Jeder kennt sie oder hat sie schon einmal gesehen: Glühwürmchen oder Leuchtkäfer. Besonders als Kind macht es riesigen Spaß, den flimmernden Käfern am sommerlichen Nachthimmel zuzusehen oder sie sogar einzufangen und in der Hand leuchten zu lassen.

Und auch Erwachsene bringen die kommunikativen Käfer noch zum Staunen: Wer beispielsweise einmal eine nächtliche Bootsfahrt rund um das thailändische Amphawa unternimmt, kann Millionen Leuchtsignale bewundern - ein beeindruckendes Naturschauspiel. Doch warum und vor allem wie leuchten Glühwürmchen?

Was bringt Glühwürmchen zum Leuchten?

Wie bei so vielen Dingen im Leben lautet die Antwort: Auf die richtige Chemie kommt es an. Biolumineszenz heißt das Stichwort, wenn es darum geht, den Hinterleib der Glühwürmchen zum Leuchten zu bringen.

Diese erzeugen die Käfer über eine chemische Reaktion in einem eigens dafür vorhandenen Leuchtorgan am Körperende. Das Organ enthält einen Kohlenwasserstoff, das sogenannte Luciferin, das mithilfe eines Enzyms, Sauerstoff und etwas Energie aufgespalten wird.

Die dabei freigesetzte Energie erzeugt das Leuchten. Sichtbar wird das Licht, weil der Hinterleib des Glühwürmchens transparent ist. Eine Schicht aus Salzkristallen reflektiert das Licht zusätzlich und ermöglicht so eine hohe Intensität.

Warum leuchten Glühwürmchen?

Das Leuchten dient den Glühwürmchen zur Kommunikation. Weibliche Käfer locken so zur Paarungszeit Männchen an. Bei einigen wenigen Arten haben jedoch auch Männchen Leuchtorgane.

Doch keine Sorge: Die kleinen Käfer-Hintern werden nicht etwa heiß und beginnen zu glühen. Im Gegensatz zur ihren Namensverwandten, der Glühbirne, erzeugen die Leuchtkäfer nämlich "kaltes" Licht.

Nach der Paarung währt die Freude allerdings nur kurz: Der männliche Part stirbt sofort, der weibliche lebt noch ein paar Tage weiter, um die befruchteten Eier zu vergraben.

Wann und wo kann man Glühwürmchen beobachten?

Der Unterwasser-Fotograf des Jahres 2017 wurde gekürt.

Die Leuchtkäfer begeben sich in den frühen Abendstunden auf höhere Ebenen, um mit ihrem Licht Männchen anzulocken. Sie sitzen dabei beispielsweise auf Büschen und Bäumen oder auch im hohen Gras.

In Mitteleuropa kann man die Käfer in den Sommermonaten sehen; in wärmeren, tropischen Ländern auch später im Jahr.

Weltweit gibt es etwa 2.000 verschiedene Arten, die mit unterschiedlichen Leucht- und Blinkvarianten kommunizieren.

Wo kommt Biolumineszenz noch vor?

Zu Land gibt es neben den Glühwürmchen nicht viele Tiere, die leuchten. Einige Insekten und zudem Pilzarten wie der Hallimasch erzeugen Licht.

Anders ist das im Wasser: Bakterien, Quallen, Fische, Algen ... ein wahres Sammelsurium an unterschiedlichem Leuchten. Besonders häufig kommt Biolumineszenz in der Tiefsee vor.

Je nach Tier- oder Pflanzenart hat die Biolumineszenz dann auch einen anderen Zweck: Anlocken von Beute, Abschrecken oder sogar Tarnung.