Mord, Suizid oder ein Unfall: Der berühmte Erfinder des Dieselmotors, Rudolf Diesel, starb 1913 unter ungeklärten Umständen im Ärmelkanal. Er befand sich zuvor auf einem Schiff nach England. Was an Bord passiert ist, weiß niemand. Manche Verschwörungstheoretiker haben einen Verdacht: Es war ein Anschlag, und dahinter steckte der deutsche Kaiser.

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Rudolf Diesels letzter Abend scheint unbeschwert gewesen zu sein. Der Erfinder des gleichnamigen Motors war am 29. September 1913 mit dem Postschiff "Dresden" unterwegs nach England.

An Bord befand sich auch sein Freund George Carels. Sie aßen gemeinsam, flanierten übers Deck und zogen sich schließlich gegen 22 Uhr in ihre jeweiligen Kabinen zurück, so erzählte es Carels später.

Doch am nächsten Morgen erschien Diesel nicht zum Frühstück. Sein Bett blieb unberührt, das Schlafgewand lag gefaltet darauf, die Taschenuhr hing am Pfosten. Der 55-Jährige war spurlos verschwunden.

Die Leiche im Ärmelkanal

Zwei Wochen später entdeckte die Besatzung eines Lotsenbootes eine Leiche im Ärmelkanal. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelte es sich um Rudolf Diesel. Identifiziert wurde er nicht: Die Seeleute ließen den Körper im Wasser.

Später wurden dafür zwei mögliche Gründe diskutiert: Zum einen sei das Wetter zu schlecht gewesen, um die Leiche zu bergen. Zum anderen sei der Tote schon zu stark verwest gewesen.

Nichtsdestotrotz barg die Besatzung die Habseligkeiten des Mannes. Sein Sohn erkannte ein Brillenetui, eine Geldbörse und ein Taschenmesser wieder, die seinem Vater gehört hatten.

Rudolf Diesel war offensichtlich ertrunken. Aber wieso? War es ein Unfall? Hatte er sich umgebracht? Oder war er gar ermordet worden? Bis heute sind die rätselhaften Umstände seines Todes nicht aufgeklärt worden. Aber sie liefern noch immer Stoff für Verschwörungstheorien und Spekulationen.

Diesels revolutionäre Erfindung

Diesels selbstzündender Motor hatte Industrie und Transportwesen revolutioniert, weil er effektiver als die Dampfmaschine arbeitete. 1892 hatte er seine Wärmekraftmaschine zum Patent angemeldet. Aber seinem Entwickler brachte sie wenig Glück.

Ab Anfang des 20. Jahrhunderts fuhren kleinere Schiffe mit dem neuen Antrieb, 1912 folgten Frachtschiffe. Den Einsatz in Lastwagen und Autos ab den 1920er-Jahren erlebte Diesel nicht mehr. Der Erfinder wurde durch Lizenzeinnahmen für die Dieseltechnik aus dem Ausland zum Millionär.

Doch der Reichtum hielt nicht lange vor: Sein Vermögen schwand durch falsch angelegtes Geld, Spekulationen an der Börse und Patentstreitigkeiten. Das schreibt etwa der "Bayerische Rundfunk" (BR).

Finanzielle Probleme und ein Kreuz im Tagebuch

Angeblich steckte der Erfinder in finanziellen Schwierigkeiten, als er starb. War dies das Motiv für einen Selbstmord, wie manche vermuten? Dazu passt, dass Diesel seiner Frau vor der Schifffahrt einen Koffer überreicht haben soll - nach seinem Tod entdeckte sie darin 200.000 Mark.

Gerüchten zufolge gab es weitere mögliche Motive für einen Selbstmord: Diesel soll wenige Tage vor seinem Tod in einem Brief an seine Frau von einem beklemmenden Gefühl und Depressionen berichtet haben, schrieb eine französische Zeitung 1934.

Auch die Polizei ging davon aus, dass sich der 55-Jährige das Leben genommen hatte. Einer der Gründe: In sein Tagebuch war ein schwarzes Kreuz gekritzelt - an dem Tag, an dem er verschwand.

Einen Unfall hatten die Ermittler sofort ausgeschlossen, hieß es damals in der Presse: Die See war ruhig gewesen und die Reling zu hoch, als dass jemand hätte darüber stolpern können.

Zweifel an der Selbstmord-These

Doch die Selbstmord-Theorie rief schnell Skeptiker auf den Plan. Wieso sollte Diesel Nachtgewand und Uhr bereitlegen, wenn er sich ertränken wollte? Warum hat er keinen Abschiedsbrief hinterlassen?

Nach Angaben seines Begleiters war der Erfinder am Abend vor seinem Verschwinden gut gelaunt gewesen. Und das Kreuz im Tagebuch musste nicht von ihm stammen - vielleicht hatten es ja seine Mörder gemalt?

Bis heute gibt es Spekulationen, dass Diesel umgebracht worden ist. Aber von wem und warum? Viele glauben, dass der deutsche Kaiser den Befehl dazu gegeben habe. Der befürchtete laut einer Diesel-Biografie von Viktor Glass, dass der Erfinder den Engländern erlauben könnte, den Dieselmotor für militärische Zwecke zu nutzen.

Gleichzeitig soll er den deutschen Streitkräften untersagt haben, die Technologie exklusiv zu verwenden. Die Verschwörungstheoretiker meinen zu wissen, warum Diesels Leiche nicht geborgen wurde: Weil die "Dresden" ein deutsches Schiff war, ermittelte die deutsche Polizei - sie wollte womöglich den Mord vertuschen.

Weitere Verdächtige: England oder die Ölindustrie

Doch einige Experten halten einen Mord wegen der Diesellizenzen für Unsinn. Längst hatten ja Unternehmen in aller Welt Zugang zur Technologie. Weitere Verschwörungstheoretiker haben andere Auftragskiller im Verdacht: Vielleicht hat der britische Geheimdienst Diesel töten lassen, um die deutschen Aufrüstungspläne kurz vor dem Ersten Weltkrieg zu sabotieren?

Oder hatte die Ölindustrie ihre Finger im Spiel? Diesel wollte angeblich Pflanzen- statt Mineralöle in seinen Motoren einsetzen. Allerdings ist auch diese Theorie nicht plausibel, denn Pflanzenöl wäre auf Dauer viel zu teuer gewesen. Diese Ansicht vertritt zumindest die "Zeit".

Heute gehen die meisten Experten davon aus, dass Diesel sich tatsächlich das Leben genommen hat. Sein Freund George Carels, der ihn als einer der letzten lebend gesehen hat, hatte seine eigene These, so der Tagesspiegel: Er vermutete, Diesel habe einen nicht näher spezifizierten "Anfall" gehabt - und sei deshalb unglücklicherweise ins Wasser gefallen.

In der Mönchsrepublik Athos in Griechenland haben Frauen seit 1.000 Jahren Zutrittsverbot. Das gilt sogar für weibliche Tiere – nur für Katzen machen die Ordensbrüder eine Ausnahme. An dem heiligen Ort ticken die Uhren auch sonst anders.