Beeindruckende Tierwelt: Die Gewinner des "Wildlife Photographer of the Year 2019"-Wettbewerbs

Zum 55. Mal hat das Natural History Museum die besten Tierbilder der Welt gesucht und gefunden. Über 48.000 Einsendungen aus 100 Ländern wurden angenommen. Die Bewerbung für den Wettbewerb 2020 ist ab dem 21. Oktober möglich und läuft bis zum 12 Dezember 2019. Das sind die Gewinner des Jahres 2019.

Thomas Easterbrook aus Großbritannien darf sich zu den glücklichen Gewinnern der Altersgruppe unter zehn des Jahres 2019 zählen. Während eines Urlaubs mit seiner Familie in Frankreich bekam er das kleine Taubenschwänzchen vor die Kameralinse. Passend zum Geräusch des Schmetterlings lautet der Titel des Fotos "Humming surprise" (Summende Überraschung).
Das Bild "Night glow" (Nächtliches Leuchten) von Cruz Erdmann entstand auf einem nächtlichen Tauchausflug in Indonesien. Zu sehen ist ein leuchtender Großflossen-Riffkalmar. Der Neuseeländer gewann die Alterskategorie zwischen elf und 14 Jahren.
Das Bild "Early riser" (Frühaufsteher) von Riccardo Marchgiani der Kategorie 15 bis 17 Jahre zeigt eine Dschelada-Dame mit Jungen im Simien-Nationalpark in Äthiopien. Der Italiener erzielte die eindrucksvolle Aufnahme in den frühen Morgenstunden auf einem Ausflug mit seinem Vater und einem Freund.
Der Gewinner der Kategorie "Tiere in ihrer natürlichen Umgebung" ist das Bild "Snow-plateau nomads" (Nomaden auf einem Schneeplateau) von Shangzhen Fan aus China. Die Aufnahme zeigt eine Herde Antilopen in Chinas Altun Shan Nautrreservat.
Dieses Tier sieht vielleicht aus wie eine Ameise, ist aber eigentlich eine Spinne. Genauer gesagt eine Krabbenspinne, die sich als Ameise ausgibt. Aufgenommen hat das Foto Ripan Biswas aus Indien. Ihm fiel das Tier in einem Ameisenhügel auf. Er gewann damit die Kategorie "Animal Portraits" (Tierporträts).
Mehr als ein Jahrzehnt lang hat Manuel Plaickner aus Italien jeden Frühling die Migration der Frösche in Südtirol beobachtet. Sein Bild "Pondworld" (Welt im Weiher), das in der Kategorie "Amphibien und Reptilien" gewann, entstand, indem sich der Italiener im Teich versteckte, um die laichenden Frösche zu fotografieren.
In seiner Heimat Norwegen konnte Audun Rikardsen diese atemberaubende Aufnahme "Land of the eagle" (Anflug des Adlers) machen. Drei Jahre brauchte es, bis sich ein Steinadler an die auf dem Ast installierte Kamera gewöhnt hatte und sich dort regelmäßig niederließ. Der Lohn des geduldigen Fotografen: Der Gewinn der Kategorie "Verhalten: Vögel".
Richtig, bei dieser Aufnahme handelt es sich um einen Haufen Wanderameisen. Daniel Kronauer aus den USA verfolgte die Kolonie durch den Regenwald in Costa Rica. Nachts bauten die Tiere aus ihren eigenen Körpern einen neuen Tagesunterschlupf für die Königin und die Larven. Für sein Foto "The architectural army" (Die architektonische Armee) positionierte der Fotograf seinen Apparat nur wenige Zentimeter vor dem Insektenhaufen - und gewann damit die Kategorie "Wirbellose Tiere".
Das Gewinnerfoto der Kategorie "Säugetiere" zeigt einen Puma, der ein Guanako angreift. Guanakos gehören zur Familie der Kamele. Die Aufnahme "Equal Match" (Ebenbürtige Gegner) entstand in Chile und wurde von Ingo Arndt aus Deutschland festgehalten. Die Jagd der Pumadame endete aber erfolglos.
"Tapestry of life" (Die Tapete des Lebens) zeigt die Äste einer Monterey-Zypresse. Dieser Baum wird zwar oft angepflanzt, ist aber eigentlich ausschließlich an der kalifornischen Küste beheimatet. Die orangen, schwammartigen Gebilde sind eine spezielle Algenform, bei den weißen Büscheln handelt es sich um eine Kombination aus Alge und Pilz. Der Gewinner der Kategorie "Pflanzen und Pilze" stammt aus Serbien und den USA und heißt Zorica Kovacevic.
"The garden of eels" (Der Garten der Aale) zeigt ein ruhiges Unterwasserszenario: Ein kleiner Lippfisch schwimmt, gefolgt von einem Flötenfisch, durch eine Kolonie von Röhrenaalen auf einem Areal von der Größe eines Football-Felds im Korallendreieck vor der Küste der Philippinen. Aufgenommen wurde das Bild von David Doubilet aus den USA, der sich für das Foto hinter einem Schiffswrack versteckte.
Die Kategorie "Urbane Tierwelt" gewann Charlie Hamilton James aus Großbritannien mit seiner Aufnahme von New Yorker Ratten. Das Bild "The rat pack" (Die Rattenmeute) zeigt die Tiere aus nächster Nähe bei ihrer nächtlichen Futtersuche.
Mit diesem Bild aus der Vogelperspektive, aufgenommen aus einem Hubschrauber, gewann Luis Vilariño aus Spanien die Kategorie "Earht's Environment" (Die Umwelt). Der Flug ging über den aktivsten Vulkan der Welt, den Kîlauea auf Hawaii.
Während des schneereichen Winters im Yellowstone Nationalpark entstand dieses Bild eines Bisons. Indem der Fotograf der Aufnahme "Snow exposure" (Dem Schnee ausgesetzt) das Bild in Schwarz-Weiß konvertierte, betonte er die Einfachheit der Szene. Die Belohnung: Der Gewinn der Kategorie "Schwarz und weiß".
"Another barred migrant" (Noch ein Migrant hinter Gittern) des Mexikaners Alejandro Prieto zeigt die Projektion eines männlichen Jaguars auf einem Abschnitt des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Im Hintergrund sieht man den sternenbedeckten Himmel des US-Bundesstaats Arizona. Das Tier fotografierte Prieto ebenfalls an der Grenze. Die Fotografie soll die Auswirkungen auf die Tierwelt zeigen, welche der Bau der geplanten Grenzmauer von US-Präsident Donald Trump haben würde. Es gewann die Kategorie: "Fotojournalismus in der Tierwelt: Einzelbild".
Die Kategorie "Fotojournalismus in der Tierwelt: Storypreis" geht an Jasper Doest für sein Foto "Show time". Der Niederländer brauchte eine lange Zeit, bis er die Erlaubnis erhielt, bei einer japanischen Show mit Makake die Kamera zu zücken. Normalerweise sind Aufnahmen bei diesen Veranstaltungen verboten. Makaken gehören zur Familie der Meerkatzen. In Japan werden die Tiere bereits seit 1.000 Jahren dressiert. Der Fotograf war von der Show angeekelt, in der sich die Menschen über das verkleidete Tierchen lustig machten. Inzwischen ist Riku, der abgebildete Affe, im Ruhestand.
Einen Monat lang folge Jérémie Villet aus Frankreich in Kanada einer Herde weißer Dall-Schafe, die sich auf dem Weg zum Yukon befanden. Das Bild "Frozen Moment" (Eingefrorener Moment) entstand während eines Schneesturms, bei dem zwei männliche Tiere gegeneinander antraten. Die Wetterbedingungen, die auch dem Fotografen zu schaffen machten, zwangen die Rivalen schließlich in einen Waffenstillstand. Mit dem Foto, das nur eines aus einer ganzen Reihe ist, gewann der Franzose die Kategorie "Aufsteigender Star im Bereich Portfolio".
Der Titel "The huddle" (Der Haufen) beschreibt das Bild von Stefan Christmann aus Deutschland wohl recht gut. Mit seinen Aufnahmen von einer Kaiserpinguin-Kolonie gewann er den "Wildlife Photographer of the Year Portfolio-Preis". Mehr als 5.000 männliche Pinguine sind auf dem Foto zu sehen, das in der Atka-Bucht der Antarktis aufgenommen wurde.