Beim Klimagipfel in Bonn beraten in diesen Tagen rund 25.000 Teilnehmer aus 195 Nationen über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und die Zukunft des Klimaschutzes. Die Folgen des Klimawandels sind in der Welt schon deutlich spürbar - auch bei uns in Deutschland gibt es bereits enorme Auswirkungen.

Eigentlich ist Fidschi offizieller Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz. Der Inselstaat im Südpazifik ist eines der Länder, die massiv unter dem Klimawandel leiden und davon akut bedroht sind.

Dem Inselstaat steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Wegen des steigenden Meeresspiegels müssen dort ganze Dörfer verlegt werden. Für eine Klimakonferenz mit bis zu 25.000 Teilnehmern ist auf Fidschi kein Platz.

Deshalb findet die Konferenz in Bonn statt. Aber auch Deutschland spürt den Klimawandel - wenn auch nicht so akut wie andere Länder. Auf lange Sicht könnten jedoch auch hierzulande einige Schwierigkeiten auf die Bevölkerung zukommen.

"Die Nord- und Ostseeinseln oder Küstenregionen werden ein Problem bekommen, wenn das Wasser weiter ansteigt. Das würde weite Teile der Küste überschwemmen", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net.

Wintersport nur noch in Hochlagen

Aber nicht nur auf die Küsten hat die globale Erwärmung weitreichende und teils gefährliche Auswirkungen.

Auch wenn man in die Alpen blickt und die Gletscher betrachtet, muss man erkennen, dass sie deutlich kleiner geworden sind als noch vor 30 oder 40 Jahren. Das wiederum hat Auswirkungen für Wintersportler und den Tourismus.

"Der Wintersport zieht sich immer weiter in die Hochlagen zurück. Mittlerweile muss man für Schneesicherheit und stabile Wintersportlagen auf 1.500 Höhenmeter gehen. Darunter ist Wintersport nicht mehr gesichert", so Jung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es in Zukunft nur noch heiße Sommer und keinen Schnee mehr im Winter geben wird.

"Klimatrends sind sehr mit Vorsicht zu genießen. Es muss zum Beispiel nur einen Vulkanausbruch geben und schon stimmt die Prognose nicht mehr. 1991 ist auf den Philippinen der Pinatubo ausgebrochen. Das hatte zur Folge, dass die Temperatur global um 0,5 Grad gefallen ist und alles durcheinandergeworfen wurde", erklärt der Experte.

Wetter wird immer extremer

Fakt ist, dass es in Deutschland immer häufiger Starkregenfälle, Hagel, Hitzetage und schwere Gewitter gibt.

"Das Klima wird durch den Klimawandel unberechenbarer und die Extremwetterereignisse nehmen auch bei uns immer weiter zu", erklärt der Meteorologe.

Dass die Regenfälle immer heftiger werden, hat in diesem Sommer zum Beispiel Berlin deutlich zu spüren bekommen. U-Bahnhöfe und Keller liefen voll, das Wasser stand auf der Straße, die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Auch andernorts bemüht man sich bereits seit längerer Zeit um Maßnahmen, mit denen Hochwasser und Sturzfluten in den Griff bekommen werden können. Es werden Auffangbecken, Deiche und Flutpolder gebaut und Flüsse renaturiert.

Klimaforscher gehen davon aus, dass auch die Tage mit Rekordhitze von über 30 Grad immer mehr werden.

Für die besonders heißen Tage hat das Umweltbundesamt einen "Hitzeknigge" veröffentlicht, in dem das richtige Verhalten bei extremer Hitze erklärt wird, denn solche Temperaturen können für den menschlichen Organismus gefährlich werden.

Bei der Rekordhitze im Jahr 2003 starben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO europaweit 70.000 Menschen. Vor allem in Ballungsgebieten und dicht bebauten Innenstädten, in denen sich die heiße Luft ansammelt, sind extreme Hitzewellen ein großes Gesundheitsrisiko.

Landwirtschaft muss sich umstellen

Auch die deutschen Landwirte, Obstbauern und Winzer sind zum Handeln gezwungen. Sie bekommen den Klimawandel deutlich zu spüren und müssen die Fruchtfolge auf ihren landwirtschaftlichen Flächen verändern und anpassen.

"Einige Obstsorten sind den Wetterextremen nicht gewachsen. Sie vertragen die Hitze, den Starkregen und den Hagel nicht", erklärt Jung. Es werden neue Sorten entwickelt, die das veränderte Klima mit extremen Phänomenen wie Hitzeperioden oder Hagel und Starkregen besser aushalten.

Für die Winzer bringt der Klimawandel die Möglichkeit, Rebsorten anzupflanzen, die bislang eigentlich nur in wärmeren Regionen Europas wachsen konnten.

"So oder so: Gewinner wird es beim Klimawandel und der globalen Erwärmung keine geben. Und Deutschland wird dieses globale Problem nicht allein abfangen können. Hier muss eine gemeinschaftliche Lösung her", so der Meteorologe.