Alarmstufe rot in der Arktis: Derzeit liegen die Temperaturen dort laut aktuellen Messungen 20 Grad über den zu erwartenden Werten. Die Auswirkungen für die Region und das globale Klima sind noch nicht abzusehen.

Aktuelle Messwerte aus der Arktis beunruhigen: Während die Temperaturen im aktuellen Polarwinter über dem 80. Breitengrad etwa -25 Grad Celsius erreichen sollten, zeigen Messungen, dass der Nordpol bei nur -5 Grad Celsius geradezu glüht. Das berichtet die Online-Ausgabe der "Washington Post". Gleichzeitig habe sich die polare Kaltluft Richtung Sibirien verschoben.

Die abnorme Situation sei laut Polarforscherin Jennifer Francis von der Rutgers Universität ein Zusammenspiel aus einer rekordverdächtig dünnen Eisdecke im Polarmehr und ungewöhnlichen Ausläufern des Jet Streams, eines schnell wehenden Windes in der höheren Atmosphäre. Dieser bringe warme und feuchte Luft in die nördlichen Regionen. Beide Faktoren seien Auslöser des derzeitigen Temperaturanstiegs um rund 20 Grad.

Auswirkungen auf das Klima sind noch nicht abzusehen

Welche Auswirkungen die extremen Temperaturen auf den Nordpol haben werden, sei laut Forschern aber nur schwer einzuschätzen. Die Wetterlage in der Polarregion sei sehr instabil und könne jederzeit in die eine oder andere Richtung umschlagen.

Derzeit gehe man davon aus, dass die Eisdecke des Nordpolarmeers im nächsten Jahr weiter abnehmen und die Temperatur am Nordpol weiter steigen werde. Ob sich dieser Trend auch in der ferneren Zukunft fortsetzen werde, ist momentan noch nicht abzusehen. Die Daten der letzten Jahrzehnte deuteten aber darauf hin. (mgb)