Seit der Einführung des Euro am 1. Januar 2002 sind fast zwei Jahrzehnte vergangen, dennoch sind noch über zwölf Milliarden Deutsche Mark im Umlauf: Laut Deutscher Bundesbank waren es zum Jahresende 2019 Banknoten im Wert von etwa 5,82 Milliarden und Münzen im Wert von ca. 6,63 Milliarden Deutsche Mark. Warum wurde das Geld nicht umgetauscht? Vergesslichkeit oder Hoffen auf Wertsteigerung und verborgene Schätze?

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Wo befinden sich die Restbestände der Deutschen Mark?

Oftmals tauchen alte Bestände per Zufall wieder auf, zum Beispiel bei Umzügen oder Wohnungsräumungen. Nicht selten wurden vor allem Banknoten versteckt, gerieten in Vergessenheit oder sind verloren gegangen.

Vermutet wird, dass sich ein nicht unerheblicher Teil der Restbestände im Ausland befindet. Auch dürfte nach wie vor Schwarzgeld vorhanden sein, das in der Hoffnung auf Verjährung durch einen späten Umtausch gewaschen werden soll.

Umtausch von Deutscher Mark in Euro ist unbegrenzt möglich

Die gute Nachricht: Man kann sie unbegrenzt zum Kurs von 1,95583 Mark je Euro umtauschen, selbst wenn Banknoten beschädigt sind, allerdings nur bei der Deutschen Bundesbank. Gibt es keine Bundesbank-Filiale in der Nähe des Wohnortes, so ist auch ein Tausch auf dem Versandweg möglich.

Bei anderen Banken oder Sparkassen ist kein Umtausch mehr möglich. Allein im vergangenen Jahr wurden über 80 Millionen DM in Euro umgetauscht.

Einige Ladenketten bieten entweder im Rahmen einer Sonderaktion oder sogar dauerhaft die Bezahlung mit DM an. Dabei handelt es sich meist um kleinere Summen. Hier sollte man unbedingt auf den Wechselkurs achten!

Deutsche Mark - Münzen

Da DM-Münzen gerne gesammelt wurden, sollte man sie sich genau anschauen, bevor man sie eintauscht. Je seltener und je besser erhalten eine Münze ist, desto höher ist ihr Liebhaberwert. Entscheidend ist auch, ob die Münze ganz normal im Umlauf war oder ob es sich um eine Sonder- bzw. Gedenkprägung handelt. Auch Fehlprägungen sind oft wesentlich mehr wert als ihr Nennwert.

Bei einigen Münzen liegt der reine Materialwert höher als der Umtauschkurs. Bei den 5 DM und 10 DM Silber-Gedenkmünzen ist z.B. ein Silberanteil von ca. 10 g enthalten. Je nach aktuellem Kurs für die Feinunze Silber kann das Material mehr wert sein als der Umtauschkurs in Euro.

Dazu muss die Münze eingeschmolzen werden. Sog. Scheideanstalten kaufen Münzen auf und schmelzen sie ein. Lukrativer als die Münzen einzuschmelzen ist aber unter Umständen der Verkauf an Sammler.

Diese Münzen könnten sich als wertvoll herausstellen

Auch wenn der Umtauschkurs von 1,95583 Mark je Euro generell konstant bleibt, so gilt das nicht für alle Münzen gleichermaßen. Für einen Pfennig bekommt man sogar einen Cent, es wird also aufgerundet.

2-Pfennig-Stücke aus reinem Kupfer aus den Jahren 1969 und 1968 mit Prägestätte J waren nur in geringer Anzahl von etwa 500 Stück im Umlauf. 2001 wurde ein 2-Pfennig-Stück von 1969 mit Prägestätte J für 2.500 DM versteigert.

Beim 50-Pfennig-Stück von 1950 mit dem Schriftzug "Bank Deutscher Länder" handelte es sich um eine Fehlprägung, da irrtümlich der Schriftzug von 1948 und 1949 verwendet wurde. Sammler bezahlen zwischen 400 und 600 Euro.

Bei der 1-DM-Münze, 1954 Prägestätte G, gibt es eine enorme Preisspanne von 10 Euro in "sehr schöner" Qualität bis zu 1.200 Euro in "Stempelglanz".

Bei Sammlern sehr beliebt sind 2-DM-Münzen des Jahrgangs 1959 mit dem Porträt von Max Planck, Prägestempel F, hierfür gibt es 150 Euro. Auch Münzen mit Porträts von Franz-Josef Strauß, Ludwig Erhard oder Willy Brandt sind gesucht.

Bei 5-DM-Münzen von 1958 mit Prägestempel F werden bis zu 500 Euro, mit Prägestempel J sogar 800 bis 4000 Euro bezahlt.

Deutsche Mark - Gedenkmünzen

Gedenkmünzen waren schon immer beliebte Sammlerstücke, daher sind sie oft wertvoller als ihr Ausgabepreis. Gesucht sind insbesondere Gedenkmünzen aus der Zeit vor 1968. Zu den überaus wertvollen Münzen zählen das "Germanische Museum" von 1952, "Schiller" und "Markgraf von Baden" von 1955, "Eichendorff" von 1957 und "Fichte" von 1964. Allerdings können die Preise je nach Angebot und Nachfrage variieren.

Deutsche Mark - Banknoten

Alte Geldscheine aus der Frühzeit der Bundesrepublik sind ebenfalls zu Sammlerobjekten geworden, insbesondere, wenn sie druckfrisch erhalten sind. Druckfrische DM-Noten sind in der Regel mittlerweile das Doppelte wert. Handelt es sich um Fehldrucke, steigt der Preis, und Sammler bezahlen sogar deutlich mehr.

Wonach bemisst sich der Preis?

Entscheidend ist immer die Frage, ob entweder der Materialwert oder der Sammlerwert den offiziellen Wechselkurs in Euro übersteigt. Dabei ist der Wert alter Münzen von mehreren Faktoren abhängig: Prägejahr, Prägeanstalt, Anzahl der noch vorhandenen Münzen der entsprechenden Prägung, Material wie z.B. Silberanteil, Erhaltungsgrad, und ob es sich eventuell um eine Fehlprägung handelt.

Darauf sollte man als Laie achten

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, eignen sich offizielle Münzkataloge, die im Internet oder in Bibliotheken eingesehen oder im Buchhandel gekauft werden können. Die dort angegebenen Preise sind als Richtwert zu verstehen, denn neben dem Zustand bestimmen Angebot und Nachfrage den Wert der Münze oder Banknote.

Für die individuelle Wertermittlung können Münzhändler oder ein vereidigter Sachverständiger zurate gezogen werden. Bei Händlern empfiehlt es sich, eine Zweitmeinung einzuholen, wenn man befürchtet, dass ein Händler nicht ganz objektiv urteilt und ein gutes Geschäft wittert.

Verwendete Quellen:

  • DM-Banknoten und Münzen, Deutsche Bundesbank
  • Münzkatalog-Online
  • Statista: Wert der noch im Umlauf befindlichen DM-Banknoten und DM-Münzen von 2002 bis 2019
  • NDR.de: D-Mark in Euro umtauschen: So geht es.
  • MDM Deutsche Münze: Wertvolle D-Mark Münzen - was macht ihren Wert aus?
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