Neugier, Flucht vor dem Alltag, falsche Freunde - die Gründe sind vielfältig, warum junge Menschen Drogen nehmen. Das Suchtpotenzial wird dabei oft unterschätzt und auch die Nebenwirkungen sind meistens fatal: Schon die einmalige Einnahme kann den Körper dauerhaft schädigen.

Chiemsee, Popeye, Häuptling: Die Ecstasy-Pillen haben unscheinbare Namen.

Oft bleibt es nicht beim einmaligen Ausprobieren und dann führt der Weg unweigerlich in die Abhängigkeit.

Das Informations- und Präventionsportal "drug-infopool" (www.drug-infopool.de) hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Informationen zu Drogen zu sammeln und so sorgfältig aufzuklären. Im Forum der Seite sind Drogen- und Suchtberater als Moderatoren aktiv und beraten jene, die Fragen zu Rauschmitteln haben oder schon in die Abhängigkeit geraten sind.

Wir zeigen Ihnen in Zusammenarbeit mit "drug-infopool" die gängigsten Drogen und welche Nebenwirkungen der Konsum mit sich bringt.

Auch Benzin wird zum Schnüffeln verwendet.

Ecstasy

Ecstasy-Pillen werden geschluckt, die Wirkung setzt je nach Zusammensetzung und je nach Wirkstoff 20 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Die Rauschzustände können bis zu fünf Stunden dauern.

Die Droge bewirkt die Ausschüttung eines Glückshormons (Serotonin) und führt dazu, dass der Konsument sich glücklich fühlt. Jedoch ist die Einnahme der kleinen Pille mit enormen Risiken verbunden.

Neben körperlichen Auswirkungen wie Übelkeit, Zuckungen im Gesicht und Muskelkrämpfen kann es auch zu enormer Unruhe, Verfolgungswahn und Koordinationsstörungen kommen. Als Langzeitfolgen drohen unter anderem Schädigungen der inneren Organe (Leber, Herz, Nieren).

Ecstasy kann mit Hilfe von Haaranalysen bis zu 90 Tage nach der letzten Einnahme nachgewiesen werden.

Kokain

Kokain wird meistens durch die Nase aufgenommen. Dabei gelangt die Droge durch die Nasenschleimhäute in den Kreislauf.

Der Konsument fühlt sich während des Drogenrauschs frei von Ängsten, selbstsicher und in bester Stimmung. Doch schon während der Rausch-Phase kann es zu Verfolgungswahn und Angstzuständen kommen. Wenn die Wirkung nachlässt, fühlt sich der Konsument niedergeschlagen und depressiv. In dieser Phase treten vermehrt Selbstmordgedanken auf.

Als Langzeitfolgen ist eine Schädigung der Nasenschleimhaut zu erwarten. Da das Hungergefühl nachlässt, magern viele Kokain-Abhängige ab. Ebenso führt die Einnahme zu der Schädigung von Leber, Herz und Gehirn wie auch zu Krampfanfällen. Lebensbedrohliche Folgen sind schon bei sporadischem Gebrauch nicht auszuschließen.

Auch Kokain kann mit Hilfe von Haaranalysen bis zu 90 Tage nach der letzten Einnahme nachgewiesen werden.

Heroin

Heroin kann geschnupft, geraucht oder gespritzt werden. Manche inhalieren auch die aufsteigenden Dämpfe, nachdem es auf einer Alufolie erhitzt wurde.

Die Wirkungsdauer hält drei bis fünf Stunden an, nachweisbar ist die Droge bis zu 90 Tage nach der letzten Einnahme.

Die Konsumenten fühlen sich beruhigt und zufrieden - aber nur so lange, wie die Wirkung anhält. Jedoch sind auch bei Heroin die Risiken nicht zu unterschätzen - durch die Droge wird der Herzschlag vermindert und die Atmung gedämpft. Es drohen Herz- und Atemstillstand. Als Langzeitfolgen drohen ein Abfall der der Hirnleistung, Koordinationsprobleme, Entzündungen des Herzinnenraums und psychische Probleme.

Fliegenpilz

Pilze können entweder roh gegessen oder als Sud getrunken werden. Aber auch der Konsum mit Tabak oder Cannabis ist verbreitet.

Die Wirkung hält bis zu sechs Stunden an und endet abrupt. Die Konsumenten haben erhöhte Sinneswahrnehmungen und fallen teilweise in eine Art Dämmerzustand.

In fast allen Fällen führt die Einnahme von Fliegenpilz zum Erbrechen, das der Konsument nicht kontrollieren kann. Aber auch Muskellähmungen und Einschränkungen in der Motorik können auftreten.

Cannabis

Unter Cannabis fallen auch die Drogen Haschisch und Marihuana. Diese Drogen werden konsumiert, indem man sie mit Tabak vermischt und raucht oder beim Backen von Keksen verwendet.

Je nach Art der Einnahme tritt die Wirkung innerhalb weniger Minuten oder auch erst nach Stunden ein. Cannabis wirkt appetitanregend und entspannend. Jedoch können parallel dazu negative Gefühle wie Angst bestehen. Auch das logische Denken und das Zeitlerleben werden beeinflusst.

Bei einer einmaligen Einnahme der Droge ist sie etwa zwölf Tage lang nachweisbar, bei regelmäßigem Gebrauch länger. Mittels Haaranalysen kann die Einnahme auch noch sechs Monate später festgestellt werden.

Unerwünschte Nebenwirkungen sind gerötete Augen, Herzrasen, Übelkeit und Bewegungsunruhe.

In seltenen Fällen kann durch die Einnahme eine Psychose ausgelöst werden.

Klebstoffe, Benzin, Lacke, Farben

Stoffe, die geschnüffelt werden sollen, werden meistens in eine Tüte gefüllt und durch Mund und Nase eingeatmet. Aber auch das Träufeln auf Taschentücher mit anschließenden Einatmen ist verbreitet. Meistens werden lösungsmittelhaltige Klebstoffe, Benzin, Lacke oder Farben verwendet.

Der Rausch tritt direkt nach der Einnahme ein und dauert bis zu 30 Minuten. Der Konsument fühlt sich euphorisch, enthemmt und hat Halluzinationen. Ebenso kann eine leichte Benommenheit auftreten.

Jedoch werden bei dieser Droge die Atemwege in starke Mitleidenschaft gezogen und auch Nieren, Leber und das Nervensystem können im schlimmsten Fall zerstört werden.

LSD

LSD ist eine sehr hoch konzentrierte Droge, die nur verdünnt konsumiert wird. Aufgenommen wird die Droge oral, das heißt entweder in Kapselform, in Wasser verdünnt oder mit Hilfe von getränkten Papierstücken, die gelutscht oder geschluckt werden.

Die Droge wirkt bis zu zwölf Stunden und führt dazu, dass sich der Konsument fernab der realen Welt fühlt. Sein Zeitempfinden ist gestört, das Selbstwertgefühl übersteigert und oft begleiten Halluzinationen den Rausch. Mögliche Nebenwirkungen bei dem Rausch sind Sinnestäuschungen, Unfälle durch falsche Einschätzung der Umwelt (der Konsument hat beispielsweise das Gefühl, er kann fliegen oder durch Hindernisse gehen), Schwindel, Kälte- oder Hitzewallungen.

Nachweisen lässt sich LSD zwar nur bis zu vier Tage nach der Einnahme, jedoch sind die körperlichen Risiken für den Konsumenten hoch.

Schon bei der einmaligen Einnahme von LSD kann die Leistungsfähigkeit langfristig gestört werden. Aber auch Psychosen können durch die Droge ausgelöst werden.