Zum ersten Mal ist die Afrikanische Schweinepest in Deutschland nachgewiesen worden. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg bestätigt. Doch woher kommt das Virus? Und ist es für Menschen oder Haustiere gefährlich?

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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht. Zum ersten Mal wurde nachgewiesen, dass ein Wildschwein, dessen Kadaver in Brandenburg wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden wurde, an der Tierseuche gestorben ist.

Die Bestätigung könnte schwerwiegende Folgen für die Landwirte haben. Durch den Schweinepest-Nachweis verliert Deutschland den Status als "seuchenfrei". Nun können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, zum Beispiel nach Asien. Für den Export nach China beispielsweise muss bislang zertifiziert werden, dass Deutschland ASP-frei ist.

Afrikanische Schweinepest: Woher kommt die Tierseuche?

Bereits seit Längerem gibt es die Tierseuche im Nachbarland Polen. 2018 wurde die Schweinepest auch in Belgien nachgewiesen - rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Im März dieses Jahres wurde schließlich ein totes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland in Polen entdeckt. Im August ist der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens allerdings wieder von Deutschland abgerückt.

Wie verläuft die Krankheit?

Für die Verbreitung des Erregers sorgen Blut und Körperflüssigkeiten infizierter Tiere. Wenn sich ein Schwein angesteckt hat, leidet es unter Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Auch Durchfall und Blutungsneigung kann auf die Krankheit hindeuten.

Das Virus greift die Gefäße und Immunzellen von Wild- und Hausschweinen an. Es kommt zu Blutungen. Manchmal schon nach 48 Stunden, oft nach etwa einer Woche sind die Schweine tot.

Es gibt keine Impfstoffe dagegen. Einmal im Land, lässt sich das Virus nur schwer wieder tilgen. Nager wie Mäuse oder Ratten können den Erreger dann ebenfalls in heimische Schweineställe tragen.

Was wurde gegen die Afrikanische Schweinepest unternommen?

Brandenburg hatte wegen der grenznahen Fälle in Polen in den beiden Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in der Stadt Frankfurt (Oder) einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet.

Er sollte vor wandernden Wildschweinen schützen. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut.

Außerdem rüstete sich Brandenburg mit intensiven Suchen, verstärkter Bejagung und umfassenden Tests an toten Wildschweinen für den Ernstfall.

Wie kann sich die Tierseuche über größere Entfernungen verbreiten?

Als Ursache für die Verbreitung in Europa wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthielten.

Daher rufen die Behörden seit Jahren Auto- und Lkw-Fahrer aus Osteuropa dazu auf, keine rohe Wurst außerhalb von Mülleimern wegzuwerfen, da Fleischprodukte das Virus in sich tragen und von Wildschweinen gefressen werden könnten.

Auch Dreck an Schuhen oder Fahrzeugen, der das Virus enthält, kann den Erreger verbreiten.

Ist die Afrikanische Schweinepest für den Menschen gefährlich?

Die Tierseuche ist auf den Menschen nicht übertragbar und damit ungefährlich. Auch vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch geht keine Gefahr für den Menschen aus.

Ist die Tierseuche für andere Tiere wie Hunde gefährlich?

Die Afrikanische Schweinepest kann ausschließlich Schweine befallen. Hunde haben nichts zu befürchten.

Wie geht es nach einer Schweinepest-Bestätigung weiter?

Für das Krisenmanagement sind die örtlichen Behörden zuständig. Wird die Schweinepest festgestellt, wird nach Angaben des Bundesministeriums generell ein "gefährdeter Bezirk" festgelegt. Außerdem wird eine Pufferzone eingerichtet, die nicht von der Tierseuche betroffen ist.

Hausschweine und Schweinefleisch dürfen aus diesen Gebieten - bis auf Ausnahmen - nicht herausgebracht werden.

Was passiert, wenn ein Hausschwein erkrankt?

Im Fall eines Ausbruchs bei Hausschweinen müssten alle Tiere betroffener Höfe getötet werden. Zudem sind Sperrbezirke im Radius von mindestens drei Kilometern um den Betrieb und Beobachtungsgebiete im Umkreis von mindestens zehn Kilometern einzurichten. (ff)

Verwendete Quellen:

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: „Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)“
  • dpa

Erster Fall der afrikanischen Schweinepest in Deutschland bestätigt

Zum ersten Mal ist die afrikanischen Schweinepest bei einem Tier in Deutschland nachgewiesen worden. Für Schweine sei die Seuche fast immer tödlich. Doch für den Menschen stellt das Virus keine Bedrohung dar.