Bunte Berge, brennendes Wasser: Das sind die atemberaubendsten Naturphänomene

Bunte Berge, brennende Wasserfälle und einzigartige Formationen: Auf unserem Planeten gibt es zahlreiche Naturphänomene, die auf den ersten Blick unglaublich scheinen. Hinter fast jedem Phänomen steckt aber eine plausible Erklärung.

Dies ist eine Lenticularis-Wolke. Diese Wolkenart wird aufgrund ihrer linsenförmigen Erscheinung manchmal mit einem UFO verwechselt. Lenticularis-Wolken bilden sich, wenn über den Bergen die Luft angehoben wird. Sie können auch an der Grenze von zwei verschiedenen übereinander liegenden Luftschichten entstehen.
Dieses Bild wirkt seltsam künstlich, wurde aber in der Nähe der Ortschaft Chamarel auf Mauritius aufgenommen. Das Phänomen nennt sich Siebenfarbige Erde. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Die Farben kamen zustande, weil sich Basaltlava in Tonminerale umgewandelt hat. Eisen und Aluminium sorgen für das Farbspektrum.
Das Tessellated Pavement in Eaglehawk Neck (Australien) ist eine natürliche Terrasse und besteht aus einem flachen Felsen, der sich in viele Quadrate, Rechtecke und dergleichen geteilt hat. Einige Steine sind ausgewaschen, da sie während der Ebbe stärker austrocknen. Salzkristalle lassen die Oberfläche dort schneller erodieren. Andere Steine sind erhaben, da der Sand an den Fugen entlang fließt und diese abträgt.
Die Coyote Buttes sind eine spektakuläre Canyon-Landschaft in Arizona. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Felsenformation "The Wave" (zu Deutsch: die Welle). Vor Hunderttausenden von Jahren war das Gebiet eine Seenlandschaft. Als diese austrocknete, formten Wind und Wetter die wellenförmigen Muster.
Der Spotted Lake liegt in der kanadischen Provinz British Columbia und hat keinen Abfluss. Seinen Namen hat er einer Vielzahl von Mineralien zu verdanken. Im Sommer verdunstet ein großer Teil des Wassers im See und die Konzentration von beispielsweise Kalzium, Natrium- oder Magnesiumsulfat steigt. Die Mineralien werden dann in Form von bunten Pools sichtbar.
Der Fly Geyser in Washoe County (USA) wurde quasi von Menschenhand geschaffen. Er ist das Ergebnis einer fehlerhaft durchgeführten Bohrung. Das Loch wurde nicht sachgerecht verschlossen, wodurch Wasser aufstieg und Mineralien an die Oberfläche befördert wurden. Diese lagerten sich am Ausgang des Lochs ab, dadurch entstand in den vergangenen Jahrzehnten der bunte Kegel.
Das Polarlicht, auch Aurora borealis genannt, sieht man vor allem in der Nähe der Magnetpole. Es entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen aus der Magnetosphäre auf die Atmosphäre treffen. Dabei werden Stickstoff- und Sauerstoffatome angeregt.
Pamukkale in der Türkei ist vor allem wegen seiner Kalkterrassen bekannt. In den vergangenen Jahrtausenden lief stetig kalkhaltiges Thermalwasser aus der Quelle die Terrassen hinab. So formten sich die Stufen, die auch heute noch mit dem Wasser gefüllt sind.
In der Weißen Wüste (Ägypten) stehen einige faszinierende Kalkstein-Monolithen. Sie bestehen aus Plankton. Vor 80 Millionen Jahren bedeckte das heutige Mittelmeer die Wüste. Durch Wind, Wetter und die extremen Temperaturunterschiede erodierte das Material und die unterschiedlichsten Formationen bildeten sich.
Wenn es im Winter besonders kalt ist, können Beobachter weiße Blasen im klaren Eis des Abraham Lake in Kanada bewundern. Dabei handelt es sich um gefrorene Methanblasen. Ganzjährig steigt Methan vom Grund des Sees auf. Wenn es im Winter kältere Gewässerschichten erreicht, gefriert es.
Im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien gibt es einen Wasserfall, der nur an wenigen Tagen im Februar Feuer fängt. Der sogenannte Pferdeschwanzfall - oder auch Firefall - wird in dieser Zeit von der untergehenden Sonne so beleuchtet, dass er aussieht, als würde er brennen.
Sie werden auch die Regenbogenberge genannt: Das Danxia-Gebirge in China besteht aus verschiedenen Sandsteinschichten. Durch Erosion und Verwitterung ist dabei diese ungewöhnliche Farbvielfalt entstanden.
Im kalifornischen Death-Valley-Nationalpark wandern große und schwere Steine über einen ausgetrockneten See und hinterlassen Spuren. Dafür müssen die richtigen Bedingungen erfüllt sein: Im Winter füllt sich eine Fläche genau so viel mit Wasser, dass sich eine schwimmende Eisschicht bildet. Die Steine dürfen nicht versinken. Wenn es in der Nacht genau die richtige Temperatur hat, zerspringt das Eis durch die aufgehende Sonne in Stücke. Ein wenig Wind bläst die Eisschollen über die Fläche, dabei schieben sie die Steine vor sich her.
Am Fuße des Berges Vestrahorn (Island) befinden sich schwarze Sanddünen. Solche Strände sind nach Vulkanausbrüchen entstanden. Wenn die Lava aufs Meer trifft, explodiert sie und kühlt sich ab. Dabei setzen sich erkaltete, zerkleinerte Lava und vulkanische Asche ab - in Form von schwarzem Sand.
Die größte Salzebene der Welt ist die Salar de Uyuni in Bolivien. Sie ist dermaßen weitläufig und flach, dass sie nach Regen zum wohl größten Spiegel der Welt wird.
Der Cano Cristales ist ein Fluss in Kolumbien, der auch "Fluss der fünf Farben" genannt wird. Zwischen September und November gleicht er einem fließenden Regenbogen. Das liegt an einer einmaligen Pflanzenart, auch Macarenia clavigera bezeichnet, die am Grund des Flusses wächst. Nur innerhalb einer kurzen Zeitspanne zwischen Regen- und Trockenzeit, wenn der Wasserstand genau richtig ist, entwickelt sie ein leuchtendes Rot.
Der Vulkan Kawah Ijen in Indonesien spuckt bei einem Ausbruch blaue Lava. Flüssiger Schwefel strömt aus dem Vulkanschlot und ist dabei so heiß, dass er hellblau brennt.
Hier wurde nicht das Polarlicht fotografiert. An vielen Orten der Erde kann man sogenannte Sonnensäulen sehen - Säulen aus Licht, die aufzusteigen scheinen. Flache, flackernde Eiskristalle reflektieren dabei das Sonnenlicht in der oberen Atmosphäre. Wenn es besonders kalt ist, so wie in Alaska, können diese Eiskristalle auch in Bodennähe als eine Art leichter Schnee entstehen. Wenn sie Licht vom Boden reflektieren, können sie diese Lichtsäulen bilden.
Die sogenannten Feenkreise treten beispielsweise in der Wüste Namibias auf. Es handelt sich dabei um kahle Stellen inmitten von Grasflächen, die von üppig wachsenden Graskränzen umschlossen werden. Der Grund dafür sind: Termiten. Die Tiere fressen rings um ihre Nester die Wurzeln der Gräser ab. Ohne sie verbleibt mehr Wasser im Boden, was für Termiten überlebenswichtig ist.
Lebewesen, die Licht erzeugen, lassen das Meer auf den Malediven blau erstrahlen. Dieses Phänomen nennt sich Biolumineszenz und wird meistens von winzigen Algen ausgelöst. Das Substrat Luciferin reagiert in ihnen mit dem Enzym Luciverase. Dabei wird Sauerstoff aufgenommen und das Enzym nimmt einen energiereicheren Zustand an. Diese zusätzliche Energie wird als Licht abgegeben. Je höher die Sonnenaktivität am Tag war, desto mehr leuchten die Algen bei Nacht.