Seit März stellten viele tote Blaumeisen Experten vor ein Rätsel. Tausende Fälle wurden in Deutschland gemeldet. Die Untersuchung toter Tieren hat nun Erkenntnisse zur Ursache gebracht.

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Ein mysteriöses Blaumeisen-Sterben hat Experten unlängst vor ein Rätsel gestellt. Nun haben die Wissenschaftler den Grund dafür gefunden.

Am 11. März waren die ersten Fälle aus Rheinland-Pfalz und Hessen bekannt geworden, später folgten Hinweise bis nach Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, berichtet der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Bundesweit waren der Umweltorganisation zufolge mehr als 8.000 kranke oder verendete Tiere gemeldet worden.

Die Krankheit sei offenbar ansteckend und trete häufig dort auf, wo viele Vögel zusammenkämen, etwa an Futterhäuschen. Der Nabu appellierte deshalb an Vogelfreunde in ganz Deutschland, tote oder kranke Blaumeisen zu melden und Proben für Untersuchungen einzuschicken.

Neben Meisen auch andere kleine Singvögel betroffen

Als Grund für den Tod haben Experten nun ein Bakterium ausgemacht. "Die bei uns untersuchten Tiere sind alle an einer Lungenentzündung gestorben, für die das Bakterium Suttonella ornithocola der Auslöser war", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) am Mittwoch.

Der Erreger sei jeweils aus den inneren Organen der Tiere isoliert worden, hieß es von der Behörde. Demnach handelt es sich um ein Bakterium, das 1996 in England und Wales erstmals für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht wurde. 2018 wurde der Erreger im Zusammenhang mit einem Versterben von Meisen erstmalig in Nordrhein-Westfalen beschrieben. Ein Gefährdungspotenzial für Menschen oder andere Tiere scheine nicht zu bestehen, hieß es unter Verweis auf eine noch spärliche Datenlage dazu.

Von der jetzt auftretenden Krankheit sind laut Nabu anscheinend vor allem Blaumeisen betroffen, in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen und andere kleine Singvögel. Da Vögel aber auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten, sei im Umgang mit den toten Tieren immer Vorsicht geboten. Um Ausmaß, räumliche Verbreitung und Verlauf der Epidemie ermitteln zu können, ruft der Naturschutzbund weiter dazu auf, verstorbene Vögel über sein Online-Formular zu melden. (dpa/kad)

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