Zehn Irrtümer über unsere Ozeane - und wie es wirklich ist

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Im Mittelmeer gibt es keine Wale? Das Wasser ist blau, weil sich der Himmel darin spiegelt? Wir erklären, was tatsächlich stimmt.

Quallen am Strand gibt es nicht aufgrund verschmutzter Meere. Sie stranden zufällig. Für die Tiere bedeutet das oft den Tod. Auch die Vermehrung der Quallen hat nichts mit der Wasserqualität vor Ort, sondern mit wechselnden Temperaturen oder schwankendem Nahrungsangebot weit draußen im Meer zu tun, wo sie aufwachsen.
Der Mythos hält sich zwar hartnäckig, Haie sind aber keine große Bedrohung für den Menschen. Nur zehn Haiattacken jährlich enden tödlich. Durch Stechmücken sterben dagegen über 800.000 Menschen pro Jahr. Im selben Zeitraum kommen etwa 100 Millionen Haie in Fischernetzen und durch Langleinen ums Leben.
Im Mittelmeer gibt es keine Haie? Weit gefehlt: Rund fünfzig Haiarten leben hier. Darunter auch fünf bis zehn Meter große Arten wie der Weiße Hai, der Riesenhai oder der Bogenstirn-Hammerhai. Zu Unfällen kommt es aber praktisch nie.
Wenn der Nordpol schmilzt, wird Holland überflutet - so die Vorstellung vieler Menschen. Das Eis im Polarmeer schwimmt allerdings im Wasser. Für den Meeresspiegel bedeutet das keine Veränderung. Das Abschmelzen von Festland-Eis wie in Grönland ist dagegen tatsächlich eine Gefahr für tiefliegende Länder.
Was auch häufig vergessen wird: Der Klimawandel hat auch auf das Meer einen Einfluss. Es erwärmt sich zwar nur langsam, dafür aber nachhaltig. Die Ozeane nehmen sehr viel Energie auf und speichern sie jahrzehntelang. Schon jetzt steigt dadurch der Meeresspiegel, weil sich warmes Wasser ausdehnt. Für einige Meeresbewohner kann der Anstieg der Temperatur den Tod bedeuten.
Kann der Mensch bei starken Gezeiten die Kraft des Vollmonds spüren? Wohl eher nicht. Tatsächlich verursacht der Mond zusammen mit der Sonne und der Erdrotation große Wasserstandsänderungen, für die aber nur wenig Gravitationskraft nötig ist. Beim Vorüberfliegen macht der Mond uns gerade mal 0,01 Gramm Gewicht leichter. Ob Voll-, Halb-, oder sonst ein Mond, spielt dabei keine Rolle.
Stockdunkel ab 200 Meter? Zwar ist in solcher Tiefe kein Sonnenlicht mehr messbar, dunkel ist es aber trotzdem nicht. Viele Tierarten produzieren ihr Licht selbst. Bis zu 90 Prozent der Arten in der Tiefsee können leuchten. Kalmare, Tiefseefische, Leuchtgarnelen oder Quallen locken damit Beute oder Partner an und kommunizieren teilweise so.
Der Himmel spiegelt sich im Meer, daher wirkt es blau. Klingt logisch, ist aber falsch. Das Wasser filtert ab wenigen Metern Tiefe bestimmte Lichtanteile des Sonnenlichts heraus. Zuerst muss das rote Licht daran glauben, dann wird das gelbe geschluckt, am Schluss das grüne - und für das Auge bleibt nur das malerische Blau.
Manch einer hat das Bild von großen Inseln aus Plastik mitten im Meer im Kopf. So ganz stimmt das nicht. Es existieren vielmehr riesige Strömungswirbel, in denen sich treibender Plastikmüll konzentriert. Von Inseln kann man nicht sprechen. Die Konzentration beträgt zwischen einem und 2,5 Kilogramm Müll pro Quadratkilometer. Das ist dennoch genug, um der Umwelt schweren Schaden zuzufügen.
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