Wissenschaftler haben in den Anden den versteinerten Kot eines Pumas gefunden. In dem fossilierten Exkrement hat das älteste bekannte Parasiten-Erbgut überdauert. Vor etwa 17.000 Jahren hat es demnach bereits Spulwürmer gegeben.

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In den argentinischen Anden haben Wissenschaftler versteinerten Kot eines Pumas gefunden, in dem nach Forscherangaben das älteste bekannte Parasiten-Erbgut überdauert hat. Das gefundene fossilierte Exkrement - im Fachjargon Koprolith genannt - enthielt Eier des Spulwurms Toxascaris leonina.

Mit der Radiokarbonmethode (C14) datierten die Forscher die Exkremente auf ein Alter von rund 17.000 Jahren, wie sie im Fachblatt "Parasitology" berichten. Wissenschaftler gehen bisher davon aus, dass Südamerika damals noch nicht von Menschen besiedelt war.

Ältestes Parasiten-Erbgut: Trockene Kälte trug zum Erhalt bei

Entdeckt wurde das Fossil in der Provinz Catamarca im Nordwesten von Argentinien an der Fundstelle Peñas de las Trampas, einem Felsüberhang in fast 3.600 Metern Höhe. Die trockene Kälte in dieser Höhe sorgte offenbar dafür, dass das Erbgut über die Jahrtausende erhalten geblieben ist.

Per DNA-Analyse ermittelte das Team um Romina Petrigh vom Nationalen Rat für Wissenschaftliche und Technische Forschung (CONICET) in Mar del Plata, dass der Kot von einem Puma (Puma concolor) stammt, der vor 16.600 bis 17.000 Jahren lebte.

Damals gab es in der Region auch Riesenfaultiere, Pferde und südamerikanische Kamele.

Spulwurm lebt im Dünndarm von Hunden und Katzen

Die große Zahl von Eiern und Larven in dem versteinerten Kot zeige, wie infektiös der Parasit sei. Der Spulwurm Toxascaris leonina lebt im Dünndarm von Hunden, Katzen und Füchsen.

"Wir haben zwar vorher schon in Koprolithen Hinweise auf Parasiten gefunden, aber diese Überbleibsel waren viel jünger und reichten nur wenige Tausend Jahre zurück", sagt Petrigh. "Der jüngste Fund zeigt, dass diese Spulwürmer die Fauna Südamerikas schon vor der Ankunft der ersten Menschen in der Region infizierten."

Das widerspricht der gängigen Annahme, dass der Parasit von Hauskatzen und Hunden auf die Tierwelt Südamerikas übergesprungen ist.

Studien zufolge erreichten die ersten Menschen vor circa 20.000 Jahren Nordamerika. Funde belegen, dass die frühen Siedler den Süden des heutigen Chile vor 14.600 Jahren erreicht hatten. (ff/dpa)

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