswirkungen "Dorians" ab Donnerstag zu spüren sein sollen, verhängte am Montag vorsorglich den Notstand, um die behördlichen Vorbereitungen anzutreiben und einen Hilfseinsatz vorzubereiten.

Bei Hurrikan "Dorian" handelt es sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen.

Was ist ein Hurrikan der Kategorie fünf?

Die Stärke eines Hurrikans wird nach einer von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala bemessen. Sie teilt Hurrikans je nach ihrer Stärke in fünf Kategorien ein, aus denen sich ihre Gefährlichkeit ergibt.

Kategorie fünf ist die höchste Stufe, sie gilt bei Windgeschwindigkeiten ab 252 Stundenkilometern. In der Regel werden Wirbelstürme dieser Stärke von schweren Sturmfluten begleitet, wenn sie an Land treffen. Wegen sintflutartiger Regenfälle kann aber selbst ein Hurrikan der Stufe eins extrem gefährlich werden.

Wie häufig gibt es Hurrikans der Stärke fünf?

Wirbelsturm "Dorian" hält auf USA zu. So wütete er auf den Bahamas.

Seit einiger Zeit nimmt die Zahl extrem starker Hurrikans zu. Seit 2016 erreichte jährlich mindestens ein Sturm über dem Atlantik die höchste Stufe - ein Serienrekord. Zuvor waren sie deutlich seltener.

Wissenschaftler warnen schon seit langem, dass die Tropenstürme durch die weltweite Klimaerwärmung noch zerstörerischer werden dürften. Einige sagen, dies sei jetzt schon der Fall. Ein Grund dafür sind die zunehmenden Temperaturen der Ozeane, die zur Entstehung schwerer Hurrikans beitragen.

Aber auch der wachsende Meeresspiegel könnte dazu führen, dass Sturmfluten im Gefolge der Hurrikans immer häufiger die Küstenschutzanlagen überwinden dürften.

Wie entsteht ein Hurrikan?

Wissenschaftler sind sich nicht ganz einig, wie und warum sich ein Hurrikan bildet. Eines ist allerdings klar: Der Wirbelsturm braucht zwei Bestandteile.

Erstens benötigt ein Sturm die Energie von warmem Wasser, um zu einem Hurrikan zu werden. Dabei beträgt die Wassertemperatur in der Regel 26 Grad oder mehr.

Der zweite Bestandteil ist Wind, der weder die Richtung noch die Geschwindigkeit in großem Maße ändert, während er in den Himmel aufsteigt. Winde, die sich ständig drehen und an Kraft gewinnen oder verlieren, reißen Stürme auseinander.

Das Wetterphänomen entsteht immer in der Passatwindzone. Hier sind ideale Bedingungen gegeben. Das Wasser verdunstet in großen Mengen und steigt auf. Durch Kondensation bilden sich große Wolken.

Durch diesen Prozess wird extrem viel Energie freigesetzt, wodurch die Luft in den Wolken aufgeheizt wird. Sie dehnt sich aus und steigt noch weiter auf. Auf der Meeresoberfläche entsteht so ein gewaltiger Unterdruck, der Luft aus der Umgebung nachströmen lässt.

Da die Fläche, die ein Hurrikan bedeckt, sehr groß ist, entsteht kein einheitlich geschlossenes Luftpaket. Vielmehr bilden sich spiralförmige Regenbänder und dazwischenliegende Zonen ohne Regen. (ff)

Verwendete Quellen:

  • NASA: "What Are Hurricanes?"
  • dpa
  • afp
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